Verdi ruft kommunale Beschäftigte zum Ausstand auf

Verdi streikt: Kitas betroffen - Restmülltonnen bleiben teilweise ungeleert

Vor drei Wochen gab es noch einen Autokorso, beim Warnstreik gestern verzichtete Verdi coronabedingt darauf.
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Vor drei Wochen gab es noch einen Autokorso, beim heutigen Warnstreik verzichtete Verdi coronabedingt darauf.

Aufgrund des heutigen Warnstreiks kommt es zu Einschränkungen bei der Abfuhr von Restmüll, Papier und Bioabfall.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Update von 14.30 Uhr: Drei Wochen nach dem letzten Ausstand in Remscheid streikten Teile der städtischen Beschäftigten am Mittwoch erneut. Die Gewerkschaft Verdi will Druck machen im aktuellen Tarifkonflikt. Nach Auskunft der Gewerkschaft traten 120 bis 150 Mitarbeiter von Stadtverwaltung, städtischen Kindertagesstätten, Technischen Betrieben und Jobcenter in den Ausstand. „Unter den derzeitigen Bedingungen, Urlaub und Corona, ist das recht gut“, sagt Gewerkschaftssekretär Lothar Reitzer. „Wir sind sehr zufrieden.“

Wegen der Corona-Situation verzichtete die Gewerkschaft auf eine Kundgebung. Vor drei Wochen war man noch mit einem Autokorso durch die Stadt gefahren. Stattdessen blieben die Beschäftigten zu Hause – und meldeten ihre Streikteilnahme der Gewerkschaft per Telefon oder Mail.

Abfuhr von Papier und Bioabfall entfällt

Betroffen habe der Streik „alle Bereiche“ in der öffentlichen Verwaltung in Remscheid, sagt Gewerkschaftssekretär Reitzer. Darunter die Müllabfuhr der Technischen Betriebe und drei der 20 städtischen Kitas. Zwei Einrichtungen, die KTE Lüttringhauser Straße und die KTE Königstraße, seien wegen des Streiks ganz geschlossen geblieben, berichtet Kerstin Biedebach von der Stadtverwaltung. Eine weitere Kita sei nur im Notbetrieb gelaufen. Eine Ersatzbetreuung sei coronabedingt nicht möglich gewesen, so Biedebach. „Aber morgen sind ja alle wieder da.“

Einschränkungen gab es auch bei der Müllabfuhr. „Die Abfuhr von Papier und Bioabfall muss leider komplett entfallen, die Abfuhr der Restmülltonnen fällt auf zwei Strecken aus“, teilte die Stadt am Vormittag mit. Ein Nachholtermin gebe es wegen der angespannten Personallage noch nicht. „Die TBR sind aber bemüht, die Leerungen in den nächsten Tagen nachzuholen.“ Privatpersonen könnten für Papier und Pappe derweil öffentliche Sammelcontainer nutzen, schlägt die Stadt vor. Die Sperrmüllabfuhr und der Wertstoffhof seien vom Streik nicht betroffen gewesen.

Arbeitgeberseite haben noch kein Angebot vorgelegt

Im aktuellen Tarifkonflikt fordert Verdi ein Lohnplus von 4,8 Prozent und mindestens 150 Euro pro Monat für die kommunalen Beschäftigten. Obwohl die zweite Verhandlungsrunde über zwei Tage gegangen sei, habe die Arbeitgeberseite bisher noch kein Angebot vorgelegt, sagt Lothar Reitzer von Verdi: „Für diese Woche haben sie eines angekündigt, aber da müssen wir erstmal abwarten, was dabei rauskommt.“

Die dritte und letzte Verhandlungsrunde steht ab dem 22. Oktober an. Bis dahin will die Gewerkschaft weiter Druck mit Warnstreiks machen. Zu flächendeckenden Streiks kann es erst später kommen. Nach Abschluss der letzten Verhandlungsrunde können beide Verhandlungsseiten einen Schlichter anrufen. Erst wenn dessen Schlichtungsverfahren ohne Erfolg bleibt, kann die Gewerkschaft zur Urabstimmung aufrufen, die dann über Streiks entscheidet.

Artikel von 9.15 Uhr: Die Abfuhr von Papier und Bioabfall muss wegen des Streiks komplett entfallen, die Abfuhr der Restmülltonnen fällt auf zwei Strecken aus.

Ein Nachholtermin kann aufgrund der angespannten Personalsituation bei den Technischen Betrieben noch nicht genannt werden. Die TBR wollen aber versuchen, die Leerungen in den nächsten Tagen nachzuholen. Privatpersonen sollten bis zur nächsten Leerung der Papiertonne die Möglichkeit nutzen, das Papier an den öffentlichen Sammelcontainern zu entsorgen. Die Sperrmüllabfuhr ist nicht betroffen, auch der Wertstoffhof ist geöffnet.

Verdi hat für heute die Beschäftigten der Stadtverwaltung einschließlich der städtischen Kitas, der TBR und des Jobcenters zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Eine Streikversammlung wird es coronabedingt nicht geben. Der Streik ist Teil des aktuellen Tarifkonflikts, in dem die Arbeitgeber noch kein Angebot abgegeben haben. wey/kaz

Verdi war zufrieden mit dem zweiten Warnstreik – Schulen zeigten sich wenig beeindruckt.

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