Reihe

Uni-Vortrag ist eine erfolgreiche Marke

Freuen sich auf eine Vortragsreihe mit vier außergewöhnlich spannenden Themen (v.l.): RGA-Chefredakteur Stefan Kob, Verleger Michael Boll, Prof. Dr. Susanne Buch, Prof. Dr. Ralf Koppmann, Jasmine Ait-Djoudi (Leiterin Universitätskommunikation), Prof. Dr. Stefan Diestel, Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch und Verleger Bernhard Boll. Foto: Roland Keusch
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Freuen sich auf eine Vortragsreihe mit vier außergewöhnlich spannenden Themen (v.l.): RGA-Chefredakteur Stefan Kob, Verleger Michael Boll, Prof. Dr. Susanne Buch, Prof. Dr. Ralf Koppmann, Jasmine Ait-Djoudi (Leiterin Universitätskommunikation), Prof. Dr. Stefan Diestel, Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch und Verleger Bernhard Boll.

In diesem Jahr geht es um gesunden Schlaf, die Liebe zu Marken, Hochbegabung und den Klimawandel.

Von Knut Reiffert

Mit vier spannenden Themen von allgemeinem Interesse geht die gemeinsame Vortragsreihe des Remscheider General-Anzeigers (RGA) und der Bergischen Universität ins 34. Jahr. „Das wir das schon so lange machen, zeigt, wie gut das Format ankommt“, erklärt RGA-Verleger Michael Boll. Die Kooperation mit der Hochschule hält er gerade in Zeiten der Fake News für wichtig: „Journalisten und Wissenschaftler sind beide der Wahrheit verpflichtet.“

Dem stimmt Uni-Rektor Prof. Lambert T. Koch uneingeschränkt zu und nennt exemplarisch den vierten Vortrag der diesjährigen Reihe, in dem Prof. Dr. Ralf Koppmann mit Daten und Fakten Aussagen von US-Präsident Donald Trump und anderen Leugnern des Klimawandels widerlegen wird. „Der Uni-Vortrag in Remscheid ist eine echte Marke“, erklärt der gerade zum Hochschulrektor des Jahrzehnts gewählte Wirtschaftswissenschaftler angesichts der langen Laufzeit der Veranstaltungsreihe.

„Da unsere Arbeit vom Steuerzahler finanziert wird, haben wir ihm gegenüber eine Bringschuld“, stellt Koch klar. „Das heißt auch, dass wir verständlich über unsere Forschungsergebnisse berichten.“ So wie es beim Uni-Vortrag geschieht. „Der Veranstaltungsort beweist außerdem, dass wir es ernst meinen mit dem Namen Bergische Universität.“ Remscheid sei schließlich viel mehr als nur ein Anhängsel von Wuppertal.

Chefs, die schlecht schlafen, neigen zur Willkür

Alles andere als ermüdend verspricht schon der Auftaktvortrag von Prof. Dr. Stefan Diestel am Donnerstag, 12. März, zu werden, obwohl es um das Thema Schlaf geht. Als Wirtschaftspsychologe untersucht er vor allem die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit im Beruf. „Wer zu wenig von der REM-Schlaf-Phase abbekommt, die der Regeneration intellektueller Prozesse dient, agiert unfair bis betrügerisch“, weiß Diestel. „Führungskräfte entscheiden willkürlich.“ Ob andererseits guter Schlaf zu mehr Kreativität führt, untersucht die Bergische Universität gerade im Rahmen eines Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

In der Klosterkirche informiert der Referent auch über die wissenschaftlich erwiesenen Erkenntnisse, was guten Schlaf fördert und was stört. Nur zwei Beispiele: „Feste Einschlaf-Rituale helfen, Smartphone und Computer sollten dagegen am späten Abend tabu sein.“

Wie Marken und Emotionen das Kaufverhalten beeinflussen

Genau wie der Schlaf geht das Thema Kaufen alle an. „Von Lieblingsmarken über irrationalen Konsum bis hin zu hochkochenden Emotionen können die Gäste meines Vortrags einiges über ihr eigenes Verhalten lernen“, verspricht Marketing-Experte Prof. Dr. Tobias Langner, der am Donnerstag, 2. April, nach Remscheid kommt und einen unterhaltsamen Einblick in die Geheimnisse der Markenverantwortlichen bietet. Eine Antwort gibt er auch auf die Frage: Warum lieben wir bestimmte Marken und warum lassen uns andere Marken dagegen kalt?

Ganz praxisnah gibt Langner Tipps, wie man sich der Beeinflussung durch die geheimen Verführer entziehen und rationaler kaufen kann. Dazu gehört unter anderem: „Vor einer Entscheidung eine Nacht drüber schlafen und dann kritisch hinterfragen, ob die Anschaffung wirklich so gut und notwendig ist.“

Über Hochbegabte gibt es mehr Mythen als Fakten

Hochbegabte sind das aktuelle Thema von Prof. Dr. Susanne Buch, die ihren Uni-Vortrag am Donnerstag, 14. Mai, hält. „Jeder glaubt, jemanden zu kennen, der dazugehört“, erklärt die Psychologin. In der Tat haben aber nur rund zwei Prozent der Bevölkerung einen entsprechenden Intelligenzquotienten (IQ) von 130 oder darüber. Deshalb geht es ihr in ihrem Vortrag darum, Fakten zu nennen und mit Mythen aufzuräumen. „Es ist nicht so, wie es Filme wie ,Wunderkind Tate‘ oder Serien wie ,Big Bang Theory‘ darstellen, dass Hochbegabte unbedingt merkwürdig sind oder soziale Defizite haben“, weiß die Bildungsforscherin unter anderem aus ihrer Zeit in einer begabungsdiagnostischen Beratungsstelle.

Ob sich ein hoher IQ antrainieren lässt, ist eine weitere Frage, auf die Buch in Remscheid eingehen wird. Außerdem erläutert sie ihren Standpunkt in der Diskussion, ob ausgerechnet außergewöhnlich gut Veranlagte auch noch einer besonderen Förderung bedürfen. Eine Entwarnung gibt sie Eltern, die vermuten, ihr Kind sei hochbegabt. „So lange es keine Sorgen bereitet, ist auch keine Beratung erforderlich.“

Was gegen den Klimawandel wirklich sinnvoll ist

2010 hatte Prof. Dr. Ralf Koppmann vom Institut für Atmosphären- und Umweltforschung seinen ersten Uni-Vortrag noch betitelt: „Was wird aus der Atmosphäre unserer Erde?“ Zehn Jahre später sagt er klipp und klar: „Es ist fünf vor zwölf.“ Und: „Das Klimapaket der Bundesregierung ist allenfalls ein Päckchen. Das hätte man viel besser machen müssen.“ Aus zahlreichen Messreihen in aller Welt – am Boden, auf Schiffen sowie mit Zeppelinen, Flugzeugen, Raketen und Satelliten – weiß der Physiker, wie dramatisch sich das Klima bereits verändert hat – insbesondere durch den hohen CO2-Ausstoß. „Trotzdem werde ich in meinem Vortrag nicht in die schrillen Töne der radikalen Klimaaktivisten einstimmen“, kündigt Koppmann an.

Auf sachlicher Ebene will er am Donnerstag, 18. Juni, die Folgen anhaltender Luftverschmutzung aufzeigen. Er erklärt, wo positive Maßnahmen wie der Einsatz regenerativer Energien schon greifen, aber ebenso, wo Aktionismus ins Leere läuft. Etwa bei der Umweltspur in Düsseldorf. Und auch zum aktuellen Thema Elektromobilität wartet Koppmann mit Zahlen und Fakten auf, die nicht jeder gerne hören mag.

DIE VORTRÄGE

WIE WICHTIG IST DER TÄGLICHE SCHLAF FÜR UNSERE GESUNDHEIT? DER SCHLAF UND SEINE AUSWIRKUNGEN AUF BERUF UND PSYCHE. Prof. Dr. Stefan Diestel, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Lehrstuhl für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie. Donnerstag, 12. März, 19 Uhr.

VON DER LIEBE ZU MARKEN UND ANDEREN IRRATIONALITÄTEN DES MENSCHLICHEN KONSUMVERHALTENS. Prof. Dr. Tobias Langner, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Leiter des Lehrstuhls für Marketing. Donnerstag, 2. April, 19 Uhr.

NATURTALENT ODER HARTE ARBEIT? ZUR BEDEUTUNG DER BEGABUNGSFÖRDERUNG IN DER SCHULE. Prof. Dr. Susanne Buch, Institut für Bildungsforschung in der School of Education, Pädagogische Diagnostik. Donnerstag, 14. Mai, 19 Uhr.

DER KLIMAWANDEL UND SEINE AUSWIRKUNGEN. ZUSAMMENHÄNGE VERSTÄNDLICH ERKLÄRT. Prof. Dr. Ralf Koppmann, Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften, Institut für Atmosphären- und Umweltforschung. Donnerstag, 18. Juni, 19 Uhr.

VERANSTALTUNGSORT Klosterkirche, Klostergasse 8, Remscheid-Lennep. Parkhaus Hardtstraße, Eintritt frei.

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