RGA-Adventskalender

Am 17. traf Josef Weizels seine Mörder

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Von Köln war er über den alten Heerweg gekommen. Bald würde der Josef Weizels in Lennep angelangt sein.

Von Axel Richter

An diesem 17. Oktober des Jahres 1554 aber sollte der Geldbote nicht mehr dort anlangen. Denn gerade hatte er das Eschbachtal durchquert und den Anstieg in Richtung Birgden unter seine Stiefel genommen, da traf er auf seine Mörder.

Das ist in aller Kürze die Sage vom Steinernen Kreuz, das am Rundweg um die Eschbachtalsperre steht und dessen wahre Geschichte nie ganz geklärt werden konnte. Nur so viel ist heute sicher: Mahnkreuze, von denen es in Deutschland einige gibt, wurden am Ort ihres Todes solchen Persönlichkeiten gesetzt, die in der Gesellschaft eine hervorgehobene Position eingenommen haben.

Ob das auch für Josef Weizels galt, der möglicherweise auch Waizels hieß, ließ sich nicht feststellen. Auch das Jahr 1554 ist nicht sicher. Manche Forscher vertreten die Auffassung, dass es sich um das Jahr 1509 handeln müsse.

Sei´s drum. An einer der bekanntesten Schauergeschichten des Bergischen Landes ändert das nichts. Danach war der Weizels von zwei Halunken ausgeraubt und tödlich verletzt worden. Sterbend blickte der Bote gen Himmel, sah einen Schwarm Wacholderdrosseln, im Bergischen Krammetsvögel genannt, und verfluchte seine Mörder: „Die Vögel am Himmel werden euch verraten.“ Und so geschah es. Denn mit dem geraubten Geld kehrten die beiden Halunken am Born ins nächste Wirtshaus ein, um es sich bei gebratenen Wacholderdrosseln gutgehen zu lassen. Der Wirt hatte die Krammetsvögel kaum serviert, da tönte einer der Männer. „Die werden uns nicht verraten.“ Der Wirt aber hatte gehört, worüber seine beiden merkwürdigen Gäste sprachen. So wurden die Mörder gefasst und danach in Köln verurteilt und gehängt.

Bis 2012 fanden in Bergisch Born die Krammetsvogelfesttage statt. Das Steinerne Kreuz ist ein bisschen abseits des Weges heute ein beliebtes Ausflugsziel.

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