Feuer brach im Patientenzimmer aus

Tannenhof: Pfleger retten Patienten

+
Unter Atemschutz tappten sich die Retter über den Flur vor, bis sie schließlich zum betroffenen Zimmer vordrangen.

Bei dem Brand in einer geschlossenen Abteilung der Klinik wurden vier Menschen verletzt.

Von Frank Michalczak

Ein Großaufgebot der Feuerwehr rückte am späten Freitagabend zur Stiftung Tannenhof aus. In einem Patientenzimmer, das sich in einer geschlossenen Abteilung des Jochen-Klepper-Haus befindet, war ein Brand ausgebrochen, der zu starker Rauch- und Hitzeentwicklung führte. Über 60 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Drei Personen mussten nach Angaben der Feuerwehr ins Sana-Klinikum transportiert werden, weil sie eine Rauchgasvergiftung erlitten hatten. Eine Patientin wurde deswegen nach Düsseldorf gebracht, wo sie die Ärzte in einer Hochdruckkammer behandelten. Im Anschluss wurde sie in eine Aachener Klinik verlegt.

Brand im Tannenhof

LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch
LOK
 © Roland Keusch

Es sei den Mitarbeitern der Stiftung Tannenhof zu verdanken, dass kein Mensch ums Leben gekommen ist, erklärt der Einsatzleiter der Feuerwehr Hartmut Sturm. „Das Pflegepersonal hat sehr, sehr gut gearbeitet und die Patienten schnell ins Freie gebracht –noch bevor wir eingetroffen waren.“ Eine „Lebensrettungsmedaille“ hätten mehrere Pfleger verdient, die zwei Frauen aus dem verrauchten Zimmer retteten, sagt der kaufmännische Direktor der Stiftung Dietmar Volk. „Eine Patientin musste durch ein Fenster gehoben werden. Unsere Mitarbeiter haben spitzenmäßig gehandelt.“

Betroffene Station war schwarz vor Rauch

Und sie haben dabei offenbar Mut bewiesen: Denn die komplette Station, die sich im Erdgeschoss des dreigeschossigen Gebäudes befindet, sei schwarz vor Rauch gewesen, berichtet Einsatzleiter Hartmut Sturm. „Es war so heiß, dass die Deckenlampen schmolzen.“ Die Flammen hatten die Mitarbeiter der Feuerwehr schnell im Griff. Problem war im dichten Qualm, den eigentlichen Brandherd zu finden. Unter Atemschutz tappten sich die Retter über den Flur vor, bis sie zum betroffenen Zimmer vordrangen, in dem unter anderem Kunststoffe brannten.

EINRICHTUNG

TANNENHOF Die Stiftung ist für die psychiatrische Versorgung von einer halbe Million Menschen im Bergischen Land zuständig. Gegründet wurde das Krankenhaus im Jahr 1896. In der Gegenwart verfügt es über 565 Patientenbetten. Über 1000 Mitarbeiter sind in der Einrichtung tätig.

SPEZIALGEBIETE Neben Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie bieten die Mediziner spezielle Schmerztherapien an und stehen auch bei Suchterkrankungen ihren Patienten zur Seite.

Insgesamt 180 Mitarbeiter von Feuerwehr, Rotem Kreuz und den Johannitern waren zwischenzeitlich vor Ort. Sie kümmerten sich gemeinsam mit den Pflegekräften der Stiftung um die 62 Bewohner, die das Jochen-Klepper-Haus verlassen mussten. Ein Großteil von ihnen wurde auf eine leerstehende Station verlegt. „Es ist ein glücklicher Umstand, dass wir diese Abteilung modernisiert haben und nun in Betrieb nehmen wollten. Es fehlten nur noch die neuen Betten,“ erklärt der kaufmännische Direktor, der in der Nacht zum Samstag Ersatz organisieren konnte.

Auch Einsatzkräfte aus Solingen und Wuppertal waren vor Ort.

Drei Stationen umfasst der betroffene Trakt des Jochen-Klepper-Hauses. In die oberen beiden Etagen konnten die Patienten bereits wieder zurückkehren. Der betroffene Bereich im Erdgeschoss muss von Grund auf saniert werden. „Es kann gut sein, dass uns die Station über die Weihnachtstage hinaus nicht zur Verfügung steht“, erklärt Dietmar Volk. Vieles deute darauf hin, dass der Brand mutwillig entfacht wurde. „Aber es ist Sache der Polizei, dies abschließend zu ermitteln.“ Ein technischer Defekt sei aber aus seiner Sicht ausgeschlossen.

Wie Hartmut Sturm berichtet, war der Einsatz der Rettungseinsatz gegen 3.15 Uhr beendet. Mit dabei waren neben der Berufsfeuerwehr auch die Einheiten Lüttringhausen, Lennep und Nord. Vorsorglich wurden zudem zwischenzeitlich Rettungswagen aus Solingen, Wuppertal und dem Oberbergischen Kreis angefordert.

Mehr zum Thema

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.


Es gelten die Datenschutzbestimmungen unserer Webseite.

Meistgelesen

S7: Notfall führt zu Zugausfällen

S7: Notfall führt zu Zugausfällen

Autobahn gleicht nach Unfällen einem Trümmerfeld - mehrere Verletzte

Autobahn gleicht nach Unfällen einem Trümmerfeld - mehrere Verletzte

21-Jähriger schlägt Remscheider mit Bierglas ins Gesicht

21-Jähriger schlägt Remscheider mit Bierglas ins Gesicht

61-jährige Frau bei Küchenbrand verletzt

61-jährige Frau bei Küchenbrand verletzt

Nachts krachte es gleich zwei Mal

Nachts krachte es gleich zwei Mal

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren