Mein Leben als Papa

Auf Streife mit Dorfsheriff Hannes an meiner Seite

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RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

Hannes möchte später einmal Polizist werden. Okay, diesen Wunsch haben viele Kinder – und wollen im nächsten Moment doch lieber Astronaut, Müllmann oder Fußballstar werden. Bei Hannes aber hält sich dieser Berufswunsch jetzt schon seit einiger Zeit sehr hartnäckig. Und ja, eigentlich passt dieser Job auch wirklich ziemlich gut zu ihm! Am besten wäre er wohl bei der Schutzpolizei aufgehoben. Vor meinem geistigen Auge sehe ich ihn als eine Art Dorfsheriff durch die Straßen ziehen. Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung gewährleisten – das ist im Prinzip das, was er jetzt schon tut. Bin ich mit ihm unterwegs, könnte das auch als Reportage-Reihe im Fernsehen laufen: „Papa und Hannes“ statt „Toto und Harry“. Die Zwei vom Polizeirevier.

Dass er mich maßregelt, wenn ich mal wieder 55 statt 50 fahre, daran habe ich mich gewöhnt. Dass er aber auch völlig fremde Menschen auf ihre Verstöße aufmerksam macht, ist gewöhnungsbedürftig.

„Der Mann raucht, obwohl das hier verboten ist“, echauffierte er sich neulich auf dem Sportplatz. Keiner außer ihm hatte das „Rauchen verboten“-Schild bemerkt. Der Mann nahm es mit Humor, dann nahm er noch einen Zug und schließlich Abschied von seiner Zigarette.

Der ältere Junge im Zoo, den Hannes lautstark darauf hinwies, er möge die Tiger doch bitte nicht mit Blitz fotografieren, reagierte weniger gelassen, sondern blickte nur böse in Richtung Dorfsheriff Hannes und hätte ihn am liebsten den Tigern zum Fraß vorgeworfen.

Zu den Aufgaben der Schutzpolizei gehört auch die Verkehrsüberwachung. Auch das ist was für Hannes. „Das Auto ist in die Einbahnstraße gefahren“, hatte er beobachtet und wollte, dass ich dem Wagen folge. Ich konnte es ihm gerade noch ausreden. „Die Frau hat keinen Fahrradhelm auf“, fiel ihm auf und ich erklärte ihm, dass es leider keine Helmpflicht gibt. „Dann hat sie eben Pech, wenn sie sich verletzt“, folgerte er ganz richtig.

Was die Corona-Regeln angeht, bin ich manchmal froh, Hannes an meiner Seite zu haben. Wie oft er mich schon an meine Maske erinnert hat. Und wie oft er mich in Geschäften schon weggezogen hat mit dem Hinweis: „Du gehst gegen den Pfeil, Papa!“ Bei der Ankunft im Kindergarten wäscht er sich exakt eine Minute lang die Hände. Bis auch das allerletzte Sandkorn durch die große Sanduhr geflutscht ist.

Am besten gefällt mir aber, was die Erzieherin über den ordnungsliebenden Hannes berichtet. Dass er sich nämlich schützend vor die kleineren Kinder stellt, wenn sie mit denen ab und zu mal schimpfen muss. Wie ein echter Schutzmann eben.

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