Kriminalitätsstatistik

Straftaten: Remscheid liegt unter Landesschnitt

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2019 gab es weniger Gewaltkriminalität und Einbrüche. Die Aufklärungsquote ist zurückgegangen.

Von Manuel Böhnke

Eines betonen die Verantwortlichen des Polizeipräsidiums Wuppertal immer wieder: „Das Bergische Städtedreieck ist nach wie vor eine der sichersten Regionen in NRW.“ Im Falle Remscheids lässt sich das konkret an den Zahlen der in dieser Woche vorgestellten Kriminalitätsstatistik 2019 ablesen. Demnach ist die Zahl der Straftaten zwar von 6824 (2018) auf 6958 leicht gestiegen. Heruntergerechnet auf die Straftaten pro 100 000 Einwohner liegt Remscheid aber weiterhin unter dem Landesdurchschnitt. Doch wie haben sich die einzelnen Deliktbereiche in der Stadt entwickelt?

Gewaltkriminalität:

Zurückgegangen ist im vergangenen Jahr die Anzahl der Delikte der Kategorie Gewaltkriminalität. Darunter fasst die Polizei unter anderem Tötungsdelikte, Vergewaltigung, Raub sowie gefährliche und schwere Körperverletzung. Gab es im Jahr 2018 noch 282 Fälle dieser Art, waren es 2019 noch 255. Die Aufklärungsquote ist auf 82,4 Prozent gestiegen. Vier „Straftaten gegen das Leben“ verzeichnete die Polizei vergangenes Jahr in Remscheid: einmal ging es um Mord, dreimal um Totschlag.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung:

Den prozentual größten Zuwachs (49,5 Prozent) weist die polizeiliche Kriminalstatistik in Remscheid bei den „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ auf. Dazu zählen etwa sexuelle Nötigung, sexuelle Belästigung sowie Erregung öffentlichen Ärgernisses. Einen eklatanten Anstieg von 7 auf 45 Fälle gab es beim sexuellen Missbrauch von Kindern. Das erklärt Alexander Kresta, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Wuppertal. Demnach wurden in 30 Fällen Bilder über moderne Medien an Kinder verschickt. „Darüber hinaus wurden verstärkte Ermittlungskapazitäten in diesem Bereich investiert, was auch zu mehr aufgeklärten Fällen geführt hat. Die Priorisierung in diesem Deliktsbereich soll das Dunkelfeld erhellen und Kinder vor neuem oder andauernden Missbrauch schützen“, führt Kresta aus.

Körperverletzung:

Erfreulich ist die Entwicklung bei den Körperverletzungen: Lag dieser Wert im vorvergangenen Jahr bei 893, waren es 2019 dagegen 815 Taten. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich beträgt 90 Prozent.

Raub:

Auch beim Thema Raub zeichnet die Kriminalstatistik für die Stadt einen positiven Trend. Die Fallzahlen sanken von 58 auf 48.

Diebstahl:

Den Bärenanteil an den gesamten Remscheider Straftaten machten im vergangenen Jahr mit mehr als 35 Prozent Diebstähle aus. Die Zahl ist im Vergleich zu 2018 von 2126 auf 2545 angestiegen. Einen großen Anteil daran haben laut Alexander Kresta vermehrte Kellereinbrüche: von 194 auf 479. Leicht abgenommen haben dagegen Wohnungseinbrüche. 90 waren es im Jahr 2019 (2018: 94) – darunter auch 35 Fälle versuchten Einbruchs. Laut Auswertungen der Polizei waren die Täter in einem Drittel der Fälle tagsüber zwischen 6 und 21 Uhr, aktiv. Lediglich zwölf Prozent der Wohnungseinbrüche konnten aufgeklärt werden.

Vermögens- und Fälschungsdelikte:

Im zweiten Jahr in Folge gab es 2019 weniger Vermögens- und Fälschungsdelikte wie Betrug oder das Erschleichen von Leistungen. Der Wert sank von 1036 auf 909. Im Jahr 2017 hatte er noch bei 1458 gelegen.

Rauschgift:

Nahezu identisch ist die Zahl der Rauschgiftdelikte geblieben. Sie lag 2019 bei 267. Die Polizei führt zudem einen Rauschgift-Toten an.

Aufklärungsquote:

Die straftatübergreifende Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr mit 54,5 Prozent zwar immer noch knapp über dem bergischen Durchschnitt, ist im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 8,1 Prozentpunkte gesunken. Dieser Rückgang ist laut Alexander Kresta mit den vielen Kellereinbrüchen zu erklären. „Zwar konnten hier zwei Tatserien geklärt werden, jedoch sind Kelleraufbrüche allgemein schwer aufklärbar. Der Anstieg in diesem Kriminalitätsbereich bedingt daher auch einen Rückgang der Aufklärungsquote“, erläutert der Polizei-Pressesprecher auf RGA-Nachfrage.

TATVERDÄCHTIGE

STATISTIK Der Großteil der Tatverdächtigen war männlich und älter als 21 Jahre. Lediglich ein Viertel war weiblich. 114 ermittelte Verdächtige waren jünger als 14 Jahre. Diese Gruppe ist vorrangig mit Diebstahl und Rohheitsdelikten – dazu zählen beispielsweise Raub und Körperverletzung – aufgefallen.

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