Bürgerbeteiligung

Stadtverwaltung bittet zum Probesitzen auf die Alleestraße

Hier, zwischen Zange und Allee-Center-Eingang, soll die Ausstellung der Bänke platziert werden. Archivfoto: Michael Sieber
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Hier, zwischen Zange und Allee-Center-Eingang, soll die Ausstellung der Bänke platziert werden.

Remscheider können über den Kauf von Sitzbänken entscheiden – Sieben Modelle stehen zur Wahl.

  • Die Aktion "Probesitzen" musste coronabedingt verschoben werden und wird bald nachgeholt.
  • Die Remscheider können über die Sitzgelegenheiten auf der Alleestraße mitentscheiden.
  • Stadt muss zunächst 20.000 Euro investieren.

Von Frank Michalczak

Remscheid. In wenigen Wochen haben die Remscheider die Möglichkeit, unterschiedliche Sitzmöglichkeiten auf der oberen Alleestraße zu testen. Sieben verschiedene Bänke stehen zwischen Zange und dem Allee-Center-Eingang bereit und laden bis zum 11. Oktober zum Probesitzen ein.Baudezernent Peter Heinze erklärt die Hintergründe. „Im Zuge des Innenstadtumbaus werden wir neue Sitzgelegenheiten anschaffen. Die Remscheider sollen darüber abstimmen, welches Modell es denn sein soll.“ Diese Form der Bürgerbeteiligung liege ihm sehr am Herzen.

Umgesetzt wird das Ganze von Andreas Huth, stellvertretender Abteilungsleiter Stadtentwicklung, und seinem Mitarbeiter Lukas Giacinto, die ganz unterschiedliche Bänke bei ihrer Vorauswahl auserkoren haben. Von klassischer Parkbank bis hin zum stylischen Lounge-Möbel reiche das Spektrum. „Als Material ist Holz breit vertreten – zum Beispiel kombiniert mit Stahl oder auch Beton“, berichtet Huth.

Alleestraße: Stadt muss zunächst 20.000 Euro investieren

Eigentlich sollte die Aktion „Probesitzen“ bereits im Frühjahr über die Bühne gehen. Wegen Corona wurde sie jedoch verschoben und soll nun im Spätsommer nachgeholt werden. Dabei haben die Interessenten auf unterschiedlichen Wegen die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. „Wir richten dazu eine Seite im Internet ein. Wer damit aber nicht so gut zurechtkommt, kann auch einen Stimmzettel ausfüllen“, erklärt Andreas Huth. Diesen wird es an öffentlichen Stellen geben – und kann vermutlich unter anderem im Rathaus abgegeben werden, das sich quasi um die Ecke der Möbelausstellung befindet.

„Die Bänke, die nicht das Rennen machen, wollen wir verkaufen.“

Andreas Huth, Stadtentwickler

Wer mitmacht, nimmt darauf Einfluss, wie denn künftig die Bänke in der Innenstadt aussehen. Denn: Mit dem Gewinner-Modell werden in den nächsten Jahren die Straßenzüge der Innenstadt quasi aus einem Guss ausgestattet. Dabei geht die Bauverwaltung Zug um Zug vor und füllt erst einmal vorhandene Lücken. „Wir überlegen uns, wo Bänke fehlen, wo sie sinnvoll sind“, sagt Huth. So viel steht fest: Der Startschuss für die Neu-Möblierung soll auf der oberen Alleestraße erfolgen.

In einem ersten Schritt muss das Rathaus zunächst 20.000 Euro investieren. Sechs der sieben Hersteller pochten auf einen Kauf ihres Produkts, das im Boden verankert werden muss und nach der Testphase nur noch Secondhand-Wert hat. In dieser Summe sind aber auch die Dienstleistungen der Technischen Betriebe enthalten, die sich um die Platzierung kümmern. „Die Bänke, die nicht das Rennen machen, wollen wir verkaufen. Vielleicht interessiert sich ja so mancher für eine Bank, die mal auf der Alleestraße stand“, berichtet Huth, der hofft, dass sich möglichst viele am Probesitzen beteiligen und den Planern ihre Meinung übermitteln. „Denn dabei geht es um die direkte Mitsprache bei der Gestaltung des öffentlichen Raums.“ 

Wie soll die Alleestraße in zehn Jahren aussehen? Drei Ideen stehen zur Auswahl – Planungsbüros bitten die Remscheider im Internet um ihre Meinung.

Standpunkt: Das führt zu Akzeptanz

frank.michalczak@rga-online.de

Von Frank Michalczak

Darf es das robuste Modell Trülleberg sein? Oder dann doch lieber die luftig-leichte Möbellounge Ibiza? Die Modellnamen könnten variieren, die Grundausrichtung ist aber, den Remscheidern die Entscheidung zu überlassen, auf welcher Bank sie denn künftig Platz nehmen wollen. Das wird basisdemokratisch entschieden: Das Modell mit den meisten Stimmen gewinnt und wird in den kommenden Jahren zum Stadtbild gehören. 

Gut so: Denn das Ergebnis eines Bürger-Votums bekommt mehr Akzeptanz als eine Entscheidung, die Planer in ihren Büros treffen. Wohin dies führen kann, zeigt die Debatte rund um die Gestaltung des Busbahnhofs. Hierbei wurden zwar Bürgeranregungen eingearbeitet. Ein Stück weit lieferte sich aber die Ortspolitik einem Architektenwettbewerb aus, der ein Ergebnis zutage brachte, das nicht allen gefällt – vorsichtig formuliert. Die Remscheider wissen eben noch am besten, was für ihre Stadt gut ist.

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