Kitas bleiben trotz Bedenken geöffnet

Remscheid verlängert die Ausgangssperre

Es bleibt bei der Maskenpflicht in der Innenstadt und der Ausgangssperre. Die Kitas setzen ihren Betrieb aber fort. Foto: Roland Keusch
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Es bleibt bei der Maskenpflicht in der Innenstadt und der Ausgangssperre. Die Kitas setzen ihren Betrieb aber fort.

Parkanlagen dürfen tagsüber wieder betreten werden.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Trotz der drastisch gestiegenen Infektionszahlen bleiben die Remscheider Kindergärten geöffnet. OB Burkhard Mast-Weisz (SPD) richtet aber einen „dringenden Appell“ an die Eltern: „Wenn es irgendwie machbar ist, sollten die Kleinen zu Hause bleiben.“

Wäre es nach ihm gegangen, hätten die Kitas ab Montag auf Notbetrieb umschalten müssen. Dort wären dann nur Mädchen und Jungen in Empfang genommen worden, deren Eltern systemrelevanten Berufsgruppen angehören. Diese Lösung habe jedoch keine Zustimmung beim NRW-Familienministerium gefunden. „Dies ist für mich angesichts der hohen Inzidenzzahlen völlig unverständlich“, erklärt Mast-Weisz, der seine Kritik in einem Brief an NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) deutlich gemacht hat.

Remscheid: Stadt erhält keine Zustimmung vom NRW-Familienministerium

Derzeit seien 21 Mädchen und Jungen zwischen einem und fünf Jahren mit Corona infiziert. Das sind zwar nur 0,5 Prozent aller Kita-Kinder in Remscheid. Der Notbetrieb hätte jedoch eine präventive Wirkung auf die Ausbreitung des Virus gehabt, sagt Mast-Weisz. Der OB fordert eine klare und einheitliche Regelung für die Kinderbetreuung in Hochinzidenzgebieten. So aber bleibt es beim Kita-Betrieb in Remscheid, allerdings mit einer um zehn Stunden verkürzten Betreuungszeit pro Woche

Nicht nur in diesem Zusammenhang sieht der OB die Landesregierung gefragt. Er werde den Ortspolitikern vorschlagen, dass die Stadt die Eltern-Beiträge für Kitas und für die Offene Ganztagsschule zur Hälfte zurückerstattet – für die Monate Februar bis April. Mast-Weisz sieht das Land NRW in der Pflicht, die andere Hälfte zu übernehmen.

Remscheid: Ausgangssperre bis zum 26. April verlängert

Bis zum 26. April wurde am Freitag die nächtliche Ausgangssperre verlängert. Wer zwischen 21 und 5 Uhr im Stadtgebiet von Mitarbeitern des Ordnungsdienstes angetroffen wird und sich uneinsichtig zeigt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 250 Euro rechnen. Ausnahmen gelten für Hundehalter, die mit dem Vierbeiner Gassi gehen, und Berufstätige, die aber einen Nachweis ihres Arbeitgebers vorlegen müssen. Ebenfalls bleibt es beim Distanzunterricht in den Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen. Zudem gilt weiterhin Maskenpflicht in der Innenstadt.

Remscheid: Parks tagsüber wieder geöffnet

In einem Punkt lockern die Verantwortlichen aber die Zügel: „Ab Samstag sind Stadt- und Hardtpark sowie die Grünanlage Kuckuck tagsüber wieder geöffnet“, berichtet Mast-Weisz, der aber erwartet, dass dabei die Vorgaben eingehalten werden. „Ein Hausstand darf sich mit einer Person treffen – und muss dabei Abstand wahren.“ Die Sperrung der Anlagen sei nötig gewesen, weil es zu erheblichen Regelverstößen gekommen sei. „Angesichts von Feiern und Zusammenkünften mussten wir erst mal auf die Bremse treten“, sagt Mast-Weisz.

Insgesamt sei das Infektionsgeschehen weiter diffus, heißt es bei der Stadt. Dies trifft offenbar auch auf eine Remscheider Pflegeeinrichtung zu, in der trotz Impfungen Corona-Fälle auftraten. Bei PCR-Tests aller 60 Bewohner kam heraus, dass 14 infiziert sind. 12 davon haben bereits die zweite Impfung erhalten. Betroffen sind auch sechs Mitarbeiter, davon drei mir Erst- oder Zweitimpfung. „Allen Betroffenen geht es gut. Sie sind entweder symptomfrei oder zeigen nur marginale Erkältungssymptome“, beruhigt Stadtsprecherin Viola Juric.

Corona-Meldungen

Wegen eines Corona-Falls musste zuletzt die Kita Eisernstein schließen. Ab Montag, 19 Uhr, können auch die Geburtsjahrgänge 1946 und 1947 einen Impftermin bekommen. Kontakt: www.116117.de oder telefonisch – (0800) / 116 117 01.

Standpunkt: Keine andere Wahl

Von Michael Albrecht

michael.albrecht@rga.de

Eine Überraschung ist es nicht. Angesichts der Inzidenzzahl wäre es eine unverzeihliche Entscheidung, wenn die kommunale Notbremse von der Stadt Remscheid nicht weiter gezogen bliebe. Bei diesen Werten hat die Stadt gar keine andere Wahl. Sie muss die Bremse weiter anziehen, damit die Remscheider die Kontakte weiter runterfahren. Das ist schließlich der Sinn der Ausgangssperre, die eigentlich eine Ausgangsbegrenzung ist. Nur so besteht die Hoffnung, einhergehend mit der Zunahme der Geimpften, dass die Inzidenz auf ein erträgliches Maß gesenkt wird. Die Öffnung der Parkanlagen tagsüber ist zumindest eine kleine Erleichterung für viele Remscheider, die auf einen Spaziergang in ihren Grünanlagen nicht verzichten wollen. Wobei die Argumentation von OB Burkhard Mast-Weisz durchaus nachvollziehbar ist, die Parkanlagen erst einmal ganz zu sperren.

Nachvollziehbar sind auch seine kritischen Anmerkungen zur Entscheidung des Familienministers, die Kitas nicht auf Notbetrieb umzustellen. Aber das ist im Grunde nichts Neues aus Düsseldorf. Die Kommunen werden seit Beginn der Pandemie immer wieder vom Regen in die Traufe geschickt, weil diese Hü-Hott-Politik keine Verlässlichkeit bietet und nur zur Verunsicherung aller beiträgt. Und das ist wirklich ärgerlich.

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Alle weiteren Nachrichten zur Corona-Lage in Remscheid finden Sie in unserem Live-Blog.

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