Sars-CoV-2

Coronavirus: Stadt richtet Hilfe für ältere oder vorerkrankte Remscheider ein

Was kann jeder einzelne in Remscheid tun, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 zu verhindern? Mundschutz tragen gehört nicht unbedingt dazu (Symbolbild).
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Was kann jeder einzelne in Remscheid tun, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 zu verhindern? Mundschutz tragen gehört nicht unbedingt dazu (Symbolbild).

Es gibt viel, was jeder einzelne tun kann, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Wir haben Informationen dazu zusammengestellt - auch dazu, was Sie machen sollten, wenn Sie denken, erkrankt zu sein.

  • Bislang gibt es in Remscheid fünf bestätigte Coronavirus-Infektionen.
  • Hier finden Sie alle Informationen und Kontaktdaten zum Thema Corona-Virus (Sars-CoV-2).
  • Auch die wichtigsten Verhaltensregeln und Tipps vom Leitenden Amtsarzt von Remscheid haben wir zusammengefasst.

Von Axel Richter und Johanna Heckeley

Remscheid. Das Coronavirus, oder Sars-CoV-2, wie der hochinfektiöse Erreger offiziell heißt, hat Remscheid bereits erreicht. Derzeit gibt es fünf bestätigte Coronavirus-Fälle in  Remscheid: Eine Reisegruppe hatte sich bei einem Mitreisenden infiziert, der positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden war. Bei einem dieser Personen hat sich wiederum eine Remscheider Lehrerin angesteckt. Alle Infizierten sind nun in Quarantäne.

Der Erreger überträgt sich wie ein Grippevirus“, hatte Dr. Frank Neveling, Leiter des Remscheider Gesundheitsamtes, bereits Ende Januar im Gespräch mit dem RGA festgehalten: „Ich rechne deshalb fest damit, dass er sich weiter ausbreitet.“ Mit seiner Kollegin Dr. Gabriela Marek hat der Leitende Amtsarzt Neveling für uns die wichtigsten Verhaltensregeln zusammengefasst.

Coronavirus: Was kann ich tun, um eine Infektion zu vermeiden?

„Wie bei der Influenza und anderen akuten Atemwegsinfekten schützen Husten- und Niesetikette, eine gute Handhygiene sowie ein rund ein bis zwei Meter großer Abstand zu Erkrankten auch vor einer Übertragung des neuen Corona-Virus“, erklärten die beiden Mediziner. Nieshygiene heißt: Wer niesen muss, niest nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge. „Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten“, erklären die Ärzte.

Das Robert-Koch-Institut (RKI), das Bundesgesundheitsministerium sowie weitere Institutionen geben zudem folgende Empfehlungen:

  • Meiden Sie das Reisen in Risikogebiete wie bestimmte Provinzen und Städte in China oder die italienische Region Lombardei. Informieren Sie sich dazu auch auf den Seiten des Auswärtigen Amts.
  • Achten Sie auf eine gute Händehygiene. Waschen Sie ihre Hände regelmäßig mit Wasser und Seife. Achten Sie darauf, Ihre Hände gründlich rundherum einzuseifen. Spülen Sie Ihre Hände gut ab und trocknen Sie sie anschließend sorgfältig.
  • Berühren Sie Ihr Gesicht nur mit gewaschenen Händen. Fassen Sie sich - oder andere - nicht mit ungewaschenen Händen an Mund, Augen oder Nase.
  • Husten oder Niesen Sie nicht in die Hände,sondern in ein Taschentuch oder - wenn keines vorhanden ist - in die Armbeuge.
  • Halten Sie Abstand zu kranken Personen, etwa ein bis zwei Meter. Verzichten Sie aufs Händeschütteln.
  • Meiden Sie große Menschenansammlungen sowie An- und Abreiseorte wie Flughäfen und Bahnhöfe.
Schon vor einigen Wochen stieg bei ihnen die Nachfrage nach Atemschutzmasken an. Guido Dasbach und Lydia Kasek von der Vieringhauser Apotheke präsentierten verschiedene Exemplare. Zu haben sind sie heute so gut wie nicht mehr. Schutzmasken sind bundesweit ausverkauft. 

Laut RKI gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass das Tragen einer Mundschutzmaske das Ansteckungsrisiko senkt. Wenn ein Mensch an einer akuten Atemwegserkrankung erkrankt sei, könne das Tragen eines Mundschutzes allerdings helfen, um andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Allerdings müsse dafür die Maske eng anliegend getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden. 

Coronavirus-Epidemie: Desinfektionsmittel ausverkauft? So stellen Sie es selbst her - und das ist der Haken.

Corona: Was sollten insbesondere ältere oder vorerkrankte Menschen tun?

Ältere Menschen und/oder Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders von einem schweren Krankheitsverlauf bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus bedroht. Für sie empfiehlt die Stadt Remscheid, sich in der aktuellen Phase der Ausbreitung des Virus überwiegend in der eigenen Wohnung aufzuhalten und in den kommenden Wochen Kontakte zu anderen Personen in ihrer Wohnung, auf Veranstaltungen oder in der Wohnung zu vermeiden. Selbst Einkäufe oder andere Besorgungen sollten durch die Familie, Bekannte oder Nachbarn ohne Kontakte für die älteren oder vorerkrankten Bürger gemacht werden.

Weil nicht jeder ein funktionierendes Hilfesystem im familiären oder sozialen Umfeld hat, das das gewährleistet, hat die Stadt Remscheid ein Hilfetelefon und eine Anlaufstelle zur Unterstützung von älteren oder vorerkrankten Remscheidern eingerichtet.

  • Das Hilfetelefon ist unter der Rufnummer (0 21 91) 4645351 zu erreichen. Sprechzeiten: montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr und sonntags von 10 bis 15 Uhr.
  • Nach telefonischer Vereinbarung wird auch eine persönliche Einzelberatung von Betroffenen möglich sein.

Coronavirus: Wohin wende ich mich in Remscheid, wenn ich Symptome zeige?

„Für die Bevölkerung sind im Ernstfall die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte die ersten Kontaktpersonen“, erklären Neveling und Marek. Der Hausarzt veranlasst in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt alle weiteren Schritte. Bevor der Hausarzt aufgesucht wird, sollte die Praxis vorab unbedingt telefonisch benachrichtigt werden. Sie hat danach die Möglichkeit, Kontakte zu anderen Patienten möglichst zu verhindern.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst rät, in zwei Fällen Erkältungssymptome auf das Coronavirus untersuchen zu lassen: Zum einen, wenn Sie Kontakt zu jemandem hatten, bei dem das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde. Oder zum anderen, wenn Sie sich vor Kurzem in einem der Risikogebiete aufgehalten haben. Sie können sich an die Nummer 116 117 des Bereitschaftsdienstes wenden.

Covid-19: Wie geht es bei einem Verdachtsfall weiter?

„Die Kliniken sind auf die Testung und Isolierung von verdächtigen Personen vorbereitet“, erklären die beiden Amtsärzte. Das gilt insbesondere für das Sana-Klinikum. Erkrankte Patienten und, je nach Fall auch Kontaktpersonen, kommen meist 14 Tage in Quarantäne. Erkrankte werden in die Solinger Lungenfachklinik Bethanien überführt. 

Was unternimmt die Stadt Remscheid, um die Ansteckungsgefahr zu verringern?

Die Behörden haben bereits vor Wochen einen Krisenstab gebildet, der seither regelmäßig tagt. Das Gesundheitsamt, der Rettungsdienst der Feuerwehr, das Ordnungsamt und andere Dienststellen der Stadt widmen sich derzeit insbesondere dem Schutz der Kindertagesstätten, der Altenheime, Schulen und anderer öffentlicher Einrichtungen. Thomas Neuhaus, Gesundheitsdezernent der Stadt, mahnt dennoch zu Ruhe und Gelassenheit. Die Stadt sei gut vorbereitet. Das unterstreichen die beiden Amtsärzte: „Das Gesundheitssystem in Remscheid ist für den Ernstfall gerüstet. Die Informations- und Einsatzkette zwischen Gesundheitsamt, Rettungsdienst und Feuerwehr wurde schon in der Vergangenheit erprobt.“

Tatsächlich konnte die Stadt auf Pandemiepläne zurückgreifen, die seit 2009/2010 vorliegen. Damals grassierte die sogenannte Schweinegrippe, zudem kam es zu Ausbrüchen der Lungenkrankheiten Sars und Mers. Die Viren erwiesen sich jedoch als weniger aggressiv als befürchtet und erreichten Remscheid nicht. Die Unsicherheit, die viele Menschen ergriffen hat, kann ihnen auch Frank Neveling nicht nehmen: „Die Dynamik der Krankheit ist derzeit nicht sicher vorherzusagen.“

Coronavirus, Sars-CoV-2, Covid-19 - welche Begriffe sind richtig?

Das Virus heißt Sars-CoV-2. Die Krankheit, die dadurch entsteht, heißt Covid-19. Coronaviren/Corona ist der Begriff für eine Familie von Erregern. Das aktuelle Virus ist einer von unterschiedlichen Corona-Stämmen. 

Coronavirus: Hier gibt es weitere Informationen

Per Telefon:

  • Unter 116177 erreichen Sie die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Dort sollten Sie auch anrufen, wenn Sie den Verdacht haben, an Covid-19 erkrankt zu sein oder mit Erkrankten Kontakt hatten.
  • Das Bergische Servicecenter hat aus aktuellem Anlass seinen Service erweitert und beantwortet diese Woche von 7 bis 19 Uhr allgemeine Fragen zum Thema Coronavirus. Für Remscheid gilt die Rufnummer (0 21 91) 16 - 20 00.
  • Die Landesregierung in Düsseldorf hat eine Hotline geschaltet. Sie ist von 8 bis 18 Uhr unter Tel. (02 11 ) 9119 1001 erreichbar. Wegen der großen Nachfrage musste die Nummer geändert werden.
  • Auch Ihr Hausarzt kann Ihnen telefonisch Auskunft geben.

Im Internet: 

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