Prozess

Remscheider nimmt Gefängnisstrafe an

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Gefährliche Attacke auf Polizisten bei einer Verkehrskontrolle.

Von Dirk Lotze

In einem Prozess um eine gefährliche Attacke auf Polizisten bei einer Verkehrskontrolle in Remscheid hat der 39 Jahre alte, alkoholkranke Angeklagte seine Gefängnisstrafe angenommen. Vor dem Landgericht in Wuppertal verzichtete er auf weitere Berufungsmöglichkeiten und ließ seine Verurteilung über zwei Jahre und zwei Monate Haft rechtskräftig werden. Die hatte das Amtsgericht gegen ihn verhängt. Hintergrund ist eine schwere, weitere Erkrankung des Mannes.

Indem er sein Verfahren beendete, hat der Angeklagte zugleich die Vorwürfe bestätigt: Er fuhr sich am 14. Oktober 2018 mit seinem Auto den Weg frei, als ein Polizist ihn anhalten wollte. An dem Tag sicherten mittags zwei Beamte eine Ölspur auf der Fahrbahn in einer Tempo-30-Zone in der Nähe der Wohnung des Mannes in Remscheid-Süd. Einer der Polizisten wollte den Angeklagten ansprechen, weil er anscheinend viel zu schnell fuhr.

Es folgte die Attacke. Der 39-Jährige wollte nicht erkannt werden: Er saß alkoholisiert am Steuer und besaß keinen Führerschein. Dem Urteil zufolge rettete sich der Polizist mit einem Sprung zur Seite. Er habe keine Verletzungen erlitten, soll aber gestreift worden sein. Der Angeklagte habe nicht einmal gebremst. Der Polizist und eine Kollegin verfolgten den 39-Jährigen und fanden ihn wenige hundert Meter entfernt an seiner Wohnadresse. Bei der Festnahme und später auf der Wache widersetzte sich der Mann. Eine Blutprobe ergab mindestens 1,4 Promille.

Der Angeklagte ist vorbestraft wegen Trunkenheitsfahrten ohne Führerschein. Dass er nun nicht weiter gegen das Urteil kämpft, liegt an seinem Gesundheitszustand: Er befindet sich in einer Suchtklinik und muss anschließend eine Reha durchlaufen. Zudem muss er mit schweren Operationen rechnen. Mit dem nun rechtskräftigen Urteil werde sein Mandant bald eine Ladung zum Haftantritt erhalten. Dem stünden dann aber gesundheitliche Gründe entgegen. Fazit des vorsitzenden Richters: „Irgendwann müssen Sie die zwei Jahre und zwei Monate absitzen.“ Vorerst bleibt er auf freiem Fuß.

Freispruch in einem Verfahren um eine gefährliche Auto-Attacke auf dem Markt in der Remscheider Innenstadt.

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