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Verein gibt NS-Opfer seine Identität zurück

Dank des Vereins Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall hat Karl-Wilhelm Altena einen neuen Grabstein erhalten. Foto: Klaus Blumberg
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Dank des Vereins Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall hat Karl-Wilhelm Altena einen neuen Grabstein erhalten. 

Mehr als 25 Jahre lang schmückte ein falscher Grabstein Karl-Wilhelm Altenas letzte Ruhestätte auf dem Kommunalfriedhof in Ronsdorf.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Seit Anfang Mai ist das anders. Dafür eingesetzt haben sich die Mitglieder des Remscheider Vereins Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall. Sie haben dem NS-Opfer seine Identität zurückgegeben.

Seit 2018 engagiert sich der Verein im ehemaligen Pferdestall der Polizeiwache am Quimperplatz für das Gedenken an Opfer und Täter des Faschismus. Im vergangenen Jahr war dort die Ausstellung „Was damals Recht war“ über lokale Opfer der NS-Militärjustiz zu sehen. Dem Verein war es wichtig, im Zuge der Recherche Altenas Schicksal darzustellen und den falschen Grabstein zu revidieren, erläutert Hans Heinz Schumacher in einer Mitteilung. Er ist der Vorsitzende des Vereins.

Demnach kam Altena am 1. Juli 1911 in Lüttringhausen zur Welt. Als angeblicher Deserteur wurde er im März 1945, sieben Wochen vor Kriegsende, per Standgericht zum Tode verurteilt. Vollstreckt wurde das Urteil am 17. März 1945. Die offizielle Beurkundung seines Todes fand laut den Recherchen des Vereins jedoch erst im Februar 1946 statt.

Die genauen Umstände bleiben wohl unklar

Einen falschen Grabstein bekam Altena jedoch erst im Laufe der 1990er Jahre. Der richtige wurde durch den seines jüngeren Bruders Helmut ersetzt, der allerdings bereits im August 1943 in der Ukraine gefallen war. „Warum der Grabstein vor etwa 25 Jahren abgeändert wurde und es niemand bemerkte, wird wohl nicht geklärt werden können, denn erschwerend kommt hinzu, dass die vollständige Originalakte von Karl-Wilhelm Altena kurz vor den Recherchen 2019 verschwand“, erklären Andrea Blesius und Klaus Blumberg. Beide leiten die historische Arbeit des Vereins.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal ist es den Mitgliedern gelungen, Altena seinen richtigen Grabstein und somit seine „wahre Identität“ zurückzugeben. „Uns ist es wichtig, dass an alle Opfer des Nationalsozialismus ehrenvoll gedacht werden kann. Da gehört eben auch ein richtiger Grabstein dazu“, betont Nick Jannis Schmeißer.

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