Diskothek

Tanzfabrik startet mit neuem Konzept durch

Das Tanzfabrik-Team: (v. l.) Kai Mosner, Anja Gasior und Jozef Plavcak. Es fehlt Plavcaks Partner Goran Trpkovski. Foto: Roland Keusch
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Das Tanzfabrik-Team: (v. l.) Kai Mosner, Anja Gasior und Jozef Plavcak. Es fehlt Plavcaks Partner Goran Trpkovski. 

Die letzte Innenstadt-Disco bietet Mottopartys und Events für alle Altersgruppen – und holt dafür auch Promis nach Remscheid.

  • Seit zwei Jahren gibt es die Tanzfabrik in Remscheid.
  • Zuvor war in der Diskothek der "Sprung" beheimatet.
  • Die Macher der Tanzfabrik wollen Besucher unter anderem mit Mottopartys von den Sofas locken.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Sie gehört einer aussterbenden Spezies an: Die Tanzfabrik Remscheid ist die einzige noch übrig gebliebene Diskothek in der Stadtmitte. Nachdem das Empire am Hauptbahnhof im Dezember geschlossen wurde, bleibt nicht mehr viel für Partygänger, die in Alt-Remscheid tanzen gehen möchten. Da hilft nur die Fahrt ins Déjà-vu nach Lüttringhausen oder in die Alte Schlossfabrik nach Unterburg. Gerade deshalb will das Team von der Nordstraße die Fahne in der Innenstadt hochhalten. Jozef Plavcak, Goran Trpkovski, Anja Gasior und Kai Mosner feiern aktuell das zweijährige Bestehen der Tanzfabrik – und starten mit einem neuen Konzept nun richtig durch.

„Die Mischung macht es“, ist sich Kai Mosner sicher. Der Remscheider, der mit Patrick Ferryn das DJ-Duo „Ferryn & Moses“ bildet, hat viele Kontakte in die Musikszene. Und unterstützt das Team bei der Partyplanung. Während freitags das jüngere Publikum zum Zug kommt, richten sich die Samstags-Events an Ältere. „Da geht es zu wie bei einer guten Geburtstagsfeier oder einer Ü-30-Party“, erklärt Mosner. Das Publikum ist bunt gemischt, zwischen 16 und sogar 74 Jahren alt. Hinzu kommen Mottopartys und Events – zum Beispiel „Remscheid rockt“ am 25. April, präsentiert vom RGA.

Gemeinsam mit Maximilian Süss, erfahrener Veranstalter des Löwenfestivals, starten Mosner und Plavcak zum ersten Mal ein Open Air auf dem Theodor-Heuss-Platz. Keine Geringeren als Buddy („Ab in den Süden“), Ex-DSDS-Zweitplatzierter Mike Leon Grosch, Damae, ehemalige Sängerin des Dance-Musikprojekts Fragma, und die Schlagerband Zeit-Flug geben sich die Ehre. Und natürlich legen Ferryn & Moses auf. Das Beste: Das Open-Air-Festival „Remscheid Rockt“ ist kostenlos. Danach geht es zur Aftershowparty in die Tanzfabrik. Dort präsentieren Ferryn & Moses eine musikalische Zeitreise durch die letzten 40 Jahre in einem Nonstop-Mix. Denn die Tanzfabrik ist mittlerweile zur Homebase der beiden DJs geworden. Ferryn hat früher mit dem Schweizer House-DJ Antoine zusammengearbeitet, der 2011 seinen internationalen Durchbruch mit „Welcome to St. Tropez“ feierte.

Tanzfabrik Remscheid: Gäste haben Mitspracherecht und können Musikwünsche äußern

650 Personen fasst die Disco in Remscheid. Die Ledersitzgruppen sind mit kleinen Steinchen verziert, die Wände, Theken und Einstiege mit verschiedenfarbigen LEDs hinterlegt – der Raum ist groß, offen und lädt in der Mitte unter der blinkenden Kugel zum Tanzen ein.

Das war allerdings nicht immer so. „Wir haben elf Container Holz und Verkleidungen hier rausgeholt“, blickt Jozef Plavcak auf die fünfmonatige Renovierungsphase zurück. Früher war hier „Antons Bierkönig“ und davor der „Sprung“ beheimatet. Die Location habe zuletzt kein gutes Image mehr gehabt, sagt das Team. „Leider bleibt so etwas lange in den Köpfen der Menschen, auch wenn es nun einen neuen Betreiber mit einem neuen Konzept gibt“, sagt Mosner.

Die Szene sei ohnehin schwer umkämpft: Die wenigen Veranstalter, die noch übrig seien, beobachteten sich gegenseitig ganz genau. Und da sich dasAusgehverhalten der Leute aufgrund von Netflix & Co. ohnehin verändert hat, ist es gerade für große Etablissements, die hohe Pachtkosten haben, gar nicht so einfach, sich zu halten.

Und dennoch blickt das Team optimistisch in die Zukunft. Für Jozef Plavcak, der gemeinsam mit seiner Mutter eine Kneipe in Alt-Remscheid führte, hat die Tanzfabrik enormes Potenzial. „Ich war hier früher selbst oft Gast. Ich fand die Location immer toll. Und sie liegt zentral, in nur fünf Minuten ist man am Bahnhof.“ Zwölf Leute vom Türsteher bis zur Reinigungskraft umfasst das Team, das sich selbst als „große Familie“ beschreibt.

Gäste haben übrigens Mitspracherecht: Via Facebook dürfen sie Musikwünsche äußern. 90er-Party, Livemusik – das wünschten sich die Remscheider. Und das bekamen sie. „Ich überlege nun, einen Tag mehr in der Woche aufzumachen“, sagt Plavcak. Eine Sonntagsparty für ältere Gäste mit Musik aus den 60ern bis 80ern schwebt ihm vor. Auch soziale Aktionen wie ein Nikolausevent für Kinder zugunsten eines guten Zwecks will er fortführen. Die Location kann zudem gemietet werden – für Privatleute, Firmen und Veranstalter.

tanz-fabrik-remscheid.de

DIE NÄCHSTEN PARTYS

14. MÄRZ „1-Euro-Party“ mit Getränkeschnäppchen.

21. MÄRZ La Notte Italiana, präsentiert von MG, mit Sänger Stefano Syzer Germanotta aus Italien. Seine Youtube-Videos wurden bereits über fünf Millionen Mal geklickt. Einlass ab 18 Jahren, ab 22 Uhr. Eintritt: 10 Euro.

27. MÄRZ Ü-16-Party ab 21 Uhr.

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