Bundesweiter Warntag

An 94 Stellen heulen heute die Sirenen

Sascha Ploch (v. l.), Katharina Kresse, Barbara Reul-Nocke und Guido Eul-Jordan informierten zum bundesweiten Warntag. Foto: Manuel Böhnke
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Sascha Ploch (v. l.), Katharina Kresse, Barbara Reul-Nocke und Guido Eul-Jordan informierten zum bundesweiten Warntag.

Am Donnerstag um 11 Uhr fand der erste bundesweite Warntag statt.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Um Punkt 11 Uhr heulten heute in Remscheid die Sirenen. Grund zur Sorge bestand deshalb allerdings nicht. Die Stadt hat sich am ersten bundesweiten Warntag beteiligt. „Das ist eine gute Möglichkeit, an die Instrumente, die uns zur Warnung der Bevölkerung zur Verfügung stehen, zu erinnern“, sagt Ordnungsdezernentin Barbara Reul-Nocke.

Ist der Warntag eine neue Erfindung?

Nein. Bereits in den beiden Vorjahren beteiligte sich die Stadt an einer landesweiten Aktion. Nun findet der Warntag jedoch erstmals gleichzeitig in ganz Deutschland statt.

Was ist die Idee hinter dem bundesweiten Warntag?

Die Stadt Remscheid fasst es in einer Ankündigung so zusammen: Das Wissen der Bevölkerung um die Warnung soll geschärft werden. Mit Ende des Kalten Krieges ist das Thema eher in den Hintergrund gerückt, Sirenen wurden sukzessive abgebaut, weiß Sascha Ploch. Er arbeitet bei der Remscheider Feuerwehr in der Abteilung für Gefahrenabwehr sowie Zivil- und Katastrophenschutz. Mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 habe jedoch wieder ein Umdenken eingesetzt.

Wie läuft der Warntag ab?

25 ehren- und hauptamtliche Kräfte der Feuerwehr sind im Einsatz. Sie verteilen sich auf acht Fahrzeuge, an denen jeweils eine mobile Sirene befestigt ist. An 94 Warnpunkten in der Stadt – zum größten Teil ehemalige Sirenen-Standorte – machen sie halt.

Dort geht es los mit einem Dauer-, ehe ein Heulton auf eine fiktive Gefahr hinweist. Zum Abschluss erklingt erneut ein Dauerton zur Entwarnung. Die Sirenen haben eine Lautstärke von 124 Dezibel. Das ist Sascha Ploch zufolge etwa mit einem startenden Düsenjet zu vergleichen. Zwei Stunden dauert es ungefähr, bis die Einsatzkräfte jeden Warnpunkt angesteuert haben, schätzen die Verantwortlichen. Zeitgleich wird eine Meldung in der Warn-App Nina abgesetzt.

Was ist, wenn in meiner Nähe keine Sirene zu hören war?

„Diesen Fall wird es morgen sicher geben. Es besteht aber kein Grund zur Panik“, beruhigt Katharina Kresse. Sie ist Remscheids stellvertretende Feuerwehrchefin. Im Ernstfall haben die Einsatzkräfte die Sirene angeschaltet, wenn sie zu den einzelnen Warnpunkten fahren. Bei der morgigen Übung wird aus Gründen des Gesundheitsschutzes und mit Rücksicht auf die Verkehrssicherheit darauf verzichtet. „Bei uns muss sich niemand melden, wenn er morgen keine Sirene hört“, betont Kresse.

Welches Verhalten ist im Ernstfall nötig?

Ertönen die Sirenen in der Stadt abseits einer Übung, empfehlen die Experten, Ruhe zu bewahren, Gebäude oder die Wohnung aufzusuchen und sich Informationen über „Warnmultiplikatoren“ wie etwa das Lokalradio und die Warn-App Nina einzuholen. Katharina Kresse wirbt für die digitale Anwendung: „Das ist im Ernstfall das Instrument, mit dem wir die Menschen am besten erreichen. Das Smartphone haben die meisten immer bei sich.“

Gibt es in Remscheid auch stationäre Sirenen?

Bisher ist das nicht der Fall, erklärt Feuerwehr-Chef Guido Eul-Jordan. Das soll sich aber ändern. Die hiesigen Retter haben ein entsprechendes Konzept erstellt. Darüber wird nun zunächst verwaltungsintern diskutiert, ehe es seinen Weg in die politischen Gremien findet. Die stationären Anlagen bringen Barbara Reul-Nocke zufolge zwar einen höheren Wartungsaufwand mit sich. Gleichzeitig lassen sie sich jedoch im Ernstfall unmittelbar und mit geringem Personalaufwand von der Feuerwache aus steuern. „Im Notfall können wir uns nicht erlauben, dass 25 Kollegen unterwegs sind, um die Menschen zu warnen. Bei einer realen Lage brauchen wir alle Kräfte im Einsatz“, betont Kresse.

Warnung der Bevölkerung

Am morgigen Warntag heulen probeweise die Sirenen in ganz Remscheid. Im Alltag der Feuerwehr spielen eher punktuelle Warnungen in einzelnen Gebieten eine Rolle. Das war etwa beim Dachstuhlbrand im Sommer an der Büchelstraße oder beim Gefahrguteinsatz bei der Spedition Mäuler im August 2019 der Fall. Denkbare Lagen, die eine Warnung der gesamten Stadt nötig machen würden, wäre Sascha Ploch zufolge etwa ein flächendeckender Wasser- und Stromausfall oder ein GAU im belgischen Atomkraftwerk Tihange.

Die Feuerwehr Remscheid ist mit der Warnapp Nina verbunden: Feuerwehr führt Katastrophen-App ein

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