Neuartiger Virus

Stadt Remscheid bereitet sich auf Coronavirus vor

Apotheker Guido Dasbach und Lydia Kasek (hier mit Spezialmundschutz) verzeichnen eine hohe Nachfrage nach Atemmasken. Foto: Roland Keusch
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Apotheker Guido Dasbach und Lydia Kasek (hier mit Spezialmundschutz) verzeichnen eine hohe Nachfrage nach Atemmasken. 

Das Gesundheitsamt, die Feuerwehr und die Kliniken erneuern ihre Pandemie-Pläne nach dem ersten bestätigten Coronavirus-Fall in Deutschland. Die Nachfrage nach Masken ist auch in Remscheider Apotheken gestiegen.

  • Nach dem ersten bestätigten Coronavirus-Fall in Bayern stellt sich Remscheid auf den Ernstfall ein.
  • Die Nachfrage nach Mundschutzen ist in den Apotheken gestiegen, Mediziner mahnen aber zur Gelassenheit.
  • Für den Fall einer Infektion mit dem neuartigen Virus gibt es einen Pandemie-Plan.

Von Axel Richter

Remscheid. Vor einem neuartigen aggressiven Virus, der rund um den Globus für Todesopfer sorgt, warnt Dr. Frank Neveling, Leiter des Remscheider Gesundheitsamtes, schon lange. Der Coronavirus bereitet ihm deshalb Sorge, bringt er doch alle Voraussetzungen für eine Epidemie weltweiten Ausmaßes mit sich. Nach dem ersten bestätigten Fall in Bayern nahm Neveling Kontakt mit Rettungsdiensten, Kliniken und Apotheken auf. Taucht der Virus in Remscheid auf, soll die Gefahr von Neuinfektionen möglichst gering gehalten werden.

Stadt Remscheid rät: So schützen Sie sich vor SARS-CoV-2

„Der Erreger überträgt sich wie ein Grippevirus. Ich rechne deshalb fest damit, dass er sich weiter ausbreitet“, sagt Neveling im Gespräch mit dem RGA. Für Panik bestehe dennoch kein Anlass. Was angesichts der aktuellen Meldungen über die Lungenkrankheit aus China leicht vergessen wird: In jedem Jahr sterben in Deutschland bis zu 20 000 Menschen an der Grippe, das Robert-Koch-Institut meldet für die vergangene Woche allein 7000 Neuinfektionen. Im Bergischen Land fordert die Influenza regelmäßig bis zu 40 Todesopfer in der bis zum Frühjahr reichenden Grippesaison.

Remscheider Apotheke: Asiate orderte 50 Masken und acht Flaschen Desinfektionsmittel

Guido Dasbach, Inhaber der Vieringhauser Apotheke, mahnt deshalb zur Gelassenheit: „Es gibt sicher keinen Anlass dazu, jetzt nur noch mit dem Mundschutz über die Alleestraße zu laufen.“ Der Apotheker sagt das nicht ohne Grund, denn tatsächlich ist die Nachfrage nach den Masken deutlich gestiegen. Besonders viele fragte ein Asiate am Dienstagvormittag in der Pinguin-Apotheke am Markt nach: 50 Stück orderte der Mann, dazu acht Flaschen Desinfektionsmittel. „Vielleicht fliegt er in Kürze in die Heimat zurück“, sagt Apothekerin Dr. Andrea Ludwig.

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Tatsächlich trugen die Hygienemaßnahmen in Asien wesentlich dazu bei, dass sich die dort grassierende Schweinegrippe vor mehr als zehn Jahren sowie Ausbrüche der Lungenkrankheiten Sars und Mers in Grenzen hielten. Zudem erwiesen sich die Viren als weniger aggressiv als befürchtet. Die Pandemie-Pläne, die die Behörden in Remscheid damals entwickelten, liegen heute noch in der Schublade und werden nun aktualisiert.

„Die Infektionslage ändert sich täglich. Vielleicht haben wir Glück.“
Dr. Frank Neveling, Gesundheitsamt

Erste Adresse im Fall einer Infektion ist das Sana-Klinikum. „Unter Berücksichtigung der aktuellen Risikobewertung durch die Weltgesundheitsorganisation, den Centers of Disease Control and Prevention und dem Robert-Koch-Institut sowie der Erfahrungen, die wir in den Vorbereitungen von Sars und Mers gemacht haben, passen wir unsere Maßnahmen jeweils der aktuellen Situation an“, erklärt Kliniksprecher Stefan Mülders. Mundschutz, Schutzkleidung, Desinfektionsmittel sind Standard. „Zusätzlich finden Schulungen für die Mitarbeiter der Zentralen Notaufnahme statt.“

Im konkreten Fall hieße das: Quarantäne im Einzelzimmer, Ärzte und Schwestern in Schutzkittel, mit Brille und Maske und eine Überführung der Patienten ins Fachkrankenhaus Bethanien in Solingen. Dr. Frank Neveling hofft, dass es nicht so weit kommt. „Die Infektionslage ändert sich täglich“, sagt er. „Das Virus kann mutieren und gefährlicher werden. Er kann sich aber auch abschwächen und verschwinden. Vielleicht haben wir Glück.“

Coronavirus: Das rät der Arzt

  • Hygiene. Wie vor der Grippe schützt auch vor dem neuartigen Coronavirus am besten eine gute Hygiene. Die Gesundheitsbehörden raten deshalb vor allem zum häufigen Händewaschen.
  • Gelassen bleiben. Nicht jedes Erkältungssymptom weist auf das Coronavirus hin. Gestorben sind daran bislang nur Menschen mit Vorerkrankungen.

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Einige Medikamente sind in Remscheid nicht lieferbar: Betroffen vom Engpass sind unterschiedliche Arzneien. Der Remscheider Gesundheitsausschuss beriet Maßnahmen,um mit den Lieferproblemen der Pharmakonzerne umzugehen.

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