Fast 600 Arbeitsplätze

Sona BWL ist vorsichtig optimistisch trotz Insolvenz

Das Sona-Werk in Remscheid. Ob sich die Insolvenz auf die fast 600 Arbeitsplätze auswirkt, steht derzeit noch nicht fest. Foto: Roland Keusch
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Das Sona-Werk in Remscheid. Ob sich die Insolvenz auf die fast 600 Arbeitsplätze auswirkt, steht derzeit noch nicht fest. 

Sona BWL plant Sanierung in Eigenregie. Sanierungsspezialist in die Geschäftsleitung berufen.

  • Der Automobilzulieferer Sona BLW Präzisionsschmiede mit einem Werk in Remscheid hat Insolvenz angemeldet.
  • Ziel des Sanierungskonzepts ist der Erhalt des Geschäftsbetriebes von Sona und somit die Fortführung des Unternehmens.
  • Bereits vor über zehn Jahren war Sona schon mal in Schwierigkeiten.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Der Automobilzulieferer Sona BLW Präzisionsschmiede mit einem Werk in Remscheid hat Insolvenz angemeldet. Diese solle in Eigenverantwortung erfolgen, um das Unternehmen zu sanieren und neu aufzustellen, teilt die Firma mit. Fast 600 Menschen arbeiten in Remscheid für Sona, bundesweit sind es rund 1300.

Sona BLW in Remscheid ist handlungsfähig

„Durch die Anordnung der Eigenverwaltung bleiben die Geschäftsführer der Sona BLW Präzisionsschmiede GmbH weiterhin vollumfänglich handlungsfähig und handlungsbefugt“, heißt es in einem Schreiben an die Gläubiger. Man sei dabei, ein Sanierungskonzept zu erstellen. „Ziel ist der Erhalt des Geschäftsbetriebes und somit die Fortführung des Unternehmens.“

Im Rahmen dieses Prozesses war bereits bei einer Gesellschafterversammlung am 22. Januar Dr. Andreas Stoltze zum Vorsitzenden der Geschäftsführung berufen worden. Stoltze gilt als Sanierungsspezialist in der Automotiv-Branche. 2010 und 2011 war er zum Beispiel als Holding-Geschäftsführer an der Restrukturierung der österreichisch-italienischen Alba-/Novotec Automobilzulieferer-Gruppe beteiligt. Seine Arbeit als Sanierer beim hessischen Automobilzulieferer Kokinetics brachte ihm den vom Verein Aktion Arbeitsunrecht vergebenen Spitznamen „Plattmacher“ ein.

Ob bei Sona BWL in Remscheid Arbeitsplätze gestrichen werden, steht noch nicht fest

Ob in Remscheid oder in den beiden andere Sona-Niederlassungen in Duisburg und München Arbeitsplätze abgebaut werden, steht derzeit noch nicht fest. Die Mitarbeiter seien vorsichtig optimistisch, heißt es aus Gewerkschaftskreisen. „Dass die Insolvenz in Eigenverantwortung abgewickelt werden soll, zeigt ja, dass da ein Konzept hinter stecken muss“, sagt Norbert Lux, zuständiger Betriebsbetreuer bei der IG Metall. „Andernfalls hätte das Gericht dem ja gar nicht zugestimmt.“

Trotzdem müsse man vorerst abwarten, Vorhersagen seien schwierig. „Dass eine Insolvenz auch negative Folgen hat, zumindest in Teilbereichen, damit muss man immer rechnen.“ Man wisse das Unternehmen beim Betriebsrat aber in guten Händen. „Der gewerkschaftliche Organisationsgrad in allen drei Werken liegt bei über 90 Prozent.“

Grundsätzlich sei Sona gut aufgestellt, vor allem biete das Unternehmen gute und am Markt gefragte Produkte, sagt Norbert Lux: „Die Schwierigkeiten liegen eher an der gesamtwirtschaftlichen Situation, vor allem in der Automobilindustrie.“ So würden Hersteller teils bereits produzierte Ware nicht abnehmen.

Vor über zehn Jahren war die Sona BWL Remscheid schon mal in Schwierigkeiten

Über die zukünftige Ausrichtung der Firma ist derzeit wenig bekannt. „Das Unternehmen wird eine Neuausrichtung erfahren, für die nunmehr der Grundstein zu legen ist, um die Firma wieder aus ihrer Krisensituation herauszuführen und zu erhalten“, heißt es knapp in der Firmen-Mitteilung.

Bereits vor über zehn Jahren war Sona schon einmal in Bedrängnis geraten. Bis zu 200 Arbeitsplätze standen damals allein in Remscheid auf dem Spiel, nachdem Ende 2008 die Auftragszahlen einbrachen. Ein mit dem Betriebsrat ausgehandelter Sanierungsplan, der unter anderem Kürzungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld vorsah, brachte die Rettung.

Im Januar hatte der Brand einer Maschine einen Feuerwehreinsatz bei der Firma Sona ausgelöst. Rund 300 Mitarbeiter der Sona BLW Präzisionsschmiede GmbH sowie des Werks 1 der Leistritz Turbinentechnik GmbH hatten sich 2019 an den Warnstreiks in der Eisen- und Stahlindustrie beteiligt.

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