Öffnung nach dem Shutdown

Schulen wappnen sich für eine Teilöffnung

Thomas Benkert präsentiert die Beschilderung für die Einbahnregelung im Röntgen-Gymnasium. Foto: Roland Keusch
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Thomas Benkert präsentiert die Beschilderung für die Einbahnregelung im Röntgen-Gymnasium. 

Rögy führt Einbahn-System ein. Zehntklässler und Abiturienten bereiten sich ab Donnerstag auf Abschlussprüfungen vor.

  • Mehr als 500 Schüler in Remscheid stehen vor dem Abitur.
  • Zehntklässler, die vor dem Abschluss stehen, müssen keine zentrale Prüfung schreiben, sondern bekommen Klassenarbeiten von ihren Lehrern gestellt.
  • Hygiene ist laut Stadt gewährleistet; Kontaktflächen werden täglich gereinigt.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Für mehr als 1000 junge Remscheider enden am Donnerstag fünfeinhalb Wochen ohne Schulbesuch. Dass sich Zehntklässler und Abiturienten auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten können, ist der erste Schritt zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs, den das zuständige NRW-Ministerium vorgegeben hat. In Remscheid laufen die Vorbereitungen dafür auf Hochtouren.

„Die Entscheidung hat uns nicht überrascht“, sagt Rainer Schulz. Der Leiter des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums befürwortet, dass der Fokus zunächst auf den nahenden Abschlüssen liegt. Seit Mitte März stehen die Lehrkräfte digital mit den Schülern in Kontakt – zum Teil auch in den Osterferien. Nun vergehen weitere drei Wochen, bis die Abi-Prüfungen starten. „Damit haben die Abiturienten trotz dieser schwierigen Situation rund acht Wochen Zeit, sich intensiv auf die Prüfungen vorzubereiten“, rechnet Schulz.

An Gymnasien und Gesamtschulen streben laut Schulamtsleiter Arndt Liesenfeld 2020 mehr als 500 Remscheider das Abitur an. Für sie ist der Schulbesuch ab kommendem Donnerstag nicht verpflichtend – sie können sich auch zu Hause vorbereiten. Anders ist das bei den Schülern, die auf den Abschluss nach der zehnten Klasse hinarbeiten. Den erreichen sie in diesem Jahr nicht nach einer Zentralen Prüfung, sondern nach einer Klassenarbeit, die ihre Lehrer vor Ort erstellen.

Seit dem letzten Unterricht wurden die Schulen ausgiebig gereinigt

Für Abiturienten wie Zehntklässler gilt, dass für sie kein normaler Unterricht geplant wird. Vielmehr geht es darum, das Angebot auf die Kernfächer zu konzentrieren. Am EMA- und dem Röntgen-Gymnasium werden die Schüler zum Beispiel gezielt und auf ihre Bedürfnisse angepasst in ihren Abiturfächern vorbereitet. Thomas Benkert, kommissarischer Rögy-Schulleiter, rechnet damit, dass viele seiner Schüler das Angebot annehmen werden.

„Nun ist es an den Schulen, Konzepte zum Einhalten der nötigen Abstände zu entwickeln“, sagt Arndt Liesenfeld. Um dem gerecht zu werden, wollen die Schulen die Kurse aufteilen. „Genug Platz haben wir ja, solange die anderen Stufen nicht hier sind“, sagt Benkert. Am Röntgen-Gymnasium hat man sich noch etwas Besonderes einfallen lassen: Dort gibt es in den Gängen und Treppenhäusern eine Einbahnregelung, die gewährleistet, dass die Schüler sich nicht zu nah kommen. Seit gestern gibt es entsprechende Schilder in dem Gebäude.

Mit Blick auf die Hygiene wird das städtische Gebäudemanagement tätig. Dessen Chef Thomas Judt sagt: „In der Zeit seit dem letzten Unterrichtstag wurden die Schulen ausgiebig gereinigt. Zudem stehen genügendFlüssigseife und Papier-Einmalhandtücher zur Verfügung.“ Darüber hinaus hat das Gebäudemanagement in Absprache mit dem Gesundheitsamt die Reinigungspläne für die Schulen überarbeitet. Handkontaktflächen wie Tische, Türklinken, Handläufe oder Waschbecken werden fortan täglich gereinigt.

Wie sich die aktuelle Lage in Remscheid entwickelt, lesen Siein unserem Live-Blog.

STANDPUNKT: Ein erster Stresstest

Von Manuel Böhnke

manuel.boehnke@rga.de

Die diesjährigen Schulabgänger sind nicht zu beneiden. Wohl nie fand in den vergangenen Jahrzehnten die Vorbereitung auf Abschlussprüfungen unter so außergewöhnlichen Vorzeichen statt. Deshalb ist es gut, dass sie ab der kommenden Woche noch einmal intensiv in den Schulen gemeinsam lernen können. Und die Maßnahme scheint auch aus Sicht des Infektionsschutzes vertretbar zu sein. Nicht zuletzt, weil die Schulleiter mit Blick auf die Abstandsregeln Kreativität beweisen und es striktere Hygienevorgaben gibt.

Doch die Teilöffnung kommende Woche und die Anfang Mai geplante Rückkehr der Viertklässler in die Grundschulen sind nur ein erster Stresstest. Sicherheitsabstand im vollen Bus zur Schule oder im Klassenraum bei 25 Mitschülern? Lehrer, die zur Risikogruppe gehören? Es erfordert viel Fantasie, sich aktuell einen Vollbetrieb der Remscheider Schulen zu Coronazeiten vorzustellen. Hoffentlich lassen sich aus der Teilöffnung erste Schlüsse ziehen.

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