Wintereinbruch

Schneefall in Remscheid: Lkw behindert Feuerwehr

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Der Schnee sorgte für viele rutschige und glatte Straßen. Daher staute sich am Mittwochmorgen der Verkehr. Im Bild: der Zentralpunkt.

Bis zum Mittag gab es Probleme auf den Straßen. Die Polizei musste zu 18 Unfällen ausrücken.

  • Laster blockierten in Remscheid die Zufahrt der Hauptwache der Feuerwehr.
  • Räumfahrzeuge standen in Remscheid genauso im Stau wie alle anderen auch.
  • 18 Unfälle zählten die Einsatzkräfte bis zum Nachmittag im Stadtgebiet.

Von Sven Schlickowey, Axel Richter, Leon Hohmann und Andreas Weber

Mit dem ersten Schneeeinbruch des Winters 2019/20 wurde die Feuerwehr am frühen Morgen kurzfristig schachmatt gesetzt. Laster blockierten die Zufahrt der Hauptwache. Als der Wachhabende Markus Schwarz gegen 6.50 Uhr kurz vor dem Schichtwechsel eintraf, hatten drei Brummis die Straße Auf dem Knapp quasi „dicht gemacht“. Zwei Lkw hatten sich auf der glatten Fahrbahn bergauf festgefahren, ein holländischer Lkw-Fahrer, der die beiden überholen wollte, verschätzte sich, blieb ebenfalls hängen und sorgte dafür, dass nichts mehr ging.

Erster Schneeeinbruch des Winters setzte Remscheid kurzfristig schachmatt

Mit dem Rüstwagen zogen die Feuerwehrleute den Niederländer an den Rand und machten die Straße frei. Weitere Wintereinsätze blieben bis mittags, als der Schneefall aufhörte, aus. Es folgte das normale Tagesgeschäft mit Rettungsdiensteinsätzen und einer Alarmierung wegen „Person hinter verschlossener Tür“.

Viel stärker vom Schneefall betroffen waren hingegen die Technischen Betriebe (TBR), die für den Winterdienst in der Stadt verantwortlich sind. „Ungünstig war, dass es bis 4 Uhr noch geregnet hatte und der Schnee dann genau im Berufsverkehr liegen blieb“, sagte Michael Sauer, zuständiger Geschäftsbereichsleiter bei den TBR. Denn im Berufsverkehr ständen die Räumfahrzeuge genauso im Stau wie alle anderen auch. „Wir haben gelbes Licht und kein blaues und stellen uns dann brav hinten an.“

Schneemengen waren in Remscheid zu groß, um sie wegzustreuen

Ab 4 Uhr war der Räumdienst der Technischen Betriebe im Einsatz, berichtete Geschäftsbereichsleiter Michael Sauer.

Früh am Morgen habe man entschieden, Pflüge an die Fahrzeuge anzubringen, berichtete Sauer. „Die Schneemengen waren einfach zu groß, um sie wegzustreuen.“ So habe man die Situation aber bald in den Griff bekommen. „Wir hatten Glück, dass es keinen Bodenfrost gab.“ Bis in den Nachmittag hinein waren die TBR-Fahrzeuge unterwegs, am Abend dann noch einmal, um zumindest die Hauptstrecken abzustreuen. „Wenn es nachts überfriert, kommen zumindest die Busse durch“, sagte Michael Sauer am Mittwochnachmittag, während er gleichzeitig den nächsten Einsatz seiner Leute plante: „Ab 3 oder 4 Uhr werden wir wohl wieder anfangen.“

Auch die Polizei hatte alle Hände voll zu tun. 18 Unfälle zählten die Einsatzkräfte bis zum Nachmittag im Stadtgebiet. In allen Fällen blieb es bei Blechschäden, berichtete ein Sprecher auf Nachfrage. Niemand sei bei den Zusammenstößen verletzt worden. Die Zahl der Unfälle sei deutlich höher als an normalen Tagen, so die Einschätzung der Polizisten.

Im morgendlichen Berufsverkehr ging in Remscheid zeitweise fast gar nichts mehr

Im morgendlichen Berufsverkehr ging zeitweise fast gar nichts mehr. Auf der Autobahn 1 lief es zwischen Langerfeld und Remscheid morgens nur sehr zäh. Zehn Kilometer lang war der Stau, der Verzögerungen von mehr als 30 Minuten mit sich brachte. Und auch die Busse der Stadtwerke steckten fest: Bis zum Mittag habe es viele Verspätungen und auch einige Ausfälle gegeben, berichtete Verkehrsmeister Christian Johannsen. Der festgefahrene Schneematsch machte es den großen Fahrzeugen schwer, Steigungen zu befahren. „Häufig kommen wir auch nicht durch, wenn andere Verkehrsteilnehmer unsere Busse blockieren“, sagte er.

Wer in Parks und Wäldern in diesen Tagen unterwegs ist, sollte sehr vorsichtig sein. Markus Wolff, Leiter des Stadtforstamtes, empfiehlt daher, diese Bereiche zu meiden. Der Boden sei aufgeweicht, die Bäume schon von Stürmen geschwächt. Jederzeit müsse mit umstürzenden Bäumen gerechnet werden.

WETTERVORHERSAGE

AUSBLICK Für den heutigen Donnerstag kündigt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Essen Schnee oberhalb von 200 Metern mit entsprechender Glätte an. Höchsttemperatur: 3 bis 6 Grad. Zum Wochenende hin soll es wieder wärmer werden. Die Wetterexperten rechnen mit bis zu 13 Grad. Während es am Freitag weitgehend trocken bleiben soll, könnte es am Samstag gebietsweise schauerartigen Regen und starke Windböen geben.

Artikel vom 26.2.2020

Remscheid. Der Schneefall sorgte am Mittwochvormittag für Probleme auf den Remscheider Straßen. Bis 8 Uhr zählte die Polizei bereits ein Dutzend Unfälle. „Gar nicht mal so wenig und deutlich mehr als an trockenen Tagen“, sagte Polizeisprecher Stefan Weiand. Gerade an Steigungen blieben oft Lkw hängen. Bis zum Mittag zählte die Polizei 18 wetterbedingte Unfälle in Remscheid. Glücklicherweise blieb es bei Blechschäden.

Probleme gab es zum Beispiel auf der Neuenkamper Straße oder zwischen Lennep und Lüttringhausen. Der Winterdienst war zwar frühzeitig unterwegs, kam wegen liegengebliebener Fahrzeuge aber teilweise nur schlecht durch.

Erhebliche Probleme gab es im Busverkehr. „Wegen Schnee- und Eisglätte kommt es im gesamten Liniennetz zu erheblichen Verspätungen und Fahrtausfällen“, teilten die Stadtwerke Remscheid mit. Mehrere Haltestellen und Linienabschnitte konnten nicht angefahren werden.

Der Deutsche Wetterdienst hat seine Warnung vor leichtem Schneefall inzwischen aufgehoben. Dennoch kann es stellenweise noch glatt auf Remscheids Straße sein. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden sollten Autofahrer und Fußgänger entsprechend vorsichtig sein. gf

Die Polizei stellte am Dienstag im Jahresverkehrsbericht die Unfallzahlen des vergangenen Jahres vor.

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