Riesenseeadler

Wieder da: Grobi ist zurück in Remscheid

Riesenseeadler Grobi sitzt am Sonntag, 16. Mai, in seinem Gehege der Falknerei Bergisch Land in Remscheid-Grüne.
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Grobi ist zurück in seinem Gehege - etwas zerzaust, aber wieder gut aufgepäppelt.

Grobi, der ausgebüxte Riesenseeadler, durfte diesmal fahren statt fliegen - und ist wieder in Remscheid gelandet.

+++Update vom 16. Mai, 17 Uhr+++

Die Archivbilder, die Grobi Kopf an Kopf mit seiner Besitzerin Carola Schossow zeigen, ließen sich am Sonntag Mittag beim ersten Wiedersehen nach 35 Tagen nicht nachstellen. Der ausgebüxte Riesenseeadler ist zwar wohlbehalten zurück von seinem Ausflug ins über 1000 Kilometer entfernte Budapest, war aber buchstäblich so durch den Wind, dass er daheim in seiner Voliere in der Falknerei Bergisch Land in der Hofschaft Grüne vor allem eins benötigt: „Er soll sich erst einmal ausruhen“, kündigte Carola Schossow nach der großen Flatter an, die bundesweit Schlagzeilen gemacht machte.

Um 6 Uhr morgens fand an der A 3 bei Neuwied die Übernahme statt

Karsten Schossow und seine Frau waren glücklich, dass seine Drei-Länder-Tournee (Deutschland, Österreich und Ungarn) ein Happyend gefunden hatte. Auf dem Rückweg aus dem Budapester Zoo, wo ihm zwischenzeitlich Asyl gewährt worden war, nahm er diesmal den Land- und nicht den Luftweg. Eine Neuwieder Firma, spezialisiert auf internationale Zoo-Transporte, hatte Grobi in einer Transportkiste mitgenommen und in einer zwölfstündigen Nachtfahrt Richtung Heimat befördert.

Am Sonntagfrüh fand sich Karsten Schossow um 6 Uhr zu einem Treffpunkt an der A 3 ein, wo er den Riesenseeadler übernahm, und das letzte Stück mit seinem Fahrzeug zum Vogelpark in Grüne kutschierte. Begleitet war die Rückholaktion von großem medialen Interesse von Printmedien und Fernsehsendern, das bis zu seiner großen Voliere in der Falknerei reichte.

Grobi soll sich erst einmal ausruhen.

Carola Schossow, Falknerei

Grobi, desen Flügel eine Spannweite von 2,50 Meter besitzen, befindet sich mitten in der Mauser, dem Austausch seines Federkleids, einem natürlichen, jährlichen Prozess. Um 7 Uhr wieder angekommen in seinem Gehege, gab es für den Riesenseeadler nach der Odyssee erst einmal ein Fisch-Frühstück. Grobi wirkt, so Carola Schossow, gut genährt, was wohl auch daran lag, dass er in dem Wildtierrettungszentrum des Budapester Zoos eine entsprechende Betreuung und tierärztliche Behandlung erfahren hatte.

Ein Krähen-Angriff könnte der Grund für Grobis Verschwinden sein

Als Grund für sein Verschwinden war gemutmaßt worden, dass Grobi trotz seiner stattlichen Gestalt eher schreckhafte Tier von Krähen angegriffen worden war und geflohen war. Nachdem er am 12. April Reißaus genommen hatte, gab es zunächst keinen Hinweis, welche Himmelsrichtung der Riesenseeadler eingeschlagen haben könnte.

Erstmals wurde er danach in Österreich gesichtet, später im Nationalpark Örseg unweit der österreichischen Grenze bei Graz von Rangern eingefangen. Zwischenzeitlich hatten sich die Schossows echte Sorgen gemacht, dass ihr die Freiheit nicht gewohntes Prachtstück verhungert sein könnte. Das Jagen hat er nie gelernt.

Der natürliche Lebensraum der Riesenseeadler sind die Flüsse und Küsten am Pazifik in Russland, ihre wichtigsten Überwinterungsgebiete liegen in Japan. Grobi ist in der Falknerei Bergisch Land groß geworden, lebt dort in einer Voliere, muss aber auch frei fliegen. „In den vergangenen sechs Jahren ist es nur ein anderes Mal vorgekommen, dass Grobi das Weite gesucht hat und eine Suchaktion gestartet werden musste“, meint Carola Schossow.

Vergangenes Jahr hatte es nur neun Tage gedauert, bis der Greifvogel an seinen angestammten Platz zurückgekehrt war, wohin ihn normalerweise allein die sichere Futterversorgung immer wieder zurücktreibt. Ein paar Tage soll er nun in seiner Voliere Kraft tanken, dann wieder Ausflüge unternehmen dürfen.

Grobi bekommt einen neuen Sender ans Bein

„Auf jeden Fall haben wir einen neuen Sender bestellt“, kündigt die Falknerei-Inhaberin an. Diesen Sender, der sonst die Fährte zu ihm ermöglicht hätte, war wohl von Grobi mit seinem gelben Schnabel von seinem Bein abgebissen worden auf seiner langen Reise in den Südosten Europas.

Riesenerleichterung bei der Inhaberin der Falknerei Bergisch Land: Carola Schossow mit ihrem Riesenseeadler Grobi.

Seit mehr als zehn Jahren betreiben Carola und Karsten Schossow die Falknerei Bergisch Land in Grüne. Dort leben 46 Vögel. Neben Greifvögeln wie Falken und Adler auch Eulen und Geier. Nachwuchs gab es gerade bei den Gänsegeiern.

+++Update, 2. Mai, 14.15 Uhr+++

Remscheid/ Budapest. Zum Aufpäppeln gab es ein erstes Huhn. Denn Adler Grobi hat auf seiner langen Reise einiges an Gewicht verloren. Dafür ist er nun in Sicherheit. Wie Carola Schossow, Chefin der Falknerei Bergisches Land, berichtet, konnte ihr Schützling eingefangen werden und befindet sich aktuell im Zoo von Budapest. „Wir sind sehr erleichtert“, sagt die Remscheiderin: „Er ist dort gut untergebracht.“

Wie berichtet, war der Riesenseeadler den Schossows vor annähernd zwei Wochen davongeflogen. Nicht zum ersten Mal, doch konnte das Tier bei seinen zurückliegenden Ausflügen meist nur wenige Kilometer entfernt aufgegriffen werden, zum Beispiel in Radevormwald. Nun aber hatte sich Grobi auf eine längere Flugreise eingelassen. Zunächst wurde er im österreich-ungarischen Grenzgebiet auf österreichischer Seite gesichtet, dann in der Orség-Region, die an Österreich und Slowenien grenzt. Insgesamt legte Grobi damit mehr als 1000 Kilometer zurück. Die forderten offensichtlich ihren Tribut. Wie ein ungarischer Tierarzt den Schossows berichtet, sei ihr Vogel ziemlich mager geworden. Es wird mithin nicht bei dem einen Huhn bleiben, das der Adler vertilgt. Zugleich überlegen die Schossows, wie sie Grobi wieder zurück ins Bergische Land bekommen. Möglicherweise tritt er den gleichen Rückweg an. Dann aber mit den Schossows in einem Flugzeug. ric

+++Update 30. April+++ Grobi wurde in Ungarn gesichtet. Wie der Riesenseeadler nach Remscheid zurückkommt, ist unklar.

Remscheid/Ungarn. Grobi ist wieder aufgetaucht. Der Riesenseeadler, der aus der Falknerei Bergisch Land ausgebüxt war, wurde in einem Nationalpark im Südwesten Ungarn gesichtet. Das Tier sei gesund und gefüttert worden, berichtet Carola Schossow von der Falknerei, eingefangen sei es aber bisher nicht.

Grobi war vor gut zwei Wochen weggeflogen, diesmal aber nicht wie sonst meist nach wenigen Tagen zurückgekehrt. Deswegen hatte das Falknerei-Team eine Suchaktion gestartet, über die auch der RGA berichtete und die auf eine hohe Resonanz in der Bevölkerung stieß. Weil sich der Riesenseeadler hauptsächlich von Fisch ernährt und deswegen im Bergischen gute Bedingungen vorfindet, war Carola Schossow davon ausgegangen, dass Grobi sich noch in der Region aufhält. Allerdings hatte der Vogel wohl die guten thermischen Bedingungen der letzten Tage genutzt, um die rund 1000 Kilometer Entfernung in die Orség-Region, die im Westen an Österreich und Slowenien grenzt, zurück zu legen.

Wie Grobi nun den Weg zurück nach Remscheid findet, ist derzeit noch unklar, auch wegen der Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie. wey

Artikel vom 28. April

Riesenseeadler „Grobi“ weilt offenbar in Österreich

Remscheid. Zumindest haben ihn eine Jägerin und ein Falkner dort gesehen und ein Foto auf Facebook gepostet – was eine Welle der Hilfsbereitschaft auslöste. Zig Nutzer kommentieren, teilten und verwiesen auf die Remscheider Falknerei. „Es könnte tatsächlich sein, dass er es ist“, sagt Besitzerin Carola Schossow. Die Tiere lebten schließlich in Russland und überwinterten in Japan – da seien die etwa 1000 Kilometer ein Klacks. „Laut einem befreundeten Piloten war die Thermik in den letzten zwei Wochen so gut, dass er locker bis nach Österreich fliegen könnte.“

Der dortige Falkner versuche Grobi nun einzufangen. „Sobald ich weiß, dass er es tatsächlich ist, fahre ich sofort los“, sagt Schossow. Leider hätten die vielen Meldungen zuletzt nicht zum Erfolg geführt. „So viele Telefonate habe ich noch nie geführt“, sagt Schossow. Oft handelte es sich aber um Bussarde oder Milane, und nicht um Grobi. -mw-

Artikel vom 24.4.2021: Grobi ist aus der Falknerei Bergisch Land ausgebüxt

Wo ist Grobi? Besitzer hoffen auf Fotos

Riesenseeadler Grobi ist immer noch nicht zurück. Und Carola Schossow von der Falknerei Bergisch Land bittet deswegen auch weiterhin alle, die Augen aufzuhalten.

Remscheid. Wer den riesigen Vogel mit 2,50 Meter Spannweite sieht, möge sich bitte melden. „Wichtig wäre, wenn möglich, ein Foto“, sagt Schossow. „Zurzeit kreisen die Milane, die haben 1,70 Meter Spannweite, das kann man leicht verwechseln.“

Vor bald zwei Wochen ist Grobi ausgebüxt, diesmal aber nicht wie sonst nach wenigen Tagen wieder zurückgekehrt. Carola Schossow vermutet, dass sich der Adler noch in der Region aufhält, hier gebe es so viele Seen und Bäche, dass sich das Tier heimisch fühlen könnte. So sei dann auch die Chance am größten, dass Grobi sich in der Nähe eines Gewässers aufhält – er ernährt sich nämlich am liebsten von Fisch.

Vor zwei Jahren war der Riesenseeadler schon einmal neun Tage lang ausgebüxt, die Falkner fanden ihn schließlich deutlich abgemagert. „Er wird wohl versuchen, Fisch zu fangen“, sagt Carola Schossow. Vielleicht fresse er auch Aas oder Frösche. „Irgendwas wird er schon finden.“ -wey-

Hinweise gerne per WhatsApp an Tel. (0174) 1 72 58 93.

Artikel vom 19.4.2021

Riesenseeadler wird zum Star auf Twitter

Spaß-Account des ausgebüxten Greifvogels hat auf Twitter immer mehr Follower.

Von Sven Schlickowey

Mehr als 700 Follower in weniger als 24 Stunden: Riesenseeadler Grobi(e) wird zum Internet-Phänomen.

Remscheid. Remscheid hat einen neuen Social-Media Star – auch wenn der noch gar nichts davon weiß und vermutlich gerade eher an einem Bach sitzt und auf Fische schielt: Der wieder einmal ausgebüxte Riesenseeadler Grobi aus der Falknerei Bergisch Land entwickelt sich zum Internet-Phänomen. Auch dank eines eigenen Twitter-Accounts, auf dem mal Lebensweisheiten („Wenn dein einziges Werkzeug ein riesiger Schnabel ist, sehen alle Probleme aus wie leckere kleine Fische“) und mal Playlists (unter anderem „Fly Away“ von Lenny Kravitz) geteilt werden.

Dahinter steckt aber natürlich weder Grobi selbst noch seine Halter von der Falknerei, sondern eine Gruppe aus Wuppertal um den Autor Lukas Diestel. Sonntagabend habe er den Account spontan ins Leben gerufen, berichtet Diestel, nicht zuletzt inspiriert durch den grimmigen Blick des Vogels: „Das war wohl auch die Lust, so etwas mal komplett bei Twitter auszuschlachten.“ Die Inhalte wiederum steuern die Mitglieder einer „WhatsApp-Gruppe mit medienaffinen Freunden und Freundinnen aus dem Bergischen Land“ bei, erklärt der Wuppertaler: „Ich weiß auch nicht genau, wer hinter welchem Tweet steckt.“

Dem Netz schient es egal zu sein, Grobi – im Accountnamen „Grobie“ geschrieben – wurde auf dem Kurznachrichtendienst mit offenen Armen empfangen. Allein am Montagvormittag verdoppelte sich die Zahl der Follower fast. Und sie steigt weiter. Der leicht schräge Humor des Greifvogels scheint anzukommen.

Da gibt es Anspielungen auf die griechische Mythologie („Grad so nen Typen mit Wachsflügeln mega nah an der Sonne gesehen.“), die Bitte um ein Alibi, um an der Nordsee ein paar Krabbenbrötchen zischen zu können, und am Sonntagabend stellt der Vogel fest: „Ausgangssperre für Menschen ab 21 Uhr die Straßen gehören jetzt den Riesenseeadlern“.

Remscheid: Tweets von Grobi(e) lenken von der Corona-Situation ab

Dass das so gut ankommt, überrascht die Macher hinter dem Account ein wenig. Lukas Diestel, der bei Twitter selbst immerhin mehr als 9000 Follower, neidet seiner Schöpfung den schnellen Erfolg aber nicht: „Der kann gerne so viele Follower bekommen, wie er mag.“ Es sei schön, dass sich Leute von den Tweets von der derzeitigen Situation ablenken lassen: „Das ist mal was anderes.“

Wie es mit Vogel und Twitter-Account weitergeht, weiß Diestel bisher noch nicht: „Einen Plan haben wir eigentlich nicht.“ Ohnehin gehe es jetzt erst einmal darum, dass Grobi wohlbehalten aufgefunden werde: „Wir hoffen natürlich alle, dass es ihm gut geht.“ Ist der Adler zurück in der Falknerei, sei wohl auch der Spaß auf Twitter vorerst vorbei, sagt Lukas Diestel: „Aber wer weiß, vielleicht haut er ja noch mal ab.“

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