„Eine kleine Zahl“

In der Remscheider JVA sind gezielte Angriffe nicht zu verhindern

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Die Zahl der Angriffe auf Mitarbeiter sei nicht gestiegen, sagt Katja Grafweg.

Bericht spricht von Angriffen in der JVA. Dort nimmt man die Vorfälle ernst, zu verhindern seien sie aber nicht.

  • In Remscheid ereigneten sich zwei dieser Fälle.
  • Einem Vollzugsbeamten mit der Faust ins Gesicht geschlagen.
  • Es gibt in Remscheid keinen Anstieg an Übergriffen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Neunmal wurden im vergangenen Jahr Bedienstete in einer nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalt von Inhaftierten gezielt angegriffen. Zwei dieser Fälle ereigneten sich in Remscheid. Das steht in einem Bericht des Justizministeriums. „Das sind natürlich Dinge, die hier schwer wiegen“, sagt Katja Grafweg, Leiterin der Remscheider JVA. „Aber das ist nichts, was den Strafvollzug überschattet.“

In zwei Fällen hatten Gefangene einem Vollzugsbeamten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Ein Mitarbeiter fiel danach zwei Tage mit einer geschwollenen Nase aus, der andere einen Tag, um eine mögliche Verletzung abzuklären.

Anzahl der Übergriffe in einem Jahr ist klein

Ganz auszuschließen seien solche Vorfälle nicht, sagt Katja Grafweg. Die Bediensteten seien zwar geschult, vor solchen unerwarteten Übergriffen könne man sich aber kaum schützen. „Das ginge nur, wenn man ständig eine Armlänge Abstand halten würde.“ Doch das sei im deutschen Strafvollzug nicht gewünscht. „So etwas würde den Behandlungsvollzug unmöglich machen.“

Angesichts von täglich mehreren hunderten direkten Kontakten zwischen Vollzugsbeamten und Inhaftierten, seien zwei Übergriffe in einem Jahr „eine kleine Zahl“, betont Grafweg. Und während die Zahl der Angriffe auf Polizisten und Feuerwehrleute zuletzt zugenommen habe, seien Justizvollzugsbeamte davon nicht im gleichen Maße betroffen: „Bei uns gibt es keinen Anstieg dieser Übergriffe.“

Trotzdem macht die JVA-Leiterin deutlich, dass sie jeden Einzelfall sehr ernst nimmt, denn jedes Mal werde das Vertrauensverhältnis zwischen Bediensteten und Inhaftierten empfindlich gestört. „Das hat Wirkung“, sagt Grafweg. Entsprechend reagiere die Anstalt. Neben einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gebe es ein internes Hausstrafverfahren, berichtet Katja Grafweg. Dessen Höchststrafe sei eine Arreststrafe, für die der Gefangene in einen „sehr sparsam ausgestatten“ Haftraum verlegt werde: „Ein Bett, ein Stuhl, ein Tisch – mehr gibt es dort nicht.“ Zudem herrsche Rauchverbot. „Das verhängen wir immer, wenn ein Mitgefangener oder ein Bediensteter angegriffen wird“, sagt Katja Grafweg.

In beiden Fällen wurde der Inhaftierte verlegt

Außerdem seien die beiden Strafgefangenen in diesen Fällen in andere Anstalten verlegt worden, so Grafweg. Auch um eventuellen Verdächtigungen wegen angeblicher Repressalien durch die Mitarbeiter zuvorzukommen. Katja Grafweg: „Damit nehmen wir den Inhaftierten und den betroffenen Bediensteten aus der Schusslinie.“

Vor einigen Tagen hat ein Drogenfund in der JVA Remscheid zu einem Strafbefehl geführt. Der Anwalt kritisierte das, doch die Justiz sah keinen Spielraum.

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