Rosenmontagszug in Lennep

Polizei zieht alkoholisierte Jugendliche aus dem Verkehr

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Das Ordnungsamt zeigte massiv Präsenz in der Lenneper Altstadt. 30 Kräfte waren während des Zuges im Einsatz.

Rund um den Rosenmontagszug in Lennep gab es wieder zahlreiche Einsätze von Polizei und Ordnungsamt.

Von Axel Richter

Remscheid. Der junge Mann vom „Swat-Team“ hielt für geraume Zeit einen Baum umarmt, weshalb Polizei und Ordnungsamt auf ihn aufmerksam wurden. Die Party im Hardtpark, wo sich zum Ende des Rosenmontagszuges wieder einige hundert Jugendliche zum Feiern trafen, endete für den als Mitglied einer Polizeispezialeinheit verkleideten Teenager deshalb auf einem Feldbett im Röntgen-Museum.

Dort, am Rande der Altstadt, hatten die Behörden auch in diesem Jahr ihre Auffangstation für Alkoholleichen aufgeschlagen. 20 minderjährige Jungen und Mädchen holten sie bis 20 Uhr von der Straße, um sie danach ins Krankenhaus zu bringen oder den zumeist peinlich berührten Eltern zu übergeben.

Noch bevor sich der Rosenmontagszug in Bewegung gesetzt hatten, bekam es eine Streife bei einer Personenkontrolle an der Kreuzung von Wupper- und Kölner Straße mit drei aggressiven jungen Männern zu tun. Das unverkleidete Trio schlug auf die Polizisten ein. „Die haben noch um sich getreten, da hatten sie bereits Handschellen an“, berichtet Thomas Book, Chef der Polizeiinspektion Remscheid. Die übrigen Begegnungen zwischen den Uniformieren und den Feiernden verliefen friedlicher. Auch als Polizei und Ordnungsamt den Hardtpark gegen 18.45 Uhr räumten. Für viele Anwohner bleibt die Party indes ein wiederkehrendes Ärgernis. Lutz Schöne gehört dazu. Erneut musste der Lkw-Fahrer erleben, wie Verkleidete sich in seinem Vorgarten erleichterten. Weil eine Hecke ihnen als Deckung diente, hat er sie gerodet. Ergebnis: „Die pinkeln trotzdem hier hin.“

Die jüngsten Alkoholleichen waren 12 Jahre alt

Die uniformierten Teams – die Polizei stellte für den Rosenmontagszug 50, das Ordnungsamt 30 Einsatzkräfte – erwischten einige Wildpinkler, beließen es zumeist aber bei einer ernst gemeinten Ermahnung. Erst im Wiederholungsfall oder bei gänzlicher Uneinsichtigkeit wurde ein Bußgeld von 50 Euro fällig.

Im „Dreibettzimmer“, wie Frank Neveling, Leiter des Remscheider Gesundheitsamtes, seine drei Pritschen im Röntgen-Museum scherzhaft nannte, häuften sich unterdessen die Ausfälle. Der Erste war dort bereits gegen 14 Uhr zu liegen gekommen. Mit 1,63 Promille stellte er zugleich den Trunkenheitsrekord auf.

Zwei Jugendliche musste Neveling ins Krankenhaus bringen lassen. Die jüngsten Alkoholleichen waren übrigens 12 Jahre alt, die ältesten 17. Zwischenzeitlich kümmerten sich die Ordnungskräfte im Röntgen-Museum sogar um drei 10-Jährige. Die aber hatten im jecken Getümmel nur ihre Eltern verloren.

STANDPUNKT: Hinsehen zahlt sich aus

Von Axel Richter

Natürlich spielte der Regen den Ordnungskräften in die Hände. Dennoch lässt sich angesichts des überschaubaren Einsatzgeschehens sagen: Die massive Präsenz, die Polizei und Ordnungsamt seit einigen Jahren beim Rosenmontagszug zeigen, ist nicht ohne Wirkung geblieben. Natürlich bleiben vor allem die Wildpinkler ein Ärgernis. Insgesamt aber verläuft die Veranstaltung heute störungsfreier und friedlicher als noch vor einigen Jahren. 

Erinnert sei an wirklich unangenehme Szenen Anfang der 2000er Jahre als Komasaufen unter Jugendlichen Trend wurde. Auf den darauf folgenden gesellschaftlichen Aufschrei erhöhten Polizei und Stadt ihre Präsenz. Heute sind die negativen Begleiterscheinungen angesichts der vielen Menschen, die der Rosenmontagszug nach Lennep kommen lässt, überschaubar. Was zeigt: Klare Ansagen und konsequentes Handeln zahlen sich aus.

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