Trauerbeflaggung

Remscheid: Politiker reagieren bestürzt auf Attentat

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Er werde sich mit allen Demokratinnen und Demokraten gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Gewalt stellen: OB Mast-Weisz besuchte am Freitag das Mittagsgebet der ATIB-Gemeinde und bekundete Imam Ibrahim Aksoy (l.) und dem Vorsitzenden Tevfik Baylan (r.) seine Solidarität.

Stadt veranlasst nach Anschlag in Hanau Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Mit Bestürzung reagieren Remscheids Politiker auf den Terroranschlag in Hanau, bei dem ein Rechtsextremist zehn Menschen tötete. Die Stadtverwaltung veranlasste bis Mittwoch Trauerbeflaggung am Rathaus Remscheid, am Lüttringhauser Rathaus und am Teo Otto Theater. Für Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ist dies ein Zeichen, mit dem Bürgerschaft, Rat und Verwaltung ihre Trauer und Anteilnahme am Schicksal der Opfer und ihrer Angehörigen ausdrücken.

Diverse Ortspolitiker meldeten sich nach dem Attentat zu Wort darunter auch die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Alexa Bell. Sie zeigt sich „schockiert und sprachlos über den schrecklichen Anschlag in Hanau. „Ich hoffe, dass alle Umstände und Hintergründe dieser abscheulichen Tat schnellstmöglich aufgeklärt werden.“ Auch der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Mathias Heidtmann ist fassungslos, wie er erklärt: „Es gilt nun, gemeinsam zusammenzurücken und ein Zeichen gegen Hass zu setzen“ so Heidtmann.

Die Vorsitzende der Remscheider SPD, Christine Krupp, sieht den Anschlag als das vorerst letzte Kapitel einer langen Serie von rechtsextremistischen Attentaten in der Bundesrepublik. Es sei eine Serie, die bis vor wenigen Jahren in unserem Land noch undenkbar erschien, aber spätestens mit dem Enttarnen des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) eine dunkele Seite in Deutschland offen zutage treten lassen. „Wir rufen dazu auf, den Menschen entgegenzutreten, die unsere Gesellschaft spalten“, erklärt sie auch mit Blick auf Rechtspopulisten. „Wir müssen widersprechen, wenn Menschen in Schubladen gesteckt werden.“

„Hass vergiftet unsere Gesellschaft“
Sven Wolf, Landtagsabgeordneter

Der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf hebt hervor: „Hass vergiftet unsere Gesellschaft. Dagegen müssen wir zusammenstehen und bereits bei dumpfen Parolen Gegenhalten.“ Es dürfe kein Schweigen mehr geben. Seine Sorge bleibe, dass rechte Gewalt die größte Gefahr für die Sicherheit in unserem Land sei. „Jetzt müssen wir die Konsequenzen daraus ziehen. Rechte Terrornetzwerke dürfen nicht unbeobachtet in unserer Gesellschaft wuchern.“

Axel Behrend, Sprecher der Remscheider Linkspartei, zeigt sich „maßlos geschockt“ nach der Bluttat. Nach dem Mord an Walter Lübcke, nach dem Attentat gegen die Synagoge in Halle, dem NSU-Terror und weiteren Verbrechen müsse „endlich der Zeitpunkt gekommen sein, dass wir begreifen, dass der rechtsextreme Rassismus eine Gefahr für uns alle ist“. AfD und Kleingruppen wie Pro Remscheid liefern aus seiner Sicht die Grundlage für „solche extremistischen Täter“.

Auch der Karneval in Remscheid begann mit einem Schweigen.

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