DSDS Halbfinale

Pia-Sophie Remmel: „Es ist unfassbar surreal für mich“

Wird heute einen Eröffnungssong mit allen Kandidaten, ein Lied im Trio und einen Einzelsong performen: Pia-Sophie Remmel. Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius
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Wird heute einen Eröffnungssong mit allen Kandidaten, ein Lied im Trio und einen Einzelsong performen: Pia-Sophie Remmel.

Pia-Sophie Remmel singt am Samstag Abend im Halbfinale von „Deutschland sucht den Superstar“.

Das Gespräch führte Andreas Weber

Remscheid. Das gab’s noch nie: Eine Remscheiderin in den Finals von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS). Im Halbfinale trifft Sängerin Pia-Sophie Remmel am Samstagabend (20.15 Uhr, RTL) in einer Live-Show aus dem Duisburger Landschaftspark Nord auf acht Konkurrenten. Die Top 9 besteht aus zwei weiblichen und sieben männlichen Kandidaten. Sympathisch, bescheiden im Auftreten, blendend aussehend und mit einer fantastischen Stimme gesegnet, hofft die 20-Jährige, dass viele Zuschauer für sie abstimmen. Ihr Ziel: das Finale am 3. April.

Die größten Schlagzeilen bei DSDS schreiben momentan nicht die Finalisten, sondern Dieter Bohlen. Wie haben Sie die Nachricht aufgenommen, dass das Gesicht der Castingshow nicht nur nach der 18. Staffel raus ist, sondern die beiden Finalshows nicht mehr erleben wird?
Pia-Sophie Remmel: Für uns alle kam die Nachricht wie ein Schock. Auf Mykonos im Oktober haben wir uns noch von ihm verabschiedet: ,Bis zu den Live-Shows.‘ Auf dieses Wiedersehen mit dem Pop-Titan hatten sich alle gefreut. Wirklich traurig, dass er nicht mehr dabei ist. Aber Maite Kelly und Mike Singer haben das bislang gut gemacht, und das wird auf den letzten Metern so bleiben, zumal sie ja noch von Thomas Gottschalk unterstützt werden.
Sie haben sich unter mehreren Tausend Bewerbern über die Städte-Castings, Jury-Castings, Deutschland-Recall und Auslands-Recall auf Mykonos mit 27 Auserwählten in die Top 9 der Finalshows durchgekämpft. Wie fühlt sich das an?
Remmel: Einfach überwältigend. Es ist immer noch unfassbar surreal für mich. Ich stehe jeden Morgen auf und denke: Jetzt musst du dich kneifen. Denn ich habe von klein auf jede DSDS-Staffel verfolgt. Meine Oma Heidi Hippler hat mir hinterher immer die Gewinner-CDs geschenkt. Und ich kenne bis heute alle Gewinner-Titel. Es war ein großer Wunsch, mich vor dem Pop-Titan zu beweisen. Weihnachten 2008 habe ich Gitarre und Keyboard von meinen Eltern geschenkt bekommen. Meine Mama hat mir damals prophezeit: „Irgendwann stehst du vor Dieter Bohlen.“
So kam es. Sind Sie in Ihre zweite DSDS-Teilnahme nach 2017 mit dem festen Vorsatz reingegangen: Jetzt starte ich richtig durch?
Remmel: Überhaupt nicht. Ich hatte keine große Erwartung. Das Risiko war nur, an derselben Stelle wie beim ersten Mal zu scheitern. Ein bisschen weiter wollte ich kommen, die erste Recall-Hürde überstehen. Für mich war es der richtige Zeitpunkt. Ich hatte Semesterferien, und Corona trug dazu bei, dass auch meine Eltern gesagt haben: Jetzt oder nie. In diesem Stadium deines Jura-Studiums kannst du es dir noch leisten.
Ihre Erwartungen werden nun mit dem Einzug in die Live-Show übertroffen.
Remmel: Als die Jury mir dies nach dem vierten Auslands-Recall in Griechenland mitteilte, sind bei mir alle Dämme gebrochen. Ich habe Rotz und Wasser geheult. Ich hätte mir nie das Potenzial zugetraut, das andere in mir sehen.
Warum diese Selbstzweifel?
Remmel: Ich bin ein kleiner Perfektionist, hart mit mir selber, vielleicht zu bescheiden. Mein Ziel ist es immer gewesen, mit meinem Gesang Menschen zu berühren. Und in dieser Hinsicht habe ich jetzt schon unfassbar viel erreicht.
Was hat sich in den vier Jahren in Ihrem Auftreten vor der Kamera geändert?
Remmel: Mit 16 Jahren war ich natürlich anders drauf. Mein Selbstbewusstsein ist trotz aller Zweifel deutlich gewachsen, stimmlich habe ich mich weiterentwickelt. Ich weiß, wer ich bin und was ich kann. Damals, das muss man ehrlich sagen, wäre ich dem Druck über eine komplette Staffel nicht gewachsen gewesen.
Gab es Momente auf Mykonos, in denen Sie dachten: Jetzt wird es eng für mich?
Remmel: Die gab es bei jedem Auftritt. Schon bei der ersten Performance von Sarah Connors ,Wie schön du bist‘ habe ich herbe Kritik eingesteckt. Da war ich mir sicher, dass ich vorzeitig nach Hause fliege.
Sie lieben den Schlager und Helene Fischer. Wer bei DSDS gewinnen will, muss aber musikalisch noch ganz andere Sachen draufhaben. Hat diese Staffel Ihre Vorlieben erweitert?
Remmel: Ja, mittlerweile bin ich durch verschiedene Genres gehüpft. Mein Repertoire für spätere Auftritte ist breiter aufgestellt. Und in den Live-Shows werden wir jetzt auch Englisch singen. Meinen ersten Auftritt werde ich mit ,Let’s love‘ von Sia haben.
Mykonos liegt fünf Monate zurück, wurde von RTL zeitversetzt ausgestrahlt. Fiel es schwer, die tolle Nachricht so lange für sich zu behalten?
Remmel: Niemandem davon zu erzählen, war verdammt schwer. Ich war mit Quarantäne insgesamt mehrere Wochen nicht erreichbar, und natürlich wollten meine Freunde wissen, wo ich so lange war und warum ich mich nicht gemeldet habe. Als öffentlich wurde, dass ich an der diesjährigen Staffel teilnehme, haben viele vermutet, dass ich im Auslands-Recall gewesen sein könnte. Aber ich glaube, mit dem Einzug in die Live-Show hat niemand gerechnet. Ansonsten habe ich mich viel mit den anderen Kandidaten ausgetauscht, denen es genauso ging. Das war so unser Geheimnis.
Wie haben Sie die lange Zwischenzeit bis zum heutigen Tag verbracht?
Remmel: Durch Corona hatte ich ja leider nicht viele Alternativen. Ich habe mehrmals täglich mit den anderen Kandidaten, die mittlerweile zu Freunden geworden sind, telefoniert und mich ausgetauscht. Zeit mit der Familie verbracht, für die Uni gelernt und natürlich immer mal wieder gesungen, und bin laufen gegangen.
Seit dem vergangenen Samstag sind Sie in einem Hotel in Köln untergebracht. Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?
Remmel: Wir haben einen vollen Tagesplan, stehen morgens früh auf, nach dem Frühstück geht es zum Einzel- und Gruppen-Vocalcoaching, zur Choreographie, zum Styling usw. Wir proben eigentlich den ganzen Tag und fallen abends müde ins Bett. Es macht aber mega viel Spaß.
Könnte es ein Vorteil für Sie sein, dass nicht mehr die Jury entscheidet, sondern das Publikum am Bildschirm?
Remmel: Ob es ein Vorteil ist, weiß ich nicht. Ich finde, jeder hat bis jetzt sein Bestes gegeben und hätte verdient, zu gewinnen. Ich finde es aber gut, dass die Zuschauer allein entscheiden, wer sich von den Kandidaten in ihr Herz gesungen hat.

Zur Person

Pia-Sophie Remmel, geboren am 9. Mai 2000, nahm mit 14 Jahren an „Remscheid goes talent“ teil. Dort lernte sie den Sieger Ferdinando Erba kennen, der bei der Vorgängerstaffel von DSDS 2016 gut mitgehalten hatte, es aber nicht in die Finals schaffte. Für Pia-Sophie gab Erbas Zuraten den Ausschlag, nicht bei „The Voice of Germany“ teilzunehmen, sondern sich 2017 erstmals bei Dieter Bohlen zu bewerben. Sie scheiterte trotz viel Jury-Lobs in den Recalls.

Pia-Sophie hat ihr Abi 2018 am EMA-Gymnasium gebaut, studiert mittlerweile im dritten Semester Jura in Bochum. Sie lebt noch zu Hause, möchte aber gerne demnächst eine Studentenwohnung beziehen.

Der Gesang ist ihr großes Hobby. Schon vor DSDS war ihr Talent auf Schul- und Familienfeiern, Hochzeiten und in Kneipenrunden gefragt. Sportlich hält sich Pia-Sophie mit Leichtathletik fit. Ihre Spezialdisziplin sind die 800 Meter.

Auch der Wuppertaler Daniele Puccia steht im Halbfinale.

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