Hohenhagen

Nächtliche Aldi-Anlieferung raubt Schlaf

Die Anlieferung für den Discounter Aldi erfolgt über die Straßenseite an der Hohenhagener Straße: Die Warenlieferung zwischen 3 und 6 Uhr stört den Schlaf der Hausbewohner empfindlich. Foto: Roland Keusch
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Die Anlieferung für den Discounter Aldi erfolgt über die Straßenseite an der Hohenhagener Straße: Die Warenlieferung zwischen 3 und 6 Uhr stört den Schlaf der Hausbewohner empfindlich. 

Schlafzimmer liegen über Warenannahme des Aldi am Hohenhagen. Anwohner ist verärgert.

Von Andreas Weber

Remscheid. Viele Konsumenten werden die Erweiterungspläne von Aldi am Hohenhagen freuen. Manche aber nehmen die Ankündigung mit Sorge auf. Ozan Bicakci, der in der Hohenhagener Straße 47 wohnt, lenkt den Blick weg von der Verkehrs- und Parkplatzthematik. Mit keinem Wort erwähne der RGA-Bericht vergangene Woche die „allgemein bekannte gravierende Lärmbelästigung der Anwohner“, meint der unmittelbar Betroffene.

Ozan Bicakci wohnt seitJanuar 2016 über dem Discounter. Aldi hat seine aktuelle Warenannahme bzw. Verladestelle direkt unter den Schlafzimmerfenstern der Häuser 47 und 49. Zunächst war das Lebensmittelgeschäft mit seinen knapp 800 Quadratmeter Verkaufsfläche da, dann folgten Anfang des Jahrtausends die Wohnungen, die darauf gesetzt wurden. „Ich frage mich, wie dieser ‘Planungsfehler’ in den Freigabeprozessen zur Baugenehmigung bewilligt werden konnte“, rätselt der Anwohner.

Ozan Bicakci: Zwischen 3 und 6 Uhr sorgt der Lieferverkehr in Remscheid für Krach

Der Mieter steht, wie er sagt, seit geraumer Zeit in Kontakt mit dem Hauseigentümer, der Firma Knebes und mithin Aldi Nord. „Doch leider mit mäßigem Erfolg.“ Der Discounter beliefere fast täglich seine Filiale entgegen den gesetzlichen Lärmbestimmungen, klagt Bicakci. Diese fänden in der Regel zwischen 3 und 6 Uhr morgens statt.

Der Druck der Mieter hat bewirkt, dass Aldi zumindest seinen großen Sattelschlepper erst kurz vor sechs Uhr anrollen lasse und nicht mehr mitten in der Nacht. Aber zahlreiche Kleintransporter würden sechs Tage die Woche - bis auf sonntags - nach drei Uhr anliefern und für eine erhebliche Geräuschkulisse sorgen. „Die Nachtruhe ist nicht gewährleistet, da sich die Schlafzimmerfenster an der Straße direkt über der Verladerampe befinden.“ Video- und Tondokumentationen als Beweismaterial lägen Knebes vor.

Grundsätzlich hätten er und die übrigen 17 Mieter keine Einwände gegen die Erweiterung des Marktes auf 1000 Quadratmeter, betont Ozan Bicakci. Er bittet aber dringend zu prüfen, ob bei einer Erweiterung des Discounters die Verladestelle in den Innenhof bzw. zu den Parkplätzen verlagert wird - weg von den Schlafzimmern. Falls nicht, kündigt er unmissverständlich an, werde er mit den übrigen Mietern rechtlich gegen dieses Vorhaben vorgehen.

Prinzipiell würde die Erweiterung des Aldi einen Gewinn bedeuten, hatte Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) erklärt: „Nicht nur für das angrenzende Wohngebiet ist diese zentrennahe Nahversorgung ideal, auch für die beiden Seniorenwohnanlagen in der Nähe.“ Auf dem Hohenhagen gibt sonst kein Lebensmittelgeschäft. Das Sortiment des Aldi umfasst rund 1500 Artikel. Die für die Erweiterung notwendige Änderung des Bebauungsplans Nr. 478 für das Gebiet Hohenhagener Straße, östlich Otto-Lilienthal-Weg, durchläuft gerade die politischen Gremien, bevor der Rat dann beschließen wird.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Discounter Aldi am Hohenhagen erweitern wird.

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