Vandalismus im Parkhaus

Randale am Hauptbahnhof: Zerstörter Aufzug kostet 50.000 Euro

Unbekannte hatten mehrere Türen des Treppenhauses und des Aufzugs eingeschlagen und schwer beschädigt.
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Unbekannte hatten kurz vor Weihnachten mehrere Türen des Treppenhauses und des Aufzugs eingeschlagen und schwer beschädigt.

Die Reparatur des beschädigten Aufzugs im Parkhaus wird teuer - und noch etwas dauern. Stadt und Polizei kündigen mehr Präsenz am Bahnhof an. 

  • Randalierer hatten zuletzt am 23. Dezember für massive Schäden im Parkhaus des Bahnhofes in Remscheid gesorgt.
  • Dabei rissen sie auch Aufzugtüren aus der Verankerung, so dass Menschen in den Schacht hätten stürzen können.
  • Die Reparatur der Schäden wird teuer und noch etwas dauern.

Remscheid. Stadtdirektor Sven Wiertz liegt ein Kostenvorschlag für die Reparatur des Aufzugs im Parkhaus am Hauptbahnhof vor: 50.000 Euro soll dies kosten. Unbekannte Randalierer hatten kurz vor Weihnachten die Fensterscheiben des Lifts zerschlagen und Türen aus der Verankerung gerissen.

Remscheid: Reparatur des Aufzugs wird dauern

„Die Reparaturen werden aber noch etwas dauern. Es ist schwierig dafür, Ersatzteile zu beschaffen“, erklärt Sven Wiertz, der eine Alternative prüfen will: Den Einbau eines neuen Aufzugs, der mehr Sicherheit vor Sachzerstörung verspricht. Dieser würde dann unter anderem keine Fensterscheiben enthalten.

Als Sofortmaßnahme gegen die Chaoten soll es helleres Licht geben – herkömmliche Leuchtstoffröhren werden durch LED-Lampen ersetzt. Zudem sollen die Streifen von Polizei, Ordnungsamt und des privaten Sicherheitsdienstes, der mit der Überwachung des Parkhauses am Remscheider Hauptbahnhof betraut ist, intensiviert werden. zak

Unser Bericht vom 13.02.2020: Nachbarn sollen beim Kampf gegen Randale am Hauptbahnhof helfen

Von Axel Richter

Das Parkhaus am Hauptbahnhof. Die Stadt hat bereits viel Geld bezahlt, um dort Vandalismus zu verhindern. Vergeblich.

Remscheid. Für eine Videoüberwachung der Polizei am Hauptbahnhof sind die rechtlichen Hürden zu hoch. Das hatte Thomas Book, Leiter der Polizeiinspektion Remscheid, im RGA-Interview am Montag deutlich gemacht. In der Bezirksvertretung Alt-Remscheid suchen Politik und Verwaltung deshalb nach anderen Lösungen, um den Randalierern Herr zu werden. Der Bahnbetreiber Abellio, die Deutsche Bahn als Eigentümerin der Bahngleise, das Kino Cinestar, der Kaufland und die anderen Geschäfte am Hauptbahnhof sollen für die gemeinsame Finanzierung zum Beispiel eines ständig präsenten Sicherheitsdienstes gewonnen werden.

„Auch Videoüberwachung wird Idiotie nicht verhindern.“
Fritz Beinersdorf (Linke)

Wie berichtet, hatten Randalierer zuletzt am 23. Dezember für massive Schäden im Parkhaus des Bahnhofes gesorgt. Unter anderem zerschlugen sie Scheiben und rissen Aufzugtüren aus der Verankerung, so dass Menschen in den Schacht hätten stürzen können. Die Reparatur des Aufzuges fiel mit 15.000 Euro vergleichsweise günstig aus. Allerdings hatte die Stadt 2019 bereits rund 80.000 Euro für die wiederholte Reinigung des verdreckten Treppenhauses und vor allem für einen privaten Sicherheitsdienst ausgegeben, der im Parkhaus patrouillierte.

Remscheid kann sich Rund-um-die-Uhr-Einsatz der Schwarzen Sheriffs nicht leisten

Ein täglicher Rund-um-die-Uhr-Einsatz der Schwarzen Sheriffs würde nach Berechnungen der Stadt indes mit annähernd 370.000 Euro zu Buche schlagen. Das kann und will sich die klamme Stadt nicht leisten. Stattdessen will sie mit Hilfe der Polizei nun selbst den Kontrolldruck erhöhen.

So soll der Kommunale Ordnungsdienst auf dem Bahnhofsgelände mehr kontrollieren. Die Polizei entsendet ihre Bezirksbeamten und will mit Zivilstreifen im Einsatz sein und ihre Präsenz vor Ort erhöhen. Darüber hinaus sieht die Stadt den Einsatz eines Streetworkers vor. Er soll Kontakt zu der Szene aufnehmen, bei der es sich laut Polizeichef Thomas Book um Alkohol- und Drogenkonsumenten, Obdachlose sowie um „erlebnisorientierte“ junge Menschen handelt.

In der BV Alt-Remscheid meldete Rosemarie Stippekohl (CDU) Zweifel an. „Ich fürchte, das reicht nicht“, erklärte sie mit Blick auf die Maßnahmen, die Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann vorgestellt hatte. Hintergrund: Mit ähnlichen Schritten versuchen die Behörden seit zehn Jahren, die Probleme am Bahnhof in den Griff zu bekommen. Ohne Erfolg.

Politiker in Remscheid wollen Kameras am Bahnhof

„Abellio, Kaufland, der Kinobetreiber, sie alle müssten doch ein Interesse daran haben, dass es dort sauber ist und dass die Menschen sich sicher fühlen“, erklärte die Innenstadt-Politikerin. Dass die Polizei eine Kameraüberwachung, die bei ihr aufgeschaltet ist, rechtlich für unzulässig hält, mag sie nicht nachvollziehen: „Vielleicht hätte erst einer in den Aufzugschacht fallen müssen“, ärgerte sich Stippekohl.

Fritz Beinersdorf (Linke) griff die Idee einer Kostenteilung für Überwachungskameras und einen Sicherheitsdienst auf. „Auch eine Videoüberwachung wird Idiotie nicht verhindern“, erklärte er mit Blick auf die Bahnhofsrandalierer. „Aber vielleicht hilft es ja, den ein oder anderen zu fassen.“

3539 PLATZVERWEISE

KONTROLLEN Im vergangenen Jahr fuhren die Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes am Hauptbahnhof 432 Einsätze. Dabei sprachen sie gegen 3539 Personen, die dort erkennbar Unfug trieben, einen Platzverweis aus. Sie konnten dennoch nicht verhindern, dass es zu Beschädigungen kam.

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