Abstand halten ist Pflicht

Markthändler sorgen auch weiter für Eier, Fleisch & Co.

Markus Kempe und Sebastian Kempe (v. l.) vor dem neuen Regiomaten vor dem Hofladen in Buchholzen. Hier gibt es rund um die Uhr Fleisch, Eier, Wurst aus dem Glas aus eigener Herstellung, aber auch Nudeln aus einer Manufaktur in Marienheide – natürlich mit Kempe-Eiern. Fotos: Michael Schütz
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Markus Kempe und Sebastian Kempe (v. l.) vor dem neuen Regiomaten vor dem Hofladen in Buchholzen. Hier gibt es rund um die Uhr Fleisch, Eier, Wurst aus dem Glas aus eigener Herstellung, aber auch Nudeln aus einer Manufaktur in Marienheide – natürlich mit Kempe-Eiern. 

Beschicker dürfen nur Lebensmittel anbieten, Imbissstände sind tabu. Bauernhof stellt zudem Automaten auf.

Von Melissa Wienzek

Die Wochenmärkte in Remscheid, hier der auf dem Johann-Vaillant-Platz, finden weiterhin statt. Allerdings gilt auch dort: Abstand halten.

Remscheid. Die Wochenmärkte in den Stadtteilen finden weiterhin zu den üblichen Zeiten statt. Die Remscheider können dort nach wie vor Lebensmittel für den täglichen Bedarf einkaufen – aber nur Eier, Fisch, Wurst & Co. Laut Verfügung der Stadt Remscheid sind Textilien wie Damenunterwäsche oder Haushaltswaren wie Vorwerk-Staubsauger-Zubehör derzeit unzulässig. Diese Händler dürfen ihre Stände nicht aufbauen. „Das Warensortiment beschränkt sich auf Lebensmittel“, macht Ordnungsamtschef Jürgen Beckmann klar. Theoretisch dürften auch Blumen verkauft werden. „Aber die Händler aus den Niederlanden, die sonst mit ihren Pflanzen auf dem Markt stehen, kommen zurzeit nicht“, sagt Beckmann. Ohnehin sei sehr wenig los auf dem Markt.

Das Warensortiment beschränkt sich auch in Remscheid auf Lebensmittel

Natürlich gilt auch hier genauso wie in Supermärkten die oberste Regel, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern: Abstand halten. „Mindestens 1,5, besser noch 2 Meter zu der Warenauslage und zu anderen Menschen“, sagt Viola Juric, Sprecherin des Corona-Krisenstabs. Das funktioniere in Remscheid gut, sagt sie. Jürgen Beckmann ergänzt: „Das Abstandhalten ist den Menschen mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen.“

Das kann Markus Kempe vom gleichnamigen Bauernhof in Lennep bestätigen. „Es läuft diszipliniert ab. Die Kunden halten brav Abstand.“ Viermal die Woche ist sein Team mit dem großen Verkaufswagen auf den Remscheider Märkten vertreten, zudem in Langenfeld und Leichlingen. „Die Stimmung ist trotz allem gut. Es haben sich auch schon einige bei uns bedankt“, freut sich der 32-Jährige über die positive Rückmeldung der Kunden. Und die kauften momentan größere Mengen ein. „Man muss bedenken, die Leute sind nun alle zu Hause, man geht nicht mehr essen, und Kinder bekommen in der Schule oder in der Kita kein Mittagessen mehr. Der Bedarf ist höher als sonst.“ Um das Mehraufkommen zu stemmen, hat Kempe das Markt-Team auf bis zu vier Mitarbeiter aufgestockt.

Remscheid: Am Marktstand kontaktlos per EC-Karte oder Handy bezahlen

Vor dem Stand bilden sich derzeit durch die Abstandsregel naturgemäß lange Warteschlangen. „Da unser Wagen sehr breit ist, können wir aber bei Bedarf auch die Kunden in zwei Warteschlangen mit dem nötigen Sicherheitsabstand bedienen.“ Und alle hielten sich daran, sagt der Landwirt. „Das Bild ist derzeit ein bisschen wie vor Weihnachten.“

Aktuell sei man zudem dazu übergegangen, Wurst und Fleisch abgepackt zu verkaufen und die Leberwurst nicht mehr frisch am Stand aufzuschneiden. Auch der Bezahlvorgang sei hygienischer: Am Marktstand der Kempes kann kontaktlos per EC-Karte oder Smartphone bezahlt werden. Natürlich werde auch Bargeld angenommen.

Derzeit gehen Eier, Geflügelfleisch, Kaninchen und Lamm vermehrt über die Theke. Rohe Ware wie Frikadellen und Mettwürstchen eher weniger. Was Kempe und die anderen Beschicker allerdings laut Verfügung der Stadt nicht mehr verkaufen dürfen, sind Imbiss-Gerichte. „Der Verzehr an Ort und Stelle ist nicht mehr erlaubt“, erklärt Beckmann. Fischstände dürften beispielsweise Backfisch zur Mitnahme noch verkaufen, aber keine Tische mehr aufstellen, an denen die Kunden speisen. Gegrillte Hähnchenschenkel, Spießbraten- oder Ei-Brötchen auf die Hand am Stehtisch darf Kempe also nicht mehr anbieten. „Dieses Geschäft ist komplett weggebrochen“, sagt er.

So auch das traditionelle Ostergeschäft: Der Lenneper Bauernhof bedruckt beispielsweise Eier mit einem Logo. Parteien und Vereine verteilten diese gern vor Ostern in der Innenstadt. Das fällt nun aus.

Um gegenzusteuern und um in der Coronakrise die Menschen zu versorgen, haben die Kempes vor ihrem Hofladen in Buchholzen, der weiterhin geöffnet ist, einen Regiomaten aufgestellt. Er wird zweimal täglich befüllt. An diesem können Kunden rund um die Uhr Fleisch, Eier, Wurst im Glas und Likör aus dem Hause Kempe kaufen. Zudem Nudeln von einer Manufaktur in Marienheide, hergestellt aus Kempe-Eiern.

DIE WOCHENMÄRKTE

THEODOR-HEUSS-PLATZ Mittwoch und Samstag, jeweils von 7 bis 13 Uhr

UNTERE ALLEESTRASSE Dienstag, 7 bis 13 Uhr, und Freitag, 7 bis 16 Uhr

LENNEP Mittwoch und Samstag, jeweils von 7 bis 13 Uhr, auf dem Alten Markt

SÜD Donnerstag, 7 bis 13 Uhr, auf dem Johann-Vaillant-Platz

LÜTTRINGHAUSEN Dienstag, 7 bis 13 Uhr, auf der Kreuzbergstraße

HASTEN Freitag, 7 bis 13 Uhr, auf dem Richard-Lindenberg-Platz

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