Maskenpflicht

Lehrer sicher: Ohne Schutz gibt es keinen Regelbetrieb

Dr. Thomas Giebisch hat keine Probleme mit der Maske in der Schule. Schon vor den Ferien gehörte sie zum Schulalltag, wie hier bei der Vergabe des Schüler-helfen-Schüler-Zertifikats an Marie Christ.Foto: MichaelSchütz
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Dr. Thomas Giebisch hat keine Probleme mit der Maske in der Schule. Schon vor den Ferien gehörte sie zum Schulalltag, wie hier bei der Vergabe des Schüler-helfen-Schüler-Zertifikats an Marie Christ.

Nach den Ferien gilt an den weiterführenden Schulen die Maskenpflicht auch im Unterricht: Schulleiter reagieren gelassen.

Von Axel Richter

Remscheid. Es gab skurrile Szenen auf den Schulhöfen: Teenager, die sich mit Küsschen links und Küsschen rechts begrüßen, danach aber mit Maske das Gebäude betraten. Über die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz im Unterricht, die Kultusministerin Yvonne Gebauer (FDP) gestern ankündigte, lässt sich mithin streiten. Kommen wird sie dennoch.

Dr. Thomas Giebisch nahm die Nachricht aus Düsseldorf gestern gelassen hin. „Natürlich schränkt die Maske ein und ist bei sommerlicher Wärme auch unangenehm zu tragen“, sagt der, Leiter des Leibniz-Gymnasiums in Lüttringhausen. Allein: Eine Rückkehr zum Regelbetrieb werde angesichts der aktuellen Infektionslage ohne den Mund-Nasen-Schutz kaum möglich sein.

„Wir wollen so viel Präsenzunterricht wie möglich.“
Dr. Thomas Giebisch, Leibniz-Gymnasium

„Wir wollen aber so viel Präsenzunterricht wie möglich“, sagt Giebisch nach den Erfahrungen, die Schüler und Lehrer vor den Ferien mit dem Homeschooling machten. „Deshalb ist die Maskenpflicht eine vernünftige Regelung – auch im Unterricht.“

Michael Pötters, stellvertretender Leiter der Sophie-Scholl-Gesamtschule am Hohenhagen bleibt zurückhaltender. „Ich stelle mir das schwierig vor“, sagt er insbesondere mit Blick auf den Fremdsprachenunterricht. Außerdem seien da die neuen 5er. Für sie sei der Schritt von der Grundschule an die weiterführende Schule ohnehin mit großen Herausforderungen verbunden. Die Maske erleichtere nicht gerade das gegenseitige Kennenlernen.

Nicht wenige Grundschüler kennen das Stück Stoff vor dem Gesicht allerdings schon. Die von Beate Godoy, Rektorin der Grundschule Adolf Clarenbach, zum Beispiel. Kurzzeitig hatte sie schon vor den Ferien die Kinder dazu angehalten, die Maske auch während des Unterrichts zu tragen. Das musste sie nach Beschwerden allerdings wieder zurücknehmen.

Dabei bleibt es, denn auch nach den Ferien gilt an den Grundschulen: Die Maske ist im Schulgebäude und auf dem Schulhof zu tragen. Im Unterricht dürfen die Kinder der Klassen 1 bis 4 den Mund-Nasen-Schutz aber abnehmen.

Andere Forderungen des Landes bereiten Beate Godoy mehr Kopfzerbrechen. Sie führt die Schule an der Pestalozzistraße und den Teilstandort Goldenberg. Die Gebäude sind alt. „Unsere räumliche Situation ist eine Katastrophe“, sagt sie. „Es dürfte für alle schwer werden, den Abstand von 1,50 Meter einzuhalten.“

Einen Vorteil teilen die drei Schulleiter unterdessen in der Corona-Krise. Sie können auf ein vergleichsweise junges Kollegium setzen. Lehrerinnen und Lehrer, die zur Risikogruppe zählen, gibt es nur wenige. „Ich bin deshalb guter Dinge, dass uns der Neustart nach den Ferien gut gelingt“, sagt Leibniz-Chef Dr. Thomas Giebisch. Trotz gerade wieder steigender Infektionszahlen.

Nur wenige Tests

Nur wenige Erzieherinnen und Erzieher aus den Kindertagesstätten ließen sich gestern auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen. Das berichtet Dr. Bettina Stiel-Reifenrath, Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Remscheid. In ihrer Praxis sei es eine Erzieherin, in der als Testzentrum wiederbelebten Fieberambulanz am Sana-Klinikum seien es sieben gewesen. Die Tests sind für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenlos. In der nächsten Woche können sich die Lehrer vor der Rückkehr in die Schulen testen lassen. Auch Urlaubsrückkehrer wenden sich direkt an ihren Hausarzt.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Corona-Virus lesen Sie in unserem Live-Blog.

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