Steuerfreier Grundfreibetrag

Kurzarbeit und Homeoffice bei der Steuererklärung berücksichtigen

Arbeiten im Homeoffice kann Steuern sparen.Symbolfoto: wey
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Arbeiten im Homeoffice kann Steuern sparen.

Corona-Auswirkungen auf den anstehenden Lohnsteuerjahresausgleich.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Ein höherer steuerfreier Grundfreibetrag, Steuerklassenwechsel sind so oft möglich wie gewünscht und ein erhöhter Höchstbetrag für die Absetzbarkeit von Unterhalt – wenn im kommenden Jahr die Steuererklärung für 2020 ansteht, sind, wie fast jedes Jahr, einige Neuerungen zu beachten. Insbesondere die Hauptfolgen der Corona-Krise, Arbeiten von Zuhause und Kurzarbeit, werden sich in den Steuererklärungen niederschlagen.

So muss nahezu jeder Empfänger von Kurzarbeitergeld (KuG) eine Steuererklärung abgeben. Das KuG gilt als sogenannte Entgeltersatzleistung, wie zum Beispiel auch das Arbeitslosengeld I oder Krankengeld. Wer in einem Kalenderjahr mehr als 410 Euro solcher Ersatzleistungen bezieht, ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

Dabei ist das KuG an sich steuerfrei, fällt aber unter den Progressionsvorbehalt, erhöht also den Steuersatz. Vereinfacht formuliert berechnet sich der Steuersatz anhand des Einkommens samt KuG, wird dann aber nur auf das Einkommen angewendet. Das kann im schlimmsten Fall zu deutlichen Nachzahlungen führen, so dass es sinnvoll sein kann, das frühzeitig zu berechnen, zum Beispiel mit einer der gängigen Steuer-Programme.

Steuermindernd wird sich hingegen Arbeiten von Zuhause, meist Homeoffice genannt, auswirken. Für die Steuerjahre 2020 und 2021 hat die Bundesregierung eine Steuererleichterung beschlossen: Für jeden Tag im heimischen Büro können fünf Euro abgesetzt werden, maximal aber für 120 Tage, also 600 Euro.

Diese Homeoffice-Pauschale wird allerdings unter die Werbungskosten fallen, zu denen zum Beispiel auch die Pendlerpauschale gehört, ebenso wie Weiterbildung oder Arbeitskleidung. 1000 Euro Werbungskosten erkennt das Finanzamt ohnehin bei jedem Arbeitnehmer an. Nur wer zusammen mit anderen Kosten diesen Betrag übersteigt, wird also von der neuen Homeoffice-Regelung profitieren.

Ein echtes Arbeitszimmer, also ein eigener Raum, ist keine Voraussetzung. Nutzen kann die Pauschale jeder, der daheim arbeitet, selbst wenn man am Küchen- oder Wohnzimmertisch sitzt. Ausgeglichen werden sollen damit zusätzliche Kosten, die das Arbeiten zu Hause verursacht, zum Beispiel für Strom und Wasser. Knapp unter einer Milliarden Euro soll das den Staat kosten, schätzt das Bundesfinanzministerium.

Beschränkt wird die Regelung auf zwei Jahre – danach soll die Pandemie im Griff sein. Notwendige Anschaffungen fürs Homeoffice wie Computer, Drucker oder einen Schreibtischstuhl sollen weiterhin absetzbar sein, wenn der Arbeitgeber sie nicht erstattet.

Ein Nachweis für die Arbeitstage im Homeoffice ist laut der derzeitigen Regelung nicht vorgesehen. Experten raten allerdings dazu, sich vorsorglich eine entsprechende Bestätigung vom Arbeitgeber zu besorgen. Ein formloses Schreiben mit einer Auflistung der Arbeitstage daheim dürfte dafür wohl genügen.

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