Mehr Sexualstraftaten

Zahl der Straftaten ist gestiegen

Rund 46 933 Straftaten wurden im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Wuppertal in Solingen, Remscheid und Wuppertal gemeldet.
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Rund 46 933 Straftaten wurden im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Wuppertal in Solingen, Remscheid und Wuppertal gemeldet.

Im Vergleich mit den Nachbarstädten Solingen und Wuppertal sei Remscheid aber auf der sicheren Seite, sagt die Polizei.

Von Kristin Dowe

Remscheid. Zwar beklagen Bürger im Bergischen besonders in den sozialen Netzwerken zuweilen ein verschlechtertes Sicherheitsgefühl in ihren Städten, bezogen auf die Gesamtentwicklung der Straftaten im Städtedreieck stützen die Zahlen diesen Eindruck aber nicht: Rund 46 933 Straftaten wurden im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Wuppertal in Solingen, Remscheid und Wuppertal gemeldet – im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 1557 Fälle gesunken, was einem Rückgang von 3,2 Prozent entspricht. Dies gab die Polizei bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2019 am Montag bekannt.

In Solingen habe es mit 3442 erfassten Diebstählen immerhin 411 Fälle weniger gegeben als 2018 – ein Rückgang von 10,7 Prozent. Auch Sexualstraftaten, unter die etwa auch etwa der Konsum von Kinderpornografie fällt, sind in Solingen mit 108 Fällen im Jahr 2019 um 20,6 Prozent gesunken. 

In Remscheid gab es 2019 mehr Sexualstraftaten

Anders sieht es in diesem Deliktfeld in Remscheid aus: Dort hat es im vergangenen 139 Sexualstraftaten gegeben – 46 mehr als im Jahr 2018. Einen wichtigen Ermittlungserfolg konnte die Polizei allerdings verbuchen: „Einem Beschuldigten konnte der Missbrauch einer 13-Jährigen nachgewiesen werden“, berichtet Röhrl. Bereits im Jahr 2018 war in Remscheid die Zahl der Sexualstraftaten deutlich angestiegen.

„Das ist eine sehr belastende Arbeit, diese Bilder zu sichten. Ich möchte das nicht machen.“
Polizeipräsident Markus Röhrl zu Kinderpornografie

Insgesamt fordere insbesondere die Bekämpfung von Kinderpornografie viel Aufwand und Personal. Dabei gebe es auch Betreuungsangebote für die Polizisten, die Festplatten und andere Datenträger mit kinderpornografischem Material auswerten müssten. „Das ist eine sehr belastende Arbeit, diese Bilder zu sichten. Ich möchte das nicht machen“, gibt Röhrl offen zu. Ansonsten sind die Remscheider im Vergleich mit den anderen bergischen Städten „auf der sicheren Seite“ – zwar wurden mit 6959 Straftaten im vergangenen Jahr 134 mehr als im Vorjahr registriert, doch sind die Zahlendeutlich niedriger als in Solingen oder Wuppertal.

Um fast zehn Prozent gestiegen sind in Solingen mit 1100 Fällen in 2019 die Zahl der Körperverletzungen. Dabei handele es sich aber nicht vorwiegend um Angriffe im öffentlichen Raum, betont der Polizeipräsident. „Ein großer Teil dieser Delikte entfällt auf den ehelichen Bereich.“ Und auch wenn der Anstieg der Fälle die Statistik trübe, habe dies sogar einen positiven Aspekt – denn häusliche Gewalt würde deutlich häufiger angezeigt, so Röhrl. „Wir sind froh, wenn die Frauen sich bei uns melden. Niemand muss Gewalt in der Familie ertragen.“

KRIMINALITÄTSSTATISTIK

DELIKTE Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) wird jährlich veröffentlicht und erfasst alle der Polizei bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte.

TATVERDÄCHTIGE Im vergangenen Jahr konnten 18 240 Tatverdächtige ermittelt werden.

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