Coronakrise

Kontaktsperre: Wer Spielregeln missachtet, begeht Straftat

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Leer präsentierte sich die Alleestraße am gesamten Wochenende.

Ab Montag sind öffentliche Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen verboten. Änderungen in Notbetreuung für Kinder.

  • OB Burkhard Mast-Weisz begrüßt das landesweite Kontaktverbot.
  • Missachtung wird als Straftat verfolgt.
  • Die allermeisten Remscheider halten sich an die Regeln.
  • Kinderbetreuung wird ausgeweitet: Nur ein Elternteil muss Schlüsselperson sein.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die NRW-Regierung hat am Sonntag Nachmittag eine landesweite Beschränkung sozialer Kontakte angekündigt. Die Stadt Remscheid reagierte umgehend und wird ihre Restriktion von vier auf zwei Personen durchsetzen: „Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich“, kündigt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an.

Stunden zuvor hatten der OB und Dr. Frank Neveling, Leiter des Gesundheitsamtes, per Videobotschaft eindringlich an die Remscheider appelliert. In der Botschaft, die auf der städtischen Homepage, bei Facebook und Instagram verbreitet wurde, ließ der OB die Erkenntnisse der morgendlichen Sitzung des Krisenstabes einfließen. Die sind zumindest nicht beunruhigend. „Die allermeisten halten sich an die Beschränkungen. Das ist unabdingbar.“ In aller Klarheit fügte Mast-Weisz hinzu, dass Verstöße gegen Treffen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit „keine Ordnungswidrigkeit mehr sind, sondern eine Straftat“. Ordnungsamt und Polizei würden dies ahnden.

Der OB bedankte sich bei all denjenigen, die in ihren Berufen die Stellung halten und auf diese Weise die Versorgung der Bevölkerung garantieren. Neveling beschwor die „Selbstdisziplin“ aller Remscheider und rief zur „Nachbarschaftshilfe“ auf, um diejenigen zu unterstützen, die aufgrund ihres Alters dringend zu Hause bleiben sollten. Dies sind laut Krisenstab Über-65-Jährige und/oder vorerkrankte Risikogruppen.

Die Zahl der Infizierten in Remscheid ist am Wochenende auf 23 gestiegen

Eine Ausgangssperre ist für die Stadt keine Option. Dezernent Thomas Neuhaus setzt auf Einsicht und darauf, dass sich eine „solidarische Stadtgesellschaft an die Spielregeln“ hält. Gleichwohl geht Neuhaus davon aus, dass die Zahl der Infizierten vor Ort – wie überall in Deutschland – exponentiell zunehmen wird. Zwei zusätzliche Corona-Fälle kamen am Wochenende hinzu. Mittlerweile hat Remscheid 23 positiv Getestete, die unter häusliche Quarantäne gestellt wurden. Weil die Kurve nicht abflacht, machte sich der Krisenstab auch Gedanken über Themen wieTod, Notfallseelsorge, geistlichen Beistand und Beerdigungen. „Aber das wäre erst der übernächste Schritt“, beruhigt Neuhaus. „Nur wollen wir darauf vorbereitet sein.“

Remscheid: Erleichterung gibt es beim Betretungsverbot für Kitas und Tagespflegen

Eine überraschende Erleichterung gibt es beim Betretungsverbot für Kitas und Tagespflegen, verfügt vom Land. Ab Montag gilt nicht mehr, dass beide Elternteile in systemrelevanten Berufen tätig sein müssen, sondern:Jedes Kind von mindestens einem Elternteil, das in der kritischen Infrastruktur beschäftigt ist (Schlüsselpersonen), erhält Betreuung. Auch Kinder von Schlüsselpersonen, die keinen Betreuungsvertrag haben, sind aufzunehmen. Die Stadt hat deshalb veranlasst, dass alle städtischen Kitas, die ihre Personalstärke fast auf Null runtergefahren haben, wieder mit mehr Erziehern ausgestattet werden. Auch die freien Träger ziehen mit. Mit Vorlage einer Arbeitgeberbescheinigung sind die Kinder, die Plätze in Kita oder Tagespflege haben, in ihrem gewohnten Angebot zu betreuen. In jeder Gruppe dürfen maximal fünf Kinder sein.

Gleiches trifft auf Eltern zu, die ein Schulkind in den Klassen 1 bis 6 in der Notbetreuung haben. Ab heute, 23. März, können Eltern, Erziehungsberechtigte oder Alleinerziehende, die in Berufen im Bereich der kritischen Infrastruktur tätig sind, ihr Kind unabhängig vom Beruf des anderen Elternteils in die Notbetreuung geben. Zudem wird bis 19. April der Umfang der Notbetreuung bei Bedarf auf alle sieben Wochentage und auf die Osterferien mit Ausnahme von Karfreitag bis Ostermontag erweitert.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Corona-Virus lesen Sie in unserem Live-Blog.

Eindrücke vom Wochenende in Remscheid sehen Sie hier: Remscheid bleibt zuhause.

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