Kleine Sensation

Kirchenfenster summt am heutigen Weltbienentag

Das gigantische Bienenvolk hat mittlerweile das komplette Kirchenfenster von St. Suitbertus eingenommen.
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Das gigantische Bienenvolk hat mittlerweile das komplette Kirchenfenster von St. Suitbertus eingenommen.

Ein riesiger Bienenschwarm ist in ein Fenster der Kirche St. Suitbertus eingezogen. Sogar die Imkervereinigung hat so etwas noch nie gesehen.

  • An der katholischen Kirche St. Suitbertus in Remscheid haben sich Bienen angesiedelt.
  • Der riesige Schwarm suchte sich ein besonderes Zuhause: Die Bienen bezogen ein Kirchenfenster.
  • Der Schwarm leistet Beachtliches - sogar Imker sind erstaunt über das Naturwunder.

Remscheid. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen würdigt damit die Bedeutung von Bienen als Bestäuber und Ernährer. Daher hat sich der RGA noch einmal den göttlichen Bienenstock in Alt-Remscheid angesehen: Das gigantische Bienenvolk hat mittlerweile das komplette Kirchenfenster von St. Suitbertus eingenommen. Darunter befindet sich eine XXL-Honigwabe. 

Für den Imkerverein eine kleine Sensation: So etwas haben die Experten noch nie zuvor gesehen. Die Bienen dürfen bleiben und weiter fröhlich am katholischen Gotteshaus summen. -mw-

Am Brezel-Wanderweg hängt seit kurzem ein umgebauter Kaugummiautomat. Dort kann man Pflanzensamen ziehen, die nicht nur Bienen zugute kommen: Wer und was hinter der Idee mit dem Bienen-Samenautomaten steckt.

Artikel vom 5.5.2020

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Es ist eine kleine Sensation, die sich derzeit an St. Suitbertus abspielt: Ein Bienenschwarm hat sich in einem der Kirchenfenster eingenistet und produziert dort fleißig Honig. So etwas hat der Vorsitzende der Imkervereinigung Remscheid/Wuppertal, Frank Saebel, noch nicht gesehen. „Das ist gigantisch, wow!“, sagt der Remscheider, der das Bild direkt seinen befreundeten Imkern zeigen will. 

Remscheid: Imker begeistert von Bienen im Kirchenfenster

Der Bienenschwarm im Kirchenfenster ist gut von unten zu sehen.

„Wir hatten heute Morgen 4 Grad. Ich habe in meinem Stock zwischen 25 und 30 Grad, damit sich die Brut entwickelt. Eigentlich dürfte der Schwarm gar nicht überleben.“ Tut er aber. „Es wächst und wächst täglich weiter“, sagt Küster Markus Borek. Das Naturwunder in luftiger Höhe ist drauf und dran, zum Touristenmagneten zu werden. Ständig bleibe jemand stehen und fotografiere das Kirchenschiff. Wer ein gutes Auge hat, erkennt von unten das dunkle Gewusel am katholischen Gotteshaus.

Rund 15 000 Tiere könnten es sein, schätzt Frank Saebel. Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Denn hinter der Mega-Wabe dürfte sich ein Großteil der Brut verbergen. „Das ist ein Riesenvolk. In den nächsten Tagen geht es da ordentlich zur Sache.“ Im Sommer könnten es 35 000 werden. Denn die Tiere sind fleißig.

Remscheid: Bienen sind irgendwo ausgebüxt und haben Kirche für sich entdeckt

Laut dem Experten handelt es sich um die Carnica-Biene, eine der zwei bei uns beheimateten Rassen. „Die können was“, sagt Saebel. Nicht umsonst ist die Carnica eine der wichtigsten Imker-Zuchtrassen.

Die katholische Kirche St. Suitbertus hat nun göttliche Bienen: Ein Rundfenster wurde zur neuen Heimat der Tiere.

Die Honigproduzenten von St. Suitbertus erbringen zurzeit eine unheimliche Leistung: Sie wärmen die Brut, ihre Königin und produzieren nebenbei noch feinsten Frühlingshonig. Doch wo kommen die Tiere eigentlich her? „Der Schwarm ist irgendwann mal irgendwo abgehauen“, sagt Saebel. Die Sucherbiene, die auszog, um für ihre Familie ein neues Zuhause zu finden, entschied sich aber nicht wie sonst üblich für eine schöne Baumhöhle, sondern für den außergewöhnlich göttlichen Platz.

Das ist bereits 1,5 Jahre her. Seitdem empfängt Markus Borek immer wieder die tierischen Besucher. „Ich freue mich sehr. Das zeigt: Die katholische Kirche lebt – halleluja!“ Laut Ottmar Gebhardt vom Kirchenvorstand darf die Carnica-Familie erst mal bleiben. Was mit dem Kirchen-Honig geschieht, ist allerdings noch unklar.

Bienen sind auch auf eine insektenfreundliche Gestaltung von Gärten angewiesen. Wer auf Zuchtpflanzen und Schotterflächen setzt, erschwert Insekten die Suche nach Nektar und Pollen erheblich. Ein guter Bienengarten lebt von viel Natur – wir zeigen, wie das geht.

Der Schutz der Bienen steht im Koalitionsvertrag, vor zwei Jahren kündigte die Agrarministerin unter anderem ein Glyphosat-Verbot für Privatleute an. Doch das Insektenschutz-Gesetz ist noch nicht fertig - Umweltschützer fürchten, dass daraus nichts mehr wird.

Viel wird seit einiger Zeit diskutiert über den dramatischen Insektenschwund und seine Ursachen. Doch belastbare Daten sind rar. Eine Studie zu drei Naturregionen Deutschlands liefert wertvolle neue Zahlen.

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