Wenn das Internet ausfällt

Homeoffice: Risiko liegt beim Arbeitgeber

Lars Althoff ist Fachanwalt für Arbeitsrecht Foto: Geißler
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Lars Althoff ist Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Diese Regeln gelten für Arbeitnehmer im Homeoffice.

Remscheid. Seit Monaten schon setzen viele Firmen, wo es nur geht, aufs Homeoffice. Der aktuelle Lockdown light dürfte den Trend eher noch befeuern. Doch was ist bei der Arbeit von zu Hause eigentlich zu beachten? Wir klären die wichtigsten Fragen mit dem Remscheider Rechtsanwalt Lars Althoff.

Muss ich ins Homeoffice, wenn mein Chef das will?

„Grundsätzlich bedarf es für die Arbeit im Homeoffice einer vertraglichen Grundlage. Ohne eine entsprechende Regelung kann der Arbeitgeber kein Homeoffice anordnen“, sagt Althoff. Zu empfehlen sei in Corona- Zeiten eine gesonderte Homeoffice-Vereinbarung, in der alle Rechte und Pflichten geregelt werden. „Die Option kann sich zudem aus einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag ergeben.“

Was gilt beim Thema Arbeitszeit und Pausen?

Auch im Homeoffice gelte die übliche Arbeitszeit, so der Anwalt. „Es muss zudem sichergestellt sein, dass die Regeln des Arbeitszeitgesetzes eingehalten werden.“ Ähnliche gelte für Pausen und Ruhezeiten.

Muss der Arbeitgeber die technische Ausrüstung fürs Homeoffice stellen?

Laut Arbeitsstättenverordnung sei der Arbeitgeber für die Ausstattung des Homeoffice-Arbeitsplatzes zuständig, sagt Lars Althoff. „Dabei gelten nach dem Arbeitsschutzgesetz dieselben Vorschriften zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie für den Datenschutz wie für Arbeitsplätze an der Betriebsstätte.“ Eine Nutzung privater Geräte, zum Beispiel eines Computers, könne der Arbeitgeber nicht verlangen. „Verständigen sich beide Parteien aber auf die Nutzung privater Endgeräte, muss der Arbeitgeber den Schutz von Unternehmens- und Beschäftigtendaten und die Informationssicherheit durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen sicherstellen.“

Was ist mit sonstigen Kosten wie Strom und Internet?

In der Regel zahlt das der Arbeitgeber, zumindest wenn das Homeoffice vereinbart wurde. Dabei sei es auch möglich, eine Pauschale zu vereinbaren, sagt Althoff. „Hat der Arbeitgeber Ihnen hingegen lediglich die Möglichkeit eingeräumt, Ihre Tätigkeit auch aus dem Homeoffice zu erledigen, scheidet ein Erstattungsanspruch grundsätzlich aus.“

Was tun, wenn das Internet ausfällt?

Das falle unter das Betriebsrisiko des Arbeitgebers, so Althoff. Pflicht des Arbeitnehmers sei es aber, den Arbeitgeber umgehend darüber zu informieren und sich weiterhin bereit zu halten. „Unter Umständen könnten Sie verpflichtet werden, ihre Arbeit an ihrem regulären Arbeitsplatz fortzusetzen.“  -wey-

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Remscheid erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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