1342 Impfungen bis Ende Februar geplant

Halle West: Jetzt geht es auch im Impfzentrum los

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Eine der drei Impfstraßen in der Halle West: Im ersten Raum findet das Vorgespräch statt, dahinter die Impfung, anschließend warten die Impflinge im Ruhebereich.

Das Remscheider Impfzentrum hat seinen Betrieb aufgenommen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Um 14 Uhr am Montag begann die Einrichtung in der Halle West mit ihrer Arbeit – fast zwei Monate nach der Fertigstellung. Denn einsatzbereit war das Zentrum, wie vom Land gefordert, bereits seit Mitte Dezember. Allein der Impfstoff fehlte.

Der kommt nun nicht mehr nur für Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen und Krankenhaus-Personal, die in diesen Einrichtungen geimpft werden, sondern auch für Über-80-Jährige, die zu Hause leben, und Angehörige bestimmter Berufsgruppen.

Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan zeigt eine Ampulle des Biontech-Impfstoffs.

434 Dosen des Biontech-Impfstoffes seien für diese Woche angekündigt, sagt Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan, die Termine dafür längst vergeben. Am Freitag erwartet die Stadt dann eine Lieferung des Impfstoffes von Astrazeneca, der laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission nur an Unter-65-Jährige verimpft werden soll.

Bis dahin sind aber die Ältesten unter den Remscheidern dran, wenn sie denn einen der begehrten Termine bekommen haben. 120 waren es am gestrigen Montag. Dafür nehme man zwei der drei aufgebauten Impfstraßen in Betrieb, berichtete Eul-Jordan: „Damit sind wir noch weit, weit weg von der Volllast.“ Deswegen öffnet das Impfzentrum vorerst nur an vier Tagen pro Woche nachmittags.

„Das Datum, auf das wir alle hingearbeitet haben.“
OB Mast-Weisz über den Impfstart

Zumindest für die Über-80-Jährigen. Denn zusätzlich soll freitags AZD1222 von Astrazeneca verabreicht werden, zum Beispiel an Mitarbeiter mobiler Pflegedienste.

Das Impfzentrum wird von der Polizei und einem Sicherheitsdienst überwacht.

Während sonst die Kassenärztliche Vereinigung (KV) für die Terminvergabe verantwortlich ist, liege die hier bei der Stadt, sagt Eul-Jordan. „Dabei drehen wir den Spieß um.“ Man habe bereits Listen möglicher Kandidaten erstellt, die spreche man nun aktiv an. Bereits am Sonntag wurden fast 250 Termine vergeben.

Von einem „wichtigen Signal“ sprach Thomas Neuhaus, der Leiter des städtischen Krisenstabs, angesichts des Starts. Und auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz nannte den 8. Februar „das Datum, auf das wir alle hingearbeitet haben“. Auch das Wetter konnte die gute Laune des Stadtoberhaupts nicht trüben: „Die TBR haben extra noch mal die Straßen gereinigt.“

Zudem sei absehbar, dass das Tempo anziehe, berichtet der Feuerwehrchef. Bis Ende Februar seien 1342 Impfdosen von Biontech angekündigt, danach kämen 744 Dosen jede Woche.

Das Impfzentrum wurde extra ausgeschildert und eingezäunt.

Auch die Liefermengen der Astrazeneca-Vakzin sollen steigen. So soll das Impfzentrum ab März sieben Tagen pro Woche öffnen. Weiterhin freitags für den Astrazeneca-Impfstoff. Die restlichen Tage für die anderen Impflinge.

Was für beide Gruppen gleich ist, ist der Ablauf. Bereits vor der Tür überprüfen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Einladung. Noch im Windfang wird die Körpertemperatur gemessen. Drinnen folgen die Registrierung, ein Aufklärungsgespräch, die eigentliche Impfung und ein kurzer Aufenthalt in einem Ruhe-Bereich. Insgesamt könne man für den ganzen Termin rund 45 Minuten rechnen, sagt Guido Eul-Jordan.

Wer keinen Termin hat, darf die Halle übrigens gar nicht erst betreten. Mit Ausnahme von Begleitpersonen. Die seien gerade bei den Ältern durchaus erwünscht, betont Eul-Jordan: „Das gibt Sicherheit.“ Doch auch wer alleine kommt, werde gut betreut. So stünden im Wartebereich ständig zwei Mitarbeiter zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und beim Ausfüllen von Formularen zu helfen.

Während die Registrierung und den medizinischen Teil die KV übernimmt, sind dabei vor allem Mitarbeiter der Stadt aktiv. Rund 90 hätten sich nach einem Aufruf freiwillig gemeldet, berichtet OB Mast-Weisz. Ein weiteres Zeichen dafür, wie gut die Stadt in der Pandemie zusammenhalte.

Remscheider Impfzentrum nimmt seinen Betrieb auf

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Mutation

Seit Montag steht fest, dass es in Remscheid insgesamt drei bestätigte Fälle der britischen Corona-Genmutationen gibt. Diese seien auf eine Infektion in Solingen zurückzuführen, teilt die Stadt mit. Weitere Verdachtsfälle dieser Corona-Variante gebe es nicht.

Standpunkt: Kompliziert? Nein, Alltag!

Von Sven Schlickowey

Der eine Impfstoff ist noch für die Über-80-Jährigen reserviert, die Terminvergabe erfolgt über die KV, die zweite Impfung nach drei Wochen. Das andere Vakzin gibt es nur für Menschen unter 65, um die Termine kümmert sich die Stadt, und die Zweitimpfung steht nach neun Wochen an.

sven.schlickowey@rga-online.de

Und ein dritter Impfstoff steht bereits in den Startlöchern. Und bei dem sind einige Dinge dann wieder anders. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, das sei alles furchtbar kompliziert. Für den städtischen Krisenstab, die niedergelassenen Ärzte und alle die anderen Beteiligten in Remscheid gehört so etwas seit Wochen zum Alltag. 

Was hier, auch und vor allem in der zweiten Reihe, von Menschen, deren Namen man nicht regelmäßig in der Zeitung liest, geleistet wird, oftmals über die eigentliche Arbeitszeit hinaus, ist beachtlich. Zumal Erlasse wie der zum neuen Astrazeneca-Impfstoff die Verwaltung auch gerne mal am Wochenende erreichen. Läuft dabei immer alles rund? Vermutlich nicht. Aber am mangelnden Engagement vor Ort liegt das sicher nicht. 

Am Montag nahm das Impfzentrum seinen Betrieb auf - Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan würde gern mehr Spritzen setzen.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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