Kleine Aufmerksamkeiten

Es gibt klare Regeln fürs „Neujährchen“

Gerade zum Jahreswechsel werden Briefträger mit kleinen Zuwendungen bedacht. Die Post hat nichts dagegen. Symbolbild: Christian Beier
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Gerade zum Jahreswechsel werden Briefträger mit kleinen Zuwendungen bedacht. Die Post hat nichts dagegen.

Geschenke für Müllmänner, Briefträger und Zeitungszusteller.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Es ist eine Anerkennung für die Arbeit, die übers Jahr geleistet wurde, und wird deswegen zum Jahreswechsel überreicht: Kleine Geschenke, oft „Neujährchen“ genannt, an Postboten, Müllmänner und Zeitungszusteller sind gute Tradition. Unterliegen aber auch Regeln. Die sind vor allem für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst streng. So dürfen Beamte, darunter fallen zum Beispiel alle Polizisten, gar keine Geschenke annehmen, die mit ihrem ausgeübten Amt in Zusammenhang stehen. Für Angestellte in der Verwaltung, dazu gehören auch die Mitarbeiter der Technischen Betriebe, wiederum gibt es klare Grenzen.

So dürfen Müllmänner, Hausmeister und Co. in Remscheid nur „geringfügige Aufmerksamkeiten“ annehmen, erklärt Stadtsprecherin Viola Juric. „Das ist in einer allgemeinen Geschäftsanweisung geregelt, der jeder zustimmt, der für die Stadt arbeitet.“ Als geringfügig gelten Geschenke bis zu einem Gegenwert von maximal 10 Euro. „Bargeld ist aber gar nicht erlaubt.“

Grundsätzlich seien die Mitarbeiter der Stadt gehalten, überhaupt keine Geschenke anzunehmen, sagt Juric. „Außer wir merken, dass es das Gegenüber sonst verletzen würde.“ Erfahrungsgemäß kämen viele dieser Neujährchen von Menschen, die „nicht aus dem Vollen schöpfen“ können, so die Stadtsprecherin. „Und wir wollen ja niemandem ein schlechtes Gefühl geben.“ Deswegen könnten in solchen Ausnahmen zum Beispiel selbst gebackene Plätzchen oder vergleichbare Geschenke angenommen werden.

Außerhalb der öffentlichen Verwaltung sind die Regeln weniger streng. Die Deutsche Post und der dazugehörige Paketdienst DHL zum Beispiel sind nicht grundsätzlich gegen Trinkgelder für ihre Mitarbeiter – so lange deren Höhe im Rahmen bleibe. Ähnlich sieht es Konkurrent Hermes: Man könne den Kollegen nicht verbieten, Trinkgelder anzunehmen, erklärt ein Unternehmenssprecher. Zumal diese sich naturgemäß über solche Zuwendungen freuen – „auch außerhalb der Weihnachtszeit“.

Auch die Zusteller des RGA freuen sich über kleine Geschenke, berichtet Vertriebsleiter Oliver Böttner. Zwischen vielen Lesern und „ihren“ Zustellern bestehe ein relativ enges Verhältnis, sagt Böttner: „Die Zusteller sind rund 300 Mal im Jahr bei den Menschen an der Haustür, das ist noch intensiver als bei der Post.“ Zahlreiche RGA-Leser deponierten deswegen Neujährchen für die Zusteller am Briefkasten, sagt Böttner. Wenn das, zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern oder an belebten Straßen, nicht möglich ist, springt der Zeitungsverlag als Vermittler ein: Leser geben, wenn Corona es zulässt, Umschläge, Flaschen oder Plätzchen in der Geschäftsstelle ab, anhand ihrer Adresse werden die Aufmerksamkeiten dann dem jeweiligen Zusteller zugeordnet und übermittelt.

Darf ich ein Feuerwerk im eigenen Garten zünden? Corona-Regeln an Silvester.

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