Abweichendes Verhalten

Gericht schickt Remscheider (24) in die geschlossene Psychiatrie

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Das Landgericht Wuppertal stuft den Remscheider auf Dauer als gemeingefährlich ein.

Der gewaltbereite Mann schlug mit Flasche zu und grölte Nazi-Parolen.

  • Remscheider soll bei Vorfällen unter Alkohol und Drogen gestanden haben.
  • Der 24-Jährige soll Nazi-Parolen gerufen und den Hitler-Gruß gezeigt haben.
  • Angeklagter wird als gemeingefährlich eingestuft.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Nach bedrohlichen Auftritten und einer gefährlichen Attacke mit einer Flasche muss ein psychisch kranker Remscheider (24) in eine geschlossene Klinik. Er soll bei den Vorfällen unter Alkohol und Drogen gestanden haben, als er Nazi-Parolen gerufen und den Hitler-Gruß gezeigt hatte.

Das Landgericht Wuppertal stuft den Mann auf Dauer als gemeingefährlich ein, das Urteil ist noch angreifbar. Der vorsitzende Richter erläuterte: „Er bezieht die Leute auf der Straße sämtlich auf sich und sagt: ‘Die reden alle über mich.’ Das ist der Kern des Problems.“

Remscheider (24) schlug mit Bierflasche

Ausschlag für das Urteil gab ein Geschehen vom Juni 2019, das die Staatsanwaltschaft nachträglich in den Prozess gebracht hatte: Laut einer Zeugin schlug der 24-Jährige im Streit einem Gegner eine Bierflasche auf den Kopf, dass sie zerbarst. Der Verletzte sei bewusstlos zu Boden gesunken.

Seit August 2019 ist der Remscheider in einer Klinik

Fazit des Gerichts: „An dieser Stelle hat er für sich eine Grenze überschritten: Er hat erstmals einen gefährlichen Gegenstand gegen einen Menschen eingesetzt. Er wird es wieder tun, wenn die Psychose hochkommt.“

Frühere Vorfälle sollen zwar lautstark, aber milder verlaufen sein. Im November 2018 gab es eine Prügelei auf dem Theodor-Heuss-Platz, die sich aus einem Gerangel in der Trinkerszene entwickelt haben soll. Im Januar 2018 soll der 24-Jährige auf der Bismarckstraße mit einem Messer herumgefuchtelt haben. Dazu kamen Widerstand bei Festnahmen und Ansagen: Er sei „SS-Soldat“, „Arier“ und „ausgebildet von SS und SA“, „geboren, um zu töten“. Bei einer Gelegenheit soll der Mann angekündigt haben: Er werde „den Neger abstechen“. Im Gericht sagte der Beschuldigte: „Wenn man sich aufregt, sagt man so Sachen.“

Der 24-Jährige hat keine Ausbildung und hatte bis zur vorläufigen Einweisung in eine Klinik August 2019 keine Arbeit. Der Mann erklärte, er werde das Urteil annehmen: „Ich weiß, dass ich Mist gemacht habe.“

Erst vor einer Woche musste sich ein Remscheider wegen drastischer Äußerungen bei Facebook am Landgericht in Wuppertal verantworten. Das Landgericht Wuppertal beendete das Verfahren ohne Urteil und Strafe, wenn er 700 Euro an das bergische Kinderhospiz zahlt.

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