Kinderschutzbund startet Kampagne in NRW

Gegen sexualisierte Gewalt: Promis machen sich für Kinder stark

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Fotograf Wolfgang Tillmans ist einer der prominenten Unterstützer. 

„Tatort“-Schauspieler Dietmar Bär, Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth oder NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. 30 Prominente sprechen sich gegen sexualisierte Gewalt an Kindern aus. Auch Remscheider Promis machen bei der Kampagne des Kinderschutzbundes NRW mit – unter anderem der international bekannte Fotograf Wolfgang Tillmans, Schauspielerin ChrisTine Urspruch, Doc Esser, Model Sally Haas oder Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck.

Sie alle vertreten dieselbe Meinung: Kinder sind unantastbar. Auf Einladung des Kinderschutzbundes Remscheid prangen die im Bergischen Land bekannten Gesichter nun auf dem Plakat der NRW-weiten Aktion. Zum Weltkindertag am Sonntag veröffentlicht der Ortsverband Fotos der teilnehmenden Promis auf seiner Internet-, Facebook- und Instagramseite.

„Lügde, Bergisch Gladbach, Münster: Die zahlreichen Fälle brutaler sexualisierter Gewalt in der letzten Zeit machen uns fassungslos“, sagt Karl-Richard Ponsar, Vorsitzender des Kinderschutzbundes Remscheid. Deshalb wolle man mit der Kampagne „Kinder sind unantastbar“ ein deutliches Zeichen setzen. „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist ein riesiges gesellschaftliches Problem, das wir gemeinsam angehen müssen“, fordert Ponsar.

Die Weltgesundheitsorganisation geht für Deutschland von einer Million Mädchen und Jungen aus, die sexualisierte Gewalt erlebt haben oder erleben. Statistisch gesehen sind das pro Schulklasse ein bis zwei Kinder. „Wir alle müssen wachsam sein“, erklärt Ponsar. Dazu gehörten nicht nur Verwandte und Bekannte, sondern auch Erzieher in Kitas, Ärzte und Polizisten. „Was tue ich bei einem Verdacht auf sexualisierte Gewalt? Das müssen alle wissen, die mit Kindern arbeiten – und da gibt es noch viel zu tun“, betont der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Remscheid.

Remscheid: Betroffene, Angehörige und Fachkräfte erhalten hier Hilfe

Denn Erwachsene sollten die Botschaften der Kinder ernst nehmen – und im Zweifel Beratungsstellen aufsuchen. Zum Beispiel die Familienberatungsstelle des Kinderschutzbundes, die unter Tel. 2 71 90 erreichbar ist. Betroffene, Angehörige und Fachkräfte erhalten zudem Unterstützung beim „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“, Tel. (08 00) 2 25 55 30, sowie beim Kinder- und Jugendtelefon, der „Nummer gegen Kummer“: Tel. 11 61 11. 

Seit Jahren setzen sich die Remscheider bereits dafür ein, dass Kinder gehört werden. Mitarbeiter des Kinder- und Jugendtelefons begleiten zum Beispiel das Präventionsprojekt gegen sexualisierte Gewalt für alle dritten und vierten Klassen der Remscheider Grundschulen, „Mein Körper gehört mir!“ Auch beim Müttertreff „Mama mia“ ist die Prävention stets ein Thema.

kinderschutzbund-remscheid.de

Das Kindergesetz auf gewaltfreie Erziehung wird 20 – Karl-Richard Ponsar vom Kinderschutzbund zieht Bilanz.

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