Nach Verzögerung

Freibad Eschbachtal öffnet voraussichtlich am 2. Juli

Sportdezernent Thomas Neuhaus und Regina Rottschy vom Sportamt freuen sich auf die Saison. Sie betonten: Die Sicherheit der Badegäste geht vor. Foto: Michael Schütz
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Sportdezernent Thomas Neuhaus und Regina Rottschy vom Sportamt freuen sich auf die Saison. Sie betonten: Die Sicherheit der Badegäste geht vor. 

Eintrittskarten müssen online gekauft werden – 750 Gäste dürfen gleichzeitig hinein.

  • Ein unabhängiger Gutachter muss vor der Eröffnung des Freibades grünes Licht geben.
  • Für die Gäste gelten coronabedingte Spielregeln.
  • Das Sportstättenförderprogramm des Bundes soll neu aufgelegt werden.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Das Wasser glitzert verführerisch in der Sonne, die Einrichtung ist frisch gestrichen, der Rasen ordentlich gemäht: Das Freibad ist bereit für die Gäste. Dennoch müssen sich die Remscheider noch ein paar Tage gedulden. Laut Sportdezernent Thomas Neuhaus und Regina Rottschy vom Sportamt plant die Stadt, das Freibad Eschbachtal am2. Juli zu öffnen. Das Gesundheitsamt muss bis dahin noch eine einwandfreie Wasserqualität bestätigen, und der unabhängige Gutachter muss grünes Licht geben. Denn der hatte in der Vergangenheit erhebliche Mängel am ältesten Binnenfreibad Deutschlands festgestellt. Der Rat hatte für diese Extra-Sanierung eigens 275 000 Euro freigegeben. Ohne die Mängelbeseitigung hätte das Freibad diesen Sommer nicht öffnen können.

Corona hatte dem Freibad-Team einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nicht nur das Eschtival im September musste verschoben werden, auch der geplante Öffnungstermin am Samstag, 27. Juni, war nicht zu halten. Denn wegen der Pandemie hat sich die Lieferung von dringend benötigten Ersatzteilen verzögert: Eine Fliesenfirma war laut Neuhaus in Kurzarbeit und konnte die Wandfliesen nicht liefern. Diese sind nun verbaut. Auch die Ansaugsiebe wurden optimiert, Wege neu gepflastert und der als unsicher eingestufte Sprungturm entfernt. Neuhaus und Rottschy gehen davon aus, dass der geplante Öffnungstermin am 2. Juli klappt. Die Stadt wird noch einmal informieren. „Wir wissen, die Leute dursten nach dem Badevergnügen, aber wir brauchten etwas mehr Zeit. Wir gehen mit großer Sorgfalt vor“, betont Neuhaus.

Eschbachtal: Das Hundeschwimmen beendet wieder die Badesaison

Diese Spielregeln gelten in dieser besonderen Saison, die von Corona geprägt sein wird: Eintrittskarten müssen online gekauft werden. 750 Gäste dürfen sich gleichzeitig auf dem 30 000 Quadratmeter großen Areal aufhalten. Der Eingang befindet sich am roten Tor, der Ausgang am großen Tor hinter dem Kiosk. Wichtiger Hinweis: Die Badegäste müssen weder im Becken noch auf ihrem Handtuch einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nur beim Betreten und Verlassen des Bades und in den Gebäuden muss die Maske angezogen werden – also auch in den Toilettenräumen. Duschen, Umkleiden und Spinde bleiben jedoch geschlossen.

Auf der Liegewiese muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern in alle Richtungen eingehalten werden. Es gibt markierte Abstandsflächen. Der Bereich um das Babybecken und um den Spielplatz ist geöffnet. Dieser ist Familien vorbehalten. Auch der Kiosk öffnet – wie überall muss hier auch Abstand gewahrt werden. Genauso in den Schwimmbecken. Liegen und Spielmaterial können dieses Jahr nicht ausgeliehen werden. Ob die Rutsche öffnet, entscheidet das Team nach Bedarf. Denn auch hier gilt es, das Coronaschutzkonzept einzuhalten. Zudem wird häufiger gereinigt. Die Schwimmmeister, der Sicherheitsdienst und Hilfskräfte kontrollieren, ob sich die Gäste an die Regeln halten.

Eschbachtal: Verantwortliche hoffen weiter auf Fördermittel

Wann die Saison endet, vermag die Stadt noch nicht zu sagen. „Das Freibad soll so lange geöffnet sein, wie sommerliche Temperaturen vorherrschen“, sagt Stadtsprecherin Viola Juric. Auf das Ende der Badesaison können sich indes die Vierbeiner freuen: Das Hundeschwimmen ist im Anschluss an die Badesaison geplant.

Übrigens ist es der Stadt gelungen, Hilfskräfte und Rettungsschwimmer zu gewinnen. Dennoch sucht das Team weitere Helfer. Interessierte können sich melden: Tel. 38 86 01.

Und auch sonst gibt es für das Freibad wieder einen Hoffnungsschimmer am Horizont: Laut dem bergischen Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU) wird das Sportstättenförderprogramm des Bundes neu aufgelegt. „Er hat nicht vergessen, dass wir beim letzten Mal keinen Zuschlag erhalten haben, Solingen und Wuppertal aber schon“, sagt Neuhaus. Auch das Förderprogramm „Soziale Integration im Quartier“ soll wiederaufgelegt werden. „Wenn wir ganz viel Glück haben, können wir einzelne Bauphasen stückeln und das Freibad so dort hineinbekommen“, ist Neuhaus optimistisch. 

Das Freibad Eschbachtal erhielt dieses Jahr kein Geld aus dem Bundesförderprogramm.

Ungewöhnlicher Anblick im Eschbachtal: So sieht das Freibad ohne Wasser aus.

Das 3. Eschtival, das Festival auf dem Freibadgelände, das eigentlich am 5. September hätte stattfinden sollen, muss wegen der Pandemie ausfallen. Stefan Grote, Vorsitzender des Freibad-Fördervereins, konnte schon einen neuen Termin ausmachen.

Eintrittskarten + Öffnungszeiten

Karten: Gäste müssen ein Ticket online oder an den Vorverkaufsstellen erwerben. Die Kasse im Bad bleibt zu. Ausnahme: Frühschwimmer erhalten täglich von 10 bis 11 Uhr im Schwimmmeisterraum am Seiteneingang ihre Karte. Gebuchte Tickets sind vom Umtausch ausgeschlossen – auch, wenn schlechtes Wetter herrscht. Das Ticket ist gültig für den ganzen Tag. Gäste können sieben Tage im Voraus buchen. Das Formular soll die Tage freigeschaltet werden.

remscheid-live.de

Preise: Kinder bis vier Jahre haben freien Eintritt. Jugendliche bis 18 Jahre zahlen 2,50 Euro, Erwachsene zahlen 4 Euro. Derzeit sind keine Ermäßigungen, Familienkarten und 10er-Karten möglich. Wichtig: Die Tickets müssen nach dem Eintreten aufbewahrt und beim Verlassen des Bades erneut vorgezeigt werden. Oder: Ticket auf dem Smartphone vorzeigen. Das Team scannt den QR-Code.

Öffnungszeiten: täglich 12 bis 18 Uhr, Frühschwimmen täglich 10 bis 11 Uhr.

Auch das Lenneper FreizeitbadH2O öffnet in der kommenden Woche wieder.

Standpunkt: Sicherheit geht vor

Von Melissa Wienzek

melissa.wienzek@rga-online.de

Natürlich musste sich die Stadtverwaltung den einen oder anderen Unkenruf gefallen lassen, warum Remscheid sein Freibad im Gegensatz zu anderen Städten noch nicht geöffnet hat. Schließlich ist das Wetter perfekt. Natürlich kann man den Wunsch nach Erfrischung und Bewegung im Freien, vor allem in Coronazeiten, verstehen. Aber Sicherheit geht vor. Und dass die Stadtverwaltung große Sorgfalt walten lässt, zeichnet sie aus. Es geht schließlich um das höchste Gut der Badegäste: ihre Gesundheit. 

Für ein Freibad ein Corona-Schutzkonzept zu erstellen, ist schon ein Mammutprojekt. Für das Team ist es eine ganz neue Situation. Es müssen Dinge bedacht werden, die vorher selbstverständlich waren. Daher sollten die Unken ihre Rufe ein wenig dämpfen. Zumal das Freibad Eschbachtal im Gegensatz zu anderen Bädern im Umkreis nicht nur vier Stunden, sondern ganze sechs Stunden am Tag öffnen wird. Und auch die Frühschwimmer kommen wieder auf ihre Kosten. Wenn es denn dann auch ein paar Tage länger gedauert hat: Das Freibad erstrahlt im neuen Glanz.

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