Naturschutz

Extreme Brandgefahr: So kann jeder den Wald schützen

Den ersten Waldbrand der Saison löschte die Feuerwehr am 8. April. Oberhalb der Preyersmühle brannten 4500 Quadratmeter. Foto: Roland Keusch
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Den ersten Waldbrand der Saison löschte die Feuerwehr am 8. April. Oberhalb der Preyersmühle brannten 4500 Quadratmeter. 

Bäume und Büsche entzünden sich derzeit leicht. Stadtförster Markus Wolff erklärt, wie sich Spaziergänger zu verhalten haben. Sonst droht ein Bußgeld.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Die Bilder von den verheerenden Waldbränden in Gummersbach und an der deutsch-niederländischen Grenze schockieren. Auch in Remscheid brannten am 8. April bereits 4500 Quadratmeter oberhalb der Preyersmühle, weil ein Waldbesucher eine Zigarettenkippe achtlos wegwarf. Die Waldbrandgefahr in Remscheids 2300 Hektar großen grünen Lungen ist derzeit extrem hoch. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Warum besteht derzeit akute Waldbrandgefahr?

„Aufgrund der Dürre, einer geringen Luftfeuchtigkeit und einer Oberbodentrockenheit“, erklärt Stadtförster Markus Wolff. Hinzu kommt, dass viele Nadelbäume vom Borkenkäfer zerfressen oder vom Sturm beschädigt wurden – sie sind trocken und bieten damit optimalen Nährboden für jeden Waldbrand. Kommt nun auch nur ein Funke ins Spiel, brennt schnell alles lichterloh. Vor allem, wenn es dann noch windig ist. „Es könnte derzeit nicht schlimmer sein“, verdeutlicht Wolff. Es herrsche Waldbrandwarnstufe 4 von 5. Waldbrände seien derzeit nur schwer unter Kontrolle zu bringen.

Wie sollten sich Waldbesucher also verhalten?

Erstens: Seit 1. März und bis 31. Oktober herrscht im Wald grundsätzlich Rauchverbot. Zweitens: Autos dürfen nur auf Parkplätzen mit festem Untergrund abgestellt werden. „Nicht auf Rasen und schon gar nicht im Wald“, sagt Wolff. Drittens: Offene Feuerstellen und grillen im Wald sind verboten. „Das geht gar nicht!“

Betreffen die Vorsichtsmaßnahmen nur Waldgebiete?

Nein. Ebenso Parkanlagen. Auch hier können sich Büsche und Bäume leicht entzünden. Und: Wer in Waldnähe lebt, muss besonders aufpassen. „Das Landesforstgesetz besagt, es müssen 100 Meter Abstand zum Wald gegeben sein, sonst muss die Feuerstelle angemeldet werden. Das weiß kein Mensch, und es beachtet auch keiner“, sagt der Stadtförster. Jede Feuerschale, jeder Grill könne in Sekundenschnelle brandgefährlich werden – nämlich dann, wenn ein Funke vom Wind in den Wald getragen wird.

Wird derzeit verstärkt im Wald kontrolliert?

Ja. Denn in der Corona-Krise sei der Wald voll von Besuchern. Nicht nur das Stadtforstamt, auch die Polizei kontrolliere auf Krads, dass sich Waldbesucher an die Spielregeln halten. Und die würden oft mit Füßen getreten, sagt Wolff. „Ich habe es heute noch bei einer Kontrolle erlebt. Eine Frau ging mit ihren zwei Hunden im Wald spazieren – rauchend. Meinen Sie, sie hätte die Kippe mal aus dem Mund genommen, als ich sie darauf angesprochen habe?“ Für solch ein Verhalten haben die Förster kein Verständnis. „Wir sind manchmal wirklich fassungslos. Der gesunde Menschenverstand scheint bei vielen unterschiedlich ausgeprägt zu sein.“ Im Zweifel droht ein Bußgeld. Wer Raucher im Wald beobachte, sollte sie direkt ansprechen.

Wie kann ich im Wald Hilfe holen, wenn etwas passiert?

„Wir haben in Remscheid ein flächendeckendes Netz mit fast 60 Waldrettungspunkten. Diese befinden sich meist an markanten Kreuzungen. Wer einen Brand oder einen Unfall sichtet, kann der Feuerwehr den Standort mitteilen, der auf dem Schild des Rettungspunktes steht“, erklärt Wolff. Waldbesucher sollten einmal genau hinsehen, wo sich die Rettungspunkte befinden.

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