Virus-Gefahr

Coronavirus: Veranstaltungen in städtischen Kultureinrichtungen abgesagt

Die Stadt sagt unter anderem das Röntgen-Geburtstagskonzert ab.
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Die Stadt sagt unter anderem das Röntgen-Geburtstagskonzert ab.

Zahlreiche Veranstaltungen der Stadt sowie von Gymnasien und Gesamtschule werden vorerst nicht stattfinden. Für manche soll es einen Ersatztermin geben.

  • Einige Veranstaltungen von Stadt und Schulen werden in Remscheid wegen des Coronavirus abgesagt, andere verschoben.
  • Damit richten sich die Veranstalter nach dem NRW-Erlass zur Durchführung von Großveranstaltungen.
  • Hinter Kursfahrten ins Ausland stehen Fragezeichen.


+++Update, 13. März, 9.55 Uhr+++ Stadt sagt Veranstaltungen in Remscheider Kultureinrichtungen ab+++Osterfeuer im Lennepe Bachtal abgesagt+++

Der Krisenstab der Stadt Remscheid folgt der Empfehlung der Bundesregierung an, auch auf alle nicht notwendigen Veranstaltungen unter mit tausend Teilnehmern zu verzichten.  Alle Veranstaltungen in den KultureinrichtungenTeo Otto Theater, Deutsches Röntgen-Museum und Deutsches Werkzeugmuseum werden zunächst bis zum 29. März abgesagt.

Der Verkehrs- und Förderverein Lennep teilte mit, das für den 11. April anberaumte Osterfeuer im Lennepe Bachtal abzusagen. Der Verein betont, dass das Risiko einer Übertragung für Besucher und auch die Helfer einfach zu groß sei. Man bedauere die Absage, insbesondere weil viel Geld und Arbeit in die Vorbereitungen geflossen seien. Nach eigenen Angaben plant der Verein, im Sommer eine Ersatzveranstaltung anzubieten.

+++ Update, 11. März, 18 Uhr: Stadt Remscheid sagt Röntgen-Geburtstagskonzert und Verleihung der Röntgen-Plakette ab +++

Remscheid. Die Stadt Remscheid sagt wegen des Coronavirus das Geburtstagskonzert zu Ehren von Wilhelm Conrad Röntgen am 27. März und die Verleihung der Röntgen-Plakette am 28. März ab. Das teilte die Stadt am Mittwochabend mit. Die Stadt Würzburg habe aus den gleichen Gründen entschieden, den für den 6. April vorgesehenen Festakt zum Röntgenjahr 2020 abzusagen. Entschieden hat die Stadt das aufgrund des NRW-Erlass zur Durchführung von Großveranstaltungen vom 10.03.2020. 

Ebenfalls von einer Absage betroffen wäre demnach das für den 2. April geplante Innovationstheater, eine Veranstaltung der Wirtschaftsförderung. Hier haben die Veranstalter jedoch bereits parallel eine Absage entschieden, heißt es von der Stadt. Gleiches gilt für den Bürgerempfang der Bezirksvertretung Lennep am Freitag, 13. März. In Einvernehmen mit Bezirksbürgermeister Markus Kötter werde der Empfang verschoben. Zur gegebener Zeit soll ein Ersatztermin bekannt gegeben werden.

Remscheid: Veranstaltungen des Teo Otto Theaters können vorerst stattfinden

Alle anderen Veranstaltungen des Teo Otto Theaters können – nach derzeitiger Bewertung der Lage – wie geplant stattfinden. Wer jedoch aus persönlichen Gründen derzeit vom Besuch einer Vorstellung absehen möchte, kann bis auf weiteres – auch nach Ablauf der normalerweise dafür geltenden 7-Tage-Frist – bis zum Veranstaltungstag seine Karten an der Theaterkasse zurückgeben - in diesem Fall ausschließlich gegen einen Gutschein und unter Berücksichtigung des üblichen Storno-Entgelts von einem Euro je Ticket, erklärt die Stadt.

Auch die für kommenden Samstag, 14. März, geplante Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Oberbürgermeisterin a. D. Beate Wilding und Oberbürgermeister a. D. Fred Schulz wurde anhand der Checkliste geprüft und kann im Ergebnis stattfinden. 

Alle weiteren geplanten städtischen Veranstaltungen sollen in den kommenden Tagen geprüft werden. Zugrunde legt die Stadt dabei eine Checkliste, die auf dem NRW-Erlass zur Durchführung von Großveranstaltungen basiert. Sie kann auf der Seite der Stadt eingesehen werden und soll Veranstaltern helfen, das individuelle Risiko einzuschätzen. red

Unser Bericht vom 11.03.2020: Schulen verschieben bunte Abende

Von Andreas Weber

Remscheid. Corona als Spaßbremse. Die angehenden Abiturienten am EMA und GBG hatten ihren bunten Abend bereits gefeiert,im Leibniz und Rögy wird er aufgrund der Virus-Gefahr verschoben. Die beiden Gymnasien folgen einer Empfehlung des Schulministeriums vom vergangenen Freitag, nach der geplante Veranstaltungen außerhalb des Unterrichts bis zu den Osterferien abgesagt werden sollten. „Es ist zwar offiziell nur eine Empfehlung, aber im Endeffekt haben wir keinen Handlungsspielraum“, erklärte Leibniz-Schulleiter Thomas Giebisch einer tief enttäuschten Q 2, deren 74 Schüler am 17. März die Kasse für die Abi-Feier auffüllen wollten.

Dieses Jahr muss er ausfallen: Der bunte Abend der Q2 im vergangenen Jahr am Röntgen-Gymnasium.

„Die Bühne bleibt leer“, heißt es kurz und knapp auf der Homepage des Röntgen-Gymnasiums, Bezug nehmend auf eine Mail des Ministeriums in Düsseldorf. Beide bunten Abende sollen im Mai nachgeholt werden nach den Viertfach-Abiprüfungen. Mit seinen Gymnasial-Kollegen Stephan Döring, Thomas Benkert und Rainer Schulz hat sich Giebisch für die hiesigen Gymnasien diese Woche kurzfristigauf ein einheitliches Vorgehen verständigt. Das sieht auch vor, dass weitere Veranstaltungen nicht wie geplant stattfinden.

Remscheid: Viele Schulveranstaltungen werden abgesagt

Das Oberstufenkonzert am Rögy (24. März) wird verschoben, das Theaterstück der Sophie-Brahe-Gesamtschule Berlin entfällt. Das EMA lässt das Sitzkissenspektakel ausfallen und den anstehenden Info-Abend. Am Leibniz wird das Hallensportfest in der Sporthalle (19. März) vertagt auf ein Datum nach den Osterferien, und der Info-Abend für die Einführung in die gymnasiale Oberstufe wird in dem geplanten Rahmen nicht stattfinden, durch die die 9er-Klassen gehen und sie über ihre Wahlmöglichkeiten informieren.

Auch am Gertrud-Bäumer-Gymnasium müssen liebgewordene Fixtermine wie der Frühlingsabend der fünften Klassen (18. März) und die Begabungsförderungs-Präsentation (19. März) auf Eis gelegt werden. „Jede größere Veranstaltung, die nicht stattfindet, bedeutet einen potenziellen Infektionsherd weniger“, sieht es Giebisch nüchtern. Er ist zuversichtlich, dass aufgeschoben nicht aufgehoben ist, hat aber auch Signale empfangen, dass die Abiturienten schon an Ersatzlösungen für die entgangene Fete mit Beiträgen aus den eigenen Reihen basteln.

GBG: Hinter Gedenkstätten-Fahrt nach Auschwitz stand Fragezeichen

Auch die Gesamtschulen hangeln sich angesichts der sich ständig veränderten Nachrichtenlage von Tag zu Tag. Die Sophie-Scholl hat ihren bunten Abend noch nicht abgesagt. „Die Tendenz geht aber dahin“, kündigt Michael Pötters, stellvertretender Schulleiter an. Hingegen ist das für 20. März geplante Schulfest an der Sophie-Scholl abgesagt und in das kommende Schuljahr verschoben. Ebenso erfolgte eine Absage für eine Oberstufen-Kursfahrt nach Rom. Ob eine weitere nach Großbritannien stattfinden wird, ist offen.

Am Mittwochabend hat das NRW-Schulministerium mitgeteilt, dass alle Schulfahrten bis zum Beginn der Osterferien abgesagt werden müssen. Betroffen ist damit auch die Gedenkstättenfahrt ins polnische Auschwitz, zu der das GBG Ende März einlädt.

Bisher gibt es vier bestätigte Corona-Fälle in Remscheid. Eine Reisegruppe hat sich bei einem Mitreisenden infiziert, der positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden war. Die Remscheider sind nun in Quarantäne. In Remscheid hat ein Krisenstab seine Arbeit aufgenommen.

Die Hygiene-Regeln an Schulen und in Kitas gelten aktuell genauso wie sonst auch: Hände waschen hilft im Kampf gegen Viren. Hier gibt es Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Standpunkt: Schmerzhaft - aber vernünftig

Von Manuel Böhnke

manuel.boehnke@rga.de

Sie haben geprobt, organisiert und vorbereitet – vorerst umsonst. Für die Schülerinnen und Schüler, die sich auf bunte Abende oder Oberstufenkonzerte gefreut haben, ist die Verschiebung der Veranstaltungen freilich eine Enttäuschung. Doch die nun getroffene Entscheidung ist vernünftig. Auch die Schulen müssen ihren Beitrag leisten, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Insbesondere im Sinne von Risikogruppen wie Menschen höheren Alters oder mit Vorerkrankungen. 

Lobenswert ist, dass sich die Schulleiter der Remscheider Gymnasien auf eine einheitliche Umsetzung der Empfehlung des Schulministeriums geeinigt haben. Mit solch einer klaren Ansage haben sich andere Stellen dieser Tage deutlich schwerer getan. Nun gilt es, zu hoffen, dass die Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden können – und die Schüler für ihre Mühen doch noch belohnt werden. 

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