Leere Regale im Supermarkt

Coronavirus: Remscheider hamstern Lebensmittel

Das Nudelregal bei Edeka Rötzel offenbart Lücken: Laut Mitarbeiterin Fabienne Rötzel sind vor allem günstige Sorten gefragt. Foto: Roland Keusch
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Das Nudelregal bei Edeka Rötzel offenbart Lücken: Laut Mitarbeiterin Fabienne Rötzel sind vor allem günstige Sorten gefragt.

Die Händler berichten von Umsätzen durch die Hamsterkäufe wie im Weihnachtsgeschäft. Vor allem haltbare Produkte wie Nudeln sind gefragt. Aber Lieferengpässe gibt es derzeit nicht.

  • Lebensmittelhändler in Remscheid bemerken die Auswirkungen des Coronavirus in den Regalen.
  • Die Kunden decken sich mit Hamsterkäufen ein, gerade Nudeln und Konserven seien beliebt.
  • Die Feuerwehr in Wermelskirchen sagt wegen des Virus Versammlungen ab.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Seit dem Jahr 1984 arbeitet Guido Rötzel, Inhaber der gleichnamigen Edeka-Märkte in Lennep und am Hasten, im Einzelhandel. „So etwas habe ich aber noch nie erlebt“, sagt der 52-Jährige. Damit meint er die Hamsterkäufe, die die Remscheider seiner Beobachtung nach seit Donnerstagnachmittag wegen der Ausbreitung des Coronavirus tätigen. „Unsere Umsätze sind aktuell mit denen der letzten Tage vor Weihnachten vergleichbar“, sagt er. Diese Entwicklung bestätigt Regina Buschhaus, Geschäftsführerin des Frischmarkts im Remscheider Südbezirk.

Remscheid: Hamstern wegen Coronavirus - Nudeln, Dosen und Klopapier im Supermarkt begehrt

Werden vor Weihnachten vor allem frische Produkte nachgefragt, landet derzeit Rötzel zufolge insbesondere Haltbares in den Einkaufswagen: „Nudeln und Konserven sind beliebt – auch Toilettenpapier ist begehrt.“

Trotz der hohen Nachfrage gibt es nach Einschätzung der Händler momentan keine Lieferengpässe für Lebensmittel. „Nur Desinfektionsmittel zu bekommen, ist noch immer schwierig“, fügt Rötzel an. Er vermutet, dass sich die Lage allmählich wieder entspannt. Davon geht auch Regina Buschhaus aus: „Jetzt haben die Leute ja erst mal Vorräte.“

Dass seine Kunden Hamsterkäufe tätigen, kennt Rötzel bislang einzig von angekündigten extremen Wetterereignissen wie starkem Schneefall. „Das ist aber nicht mit dem aktuellen Kaufverhalten vergleichbar“, sagt er. Außerdem können er und seine Mitarbeiter sich in solchen Fällen besser auf die gesteigerte Nachfrage vorbereiten.

Remscheid: Ordnungskräfte treffen sich trotz Coronavirus

Auch die Stadt beschäftigt der Coronavirus weiterhin. Die Feuerwehr Wermelskirchen hat ihre Jahresversammlung aller Feuerwehrleute sowie eine Führungskräftesitzung abgesagt. Die Sorge: Käme es zu einem Verdachtsfall innerhalb der Gruppe, müssten alle Feuerwehrleute in Quarantäne. Ein vergleichbares Vorgehen gibt es in Remscheid nich t, erklärt Viola Juric, Pressesprecherin der Stadt. „In der letzten Sitzung des Krisenstabs war der Schutz der Ordnungskräfte ein Thema“, sagt sie. Derzeit gebe es jedoch keine Anweisungen, Treffen von Rettungskräften abzusagen. „Unsere Ordnungskräfte sind ganz besonders für das Risiko im Kontakt mit Dritten bei Einsätzen und die entsprechenden Schutzmaßnahmen sensibilisiert.“

In Remscheid gibt es den ersten Verdachtsfall auf eine Coronavirus-Infektion: Wie die Stadt am Samstagabend mitteilte, hat das Gesundheitsamt bei einer Remscheiderin Symptome festgestellt, die auf eine Infektion hindeuten können.

Fast 40 Prozent der Unternehmen im bergische Städtedreieck geben an, dass der Coronavirus sich auf ihre Geschäftstätigkeit auswirkt. In einer Blitzumfrage hat die Bergische Industrie- und Handelskammer 4300 Unternehmen zu möglichen Auswirkungen befragt.

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