Sars-CoV-2

Coronavirus: Hilda-Heinemann-Schule vorsorglich geschlossen

+
Die Hilda-Heinemann-Schule bleibt bis einschließlich 20. März für die insgesamt 151 Schülerinnen und Schüler geschlossen.

Ein Fahrer eines Mietwagens hat sich bei infizierten Fahrgästen angesteckt. Danach transportierte er auch Schulkinder. Die Hilda-Heinemann-Schule wird deshalb vorsorglich bis zum 20. März geschlossen.

  • Fahrer, der eine Reisegruppe aus dem Nahen Osten transportiert hat, bei sich den infizierten Fahrgästen angesteckt.
  • Hilda-Heinemann-Schule wird vorsorglich bis zum 20. März geschlossen.
  • Auch eine Remscheider Lehrerin hat sich beim Kontakt mit der Reisegruppe infiziert.

Bereits am Donnerstag hatte der Corona-Krisenstab die Hilda-Heinemann-Schule geschlossen. Der Anlass: Wie berichtet, war in der vergangenen Woche eine Reisegruppe aus dem Nahen Osten nach Remscheid zurückgekehrt. Vier Reisende hatten sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein Mietwagenfahrer aus Remscheid holte die Reisenden vom Flughafen ab und brachte sie nach Hause. Dabei steckte er sich an. Am Freitag vergangener Woche transportierte der Fahrer vier Schulkinder.

Eines geht zur Sophie-Scholl-Gesamtschule, zwei besuchen das Leibniz-Gymnasium und eines ist Schülerin der Hilda-Heinemann-Schule. Dabei handelt es sich um eine Förderschule mit dem Schwerpunkt der geistigen Behinderung.

Schule besuchen viele Kinder mit multiplen Erkrankungen

Ob sich die Kinder auf der gemeinsamen Fahrt angesteckt haben, ist noch ungewiss. Keines von ihnen zeigt bislang Erkältungssymptome. Bei der Schülerin der Hilda-Heinemann-Schule kann Beschwerdefreiheit jedoch nicht eindeutig festgestellt werden. Das Kind wird dauerbeatmet und kann sich nicht direkt zum eigenen Zustand äußern. Deswegen schließen die Ärzte nicht aus, dass es erste milde Symptome einer Erkältung zeigt.

Mit diesem Wissen hat sich der Krisenstab bereits am Donnerstagabend dazu entschieden, die Hilda-Heinemann-Schule zu schließen. Betroffen sind 151 Schülerinnen und Schüler. „Nicht auszuschließen ist das Risiko, dass die Schülerin das Virus in die Schule hineingetragen hat“, heißt es vonseiten der Stadt. Die Folgen könnten verheerend sein: Die Kinder sind teils multipel erkrankt oder haben (Vor-)Erkrankungen, die ihr Immunsystem in besonderer Weise schwächen. „Allein aus diesem Grund sind die gesundheitlichen Risiken bei einer Infektion mit dem Coronavirus für sie fatal“, erklärt der Corona-Krisenstab. gf/ric

+++UPDATE VOM 13. MÄRZ 2020+++

Das Infektionsgeschehen in Remscheid setzt sich fort: Wie die Stadt Remscheid am späten Donnerstagabend mitteilte, hat sich der Mietwagenfahrer, der am vergangenen Mittwoch die Reisegruppe aus dem Nahen Osten vom Flughafen nach Hause transportiert hat, bei den infizierten Fahrgästen angesteckt. Er befindet sich laut Angaben der Stadt seit Freitagabend gemeinsam mit seiner Ehefrau in häuslicher Quarantäne, nachdem sich bei ihm erste Erkältungssymptome eingestellten. Seit Mittwoch, 12. März, ist klar: Er trägt auch das Coronavirus in sich, das hat eine Testung zwischenzeitlich bestätigt.

Besonders kritisch in seinem Fall ist, dass er nach dem Transport der Reisegruppe weiter Fahrten angenommen und im Zuge dessen am Freitag, 6. März, vier Schulkinder transportiert hat. Eines geht zur Sophie-Scholl-Gesamtschule, zwei besuchen das Leibnitz-Gymnasium und eines ist Schülerin der Hilda-Heinemann-Schule. Ob sich die Kinder auf der gemeinsamen Fahrt angesteckt haben, ist laut der Stadt Remscheid ungewiss. Keines von ihnen zeige bislang Erkältungssymptome – eines der wesentlichen Kriterien dafür, dass sie als begründet verdächtig nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) betrachtet werden. 

Besonders kritisch ist dennoch: Bei der Schülerin der Hilda-Heinemann-Schule kann Beschwerdefreiheit nicht eindeutig festgestellt werden. Das Kind wird dauerbeatmet und kann sich nicht direkt zum eigenen Zustand äußern. Deswegen ist nicht auszuschließen, dass es erste milde Symptome einer Erkältung zeigt. Zusammen mit der Tatsache, dass sie direkten Kontakt zu einem an dem Coronavirus infizierten Menschen hatte, macht sie das zu einer Person, die nach RKI-Kriterien im begründeten Verdacht steht, sich infiziert zu haben.

Mit diesem Wissen hat sich der Remscheider Krisenstab dazu entschieden, die Hilda-Heinemann-Schule ab Freitag für die Dauer der angenommenen Inkubationszeit von 14 Tagen – gerechnet vom 6. bis einschließlich 20. März – für die insgesamt 151 Schülerinnen und Schüler zu schließen. "Nicht auszuschließen ist das Risiko, dass die Schülerin das Virus in die Schule hineingetragen hat", heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. 

Ganz besondere Berücksichtigung findet hier der Umstand, dass die Schülerschaft der Förderschule mit dem Schwerpunkt der geistigen Behinderung – genauso wie die Schülerin selbst auch – zum besonders schützenswerten Personenkreis nach den RKI-Richtlinien gehört. Die Kinder sind teils multipel erkrankt oder haben (Vor-)Erkrankungen, die ihr Immunsystem in besonderer Weise schwächen. "Allein aus diesem Grund sind die gesundheitlichen Risiken bei einer Infektion mit dem Coronavirus für sie fatal", heißt es in der Mitteilung.

Die Sophie-Scholl-Gesamtschule und das Leibniz-Gymnasium werden nicht geschlossen. Die Schülerschaft dieser Schulen gehört nicht zu der beschriebenen RKI-Risikogruppe. Die Stadt Remscheid weist ausdrücklich darauf hin: „Die Schülerinnen und Schüler sind beschwerdefrei. Sie befindenden sich bis auf Weiteres in häuslicher Quarantäne und nehmen am Unterricht bis zum Ausschluss der Infektion nicht teil."

Der Remscheider Krisenstab hat die zuständige Schulrätin Brigitte Dörpinghaus und den Schulleiter Christian Jansen bereits über die Schulschließung informiert. Mittels Telefonkette werden jetzt alle Eltern kontaktiert. Auch die Lehrerschaft wird kurzfristig informiert. Sie gehen weiter in die Schule und halten zu den Eltern Kontakt.

Zudem berichtet die Stadt, dass ein weiterer Mann positiv auf das Coronavirus getestet ist. Er habe erste Symptome einer Erkrankung wenige Tage nach seiner Rückreise aus Südtirol gezeigt. Der Mann befindet sich laut Stadt bis auf weiteres in häuslicher Quarantäne. gf

Unser Artikel vom 12. März 2020

Von Axel Richter

Das Coronavirus hat die erste Schule erreicht. Eine Lehrerin des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung an der Stuttgarter Straße hat sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert und befindet sich seit Sonntag in häuslicher Quarantäne. Die Frau zeigt leichte Erkältungssymptome.

Eine Lehrerin des Remscheider Berufskollegs Wirtschaft & Verwaltung hat sich mit dem Coronavirus infiziert (Archivbild).

Für die Schüler- und Lehrerschaft habe kein Ansteckungsrisiko bestanden, hieß es am Donnerstagnachmittag aus dem Corona-Krisenstab der Stadt Remscheid. Bei den Eltern und Kindern sorgte die Nachricht vom Ansteckungsfall an der eigenen Schule bis dahin für viel Unruhe.

Remscheid: Inzwischen sieben Corona-Infizierte

Mit der Lehrerin erhöht sich die Zahl der in Remscheid erkrankten Personen auf sieben. Die Zahl nannte Thomas Neuhaus, Vorsitzender des Remscheider Krisenstabes am Donnerstagabend im städtischen Hauptausschuss. Die Lehrerin hatte Kontakt zu einer Angehörigen aus jener Reisegruppe, die in der vergangenen Woche aus dem Nahen Osten nach Remscheid zurückgekehrt war. Am Sonntag zeigte sie selbst erste Symptome und wurde am Montag auf das Virus getestet.

„Alle Denker und Lenker der Stadtgesellschaft sind zugegen.“

Markus Kötter, Lennep-Bürgermeiser

Auf die Nachricht verließen am Donnerstagmorgen einige Schülerinnen und Schüler das Berufskolleg. Eltern wandten sich besorgt an die Stadt und an den RGA. Spät gab die Stadt Entwarnung. Es gebe „keinen Grund anzunehmen, dass es zu einer irgendwie gearteten Gefährdung von Schülerschaft oder Personal gekommen sein kann.“

Coronavirus: Krisenstab in Remscheid analysierte Ansteckungs-Risiko

Der Krisenstab, dem unter anderem das Gesundheitsamt, das Sana-Klinikum, die Feuerwehr, die Polizei und das Ordnungsamt angehören, beruft sich bei seiner Einschätzung auf eine gewissenhafte Risikoanalyse konform mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Diese Analyse habe ergeben, dass die Lehrerin am Freitag das letzte Mal in der Schule und dabei gesund gewesen sei. Zudem habe der Kontakt zu der Kranken aus der Reisegruppe, bei der sie sich ansteckte, so kurzfristig zurückgelegen, „dass es keine Übertragung auf andere Personen gegeben haben kann“, erklärt der Krisenstab. „Das Virus braucht rund 24 Stunden, um sich im Rachen so einzunisten, dass es von dort übertragen werden kann“, sagen die Mediziner. Zudem sei es zu keinem körperlichen Kontakt oder nahen Kontakt zu einem Schüler oder zu einem Kollegen gekommen.

„Eine Schulschließung zur Eindämmung des Risikos eines möglichen Infektionsgeschehens wird demzufolge nicht angeordnet“, erklärt die Stadt. Das unterstreicht Cornelia Berghaus-Biermann, Leiterin des Berufskollegs: „Es besteht überhaupt kein Anlass zur Panik. Es gibt keinen Grund, den Unterricht nicht stattfinden zu lassen.“ Schulschließungen, wie sie von den Lehrerverbänden gefordert werden, hat der Krisenstab der Stadt Remscheid bislang generell nicht erwogen. Auch sollten alle geplanten Veranstaltungen stattfinden. Das war der Stand am Montag. Jetzt mehren sich die Absagen.

Coronavirus: Stadt sagt mehrere Veranstaltungen ab

Unter anderem traf es den für den Freitagabend geplanten Bürgerempfang in Lennep. „Wir haben intensiv diskutiert“, sagt Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU). Allein: „Sicherheit geht vor.“ Bei dem traditionellen Empfang in der Klosterkirche seien „alle Denker und Lenker der Stadtgesellschaft zugegen“, sagt Kötter. Eine Infektion hätte unabsehbare Folgen.

Die für den Samstag vorgesehene Verleihung der Ehrenbürgerwürde an die ehemaligen Oberbürgermeister Beate Wilding (SPD) und Fred Schulz (CDU) findet ebenfalls nicht statt. Der Grund: Die beiden Laudatoren, die ehemalige Ministerpräsidentin von NRW Hannelore Kraft, und Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, haben der Stadt abgesagt. Das gelte auch andere Gäste, berichtet Viola Juric, Sprecherin des Corona-Krisenstabes: „Um die Verleihung der Ehrenbürgerschaft in einem gebührenden Rahmen zu feiern, haben wir entschieden, die Veranstaltung zu verschieben.“

Dem Gesundheitsamt werden weitere Verdachtsfälle gemeldet

Auch die Stadtsparkasse reagiert und hat Donnerstagabend die für Samstag angekündigte Immobilienbörse abgesetzt. Abgesagt ist ebenfalls das für den 27. März geplante Geburtstagskonzert zu Ehren von Wilhelm Conrad Röntgen und die Verleihung der Röntgen-Plakette am nächsten Tag. „Wir bedauern das wirklich sehr“, sagt Dr. Uwe Busch, Leiter des Lenneper Röntgen-Museums. Wie Markus Kötter hofft auch Uwe Busch auf einen Nachholtermin. Das fertiggestellte Röntgen-Geburtshaus soll in einem kleinen geladenen Kreis ohne Öffentlichkeit stattfinden. Das für den 2. April geplante Innovationstheater, eine Veranstaltung der Wirtschaftsförderung, komplettiert den Reigen der städtischen Großveranstaltungen, die vorläufig nicht stattfinden.

Dem Gesundheitsamt werden unterdessen weitere Covid-19-Verdachtsfälle gemeldet, darunter eine Remscheider Schülerin, die mit einer Reisegruppe des Wuppertaler Berufskollegs Haspel in Rom war. „Die Gesundheitsbehörde veranlasst bei begründeten Verdachtsfällen den Test auf eine Infektion“, versichert die Stadt. Den Schülerinnen und Schülern am Berufskolleg galt Donnerstag die Empfehlung, auf Symptome zu achten.

Stadt richtet Hilfetelefon für Ältere und Vorerkrankte ein

Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders vom Coronavirus bedroht. Sie sollten nach einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts möglichst daheim bleiben und Einkäufe von anderen erledigen lassen. Weil ein solches familiäres oder soziales Umfeld nicht immer gegeben ist, richtet die Stadt ein Hilfetelefon für Ältere ein. Es ist unter Tel. 4 64 53 51 zu erreichen.

Standpunkt: Wir überstehen auch diese Krise

Von Axel Richter

axel.richter@ rga-online.de

Noch einmal: An der Grippe sterben bislang weit mehr Menschen als an Covid-19. Dennoch stellt uns die Corona-Krise vor eine riesige Herausforderung. Reihenweise sahen sich am Donnerstag die verschiedenen Organisatoren dazu veranlasst, ihre Veranstaltungen abzusagen. Das ist richtig. Damit unser Gesundheitssystem nicht kollabiert und um ältere und kranke Menschen vor einer Infektion zu schützen, ist alles zu unternehmen, um das Virus an seiner raschen Verbreitung zu hindern. 

Wenn Großveranstaltungen deshalb ausfallen oder Fußballspiele ohne Zuschauer stattfinden müssen, so ist das ein geringer Preis, den wir dafür zahlen müssen. Zugleich muss den Veranstaltern bewusst sein, dass jede Absage die sie jetzt aussprechen, die um sich greifende Angst und Sorge vor Sars-CoV-2 weiter befeuern dürfte. Verantwortliches Handeln ist deshalb gefragt. Aber auch Gelassenheit. Damit überstehen wir auch die Corona-Krise.

Unser Bericht von 14.40 Uhr:

Remscheid. In Remscheid gibt es eine weitere Person, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hat. Das hat die Stadt Remscheid am Donnerstagnachmittag bekanntgegeben. Die Frau ist eine Angehörige der positiv Getesteten aus einer Reisegruppe, die in der vergangenen Woche aus dem Nahen Osten zurückgekehrt ist. Sie hatte seit Sonntagabend leichte Erkältungssymptome. Seitdem wurde bis auf weiteres häusliche Quarantäne für sie angeordnet. Damit steigt die Zahl der in Remscheid an Covid-19 erkrankten Personen auf fünf.

Die Infizierte ist Lehrerin am Remscheider Berufskolleg Wirtschaft & Verwaltung in der Stuttgarter Straße. Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes habe aber kein Ansteckungsrisiko mit dem Corona-Virus für die Kollegen und Schüler bestanden. Eine Schulschließung zur Eindämmung des Risikos einer möglichen Infektion werde demzufolge nicht angeordnet.

Die Frau hatte Kontakt zu einer positiv getesteten Person aus der Reisegruppe, zeigte selbst Symptome und wurde deswegen am Montag, 9. März, auf das Corona-Virus getestet. Dem Remscheider Gesundheitsamt wurde das positive Testergebnis auf das Virus Sars-CoV-2 am Donnerstagabend gemeldet, berichtet die Stadt.

Remscheid: Keine Schulschließung wegen Corona - so hat das Gesundheitsamt entschieden

Das Gesundheitsamt begründet seine Entscheidung wie folgt:

  • Nachdem dem städtischen Gesundheitswesen am Donnerstag der Nachweis des SARS-CoV-2 bei der Lehrkraft bekannt geworden ist, habe es eine gewissenhafte Risikoanalyse konform mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts durchgeführt. 
  • Die Analyse hat ergeben, dass die Lehrkraft an ihrem letzten Arbeitstag (Freitag, 6. März) 
  1.  gesund war,
  2. den Kontakt zu einer infizierten Person so kurz zurücklag, dass es keine Übertragung auf andere Personen gegeben haben kann (Das Virus braucht rund 24 Stunden, um sich im Rachen so einzunisten/zu entwickeln, dass es von hieraus übertragen werden kann.). 
  3. es keinen körperlichen Kontakt oder nahen Kontakt (also weniger als zwei Meter Abstand) zu irgendeiner Schülerin, einem Schüler oder den Kollegen gekommen ist.
  • Zusammenfassend gäbe es daher keinen Grund anzunehmen, dass es zu einer irgendwie gearteten Gefährdung von Schülern oder Personal gekommen sein könne.

Weitere Fälle von Corona-Virus-Infektionen an dieser Schule sind dem Gesundheitsamt nicht bekannt.

Remscheider Gesundheitsamt: Weitere Corona-Verdachtsfälle gemeldet

Dem Remscheider Gesundheitsamt werden weitere Covid-19-Verdachtsfälle – also weitere mögliche Infektionen mit dem Corona-Virus – gemeldet. Für die betroffenen Personen gilt bis auf weiteres häusliche Quarantäne. Die Remscheider Gesundheitsbehörde geht allen Fällen nach und veranlasst bei begründeten Verdachtsfällen den Test auf eine Corona-Virusinfektion

+++Update vom 8. März 2020+++ Das Coronavirus ist in Remscheid angekommen

Von Axel Richter

Für die Mediziner war es nur eine Frage der Zeit: Das Coronavirus ist in Remscheid angekommen. Vier Menschen sind am Wochenende positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Sie zeigen die üblichen Erkältungssymptome wie Schnupfen, Husten, einige auch leichtes Fieber, und befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Dr. Frank Neveling, Leiter des Remscheider Gesundheitsamtes, wirkt erneut beruhigend auf die Bevölkerung ein. „Es gibt keine schwere Verlaufsform“, erklärt er. Das heißt, keiner der Patienten zeigt Lungenprobleme, keiner leidet unter Atemnot. Angst sei deshalb unangebracht, „auch wenn sich das Virus weiter ausbreiten sollte“, erklärt der Remscheider Amtsarzt: „Wir haben in Deutschland mittlerweile einige hundert Infizierte. Wir haben in Deutschland noch keinen Toten.“

Die Remscheider waren auf einer Reise durch den Nahen Osten

Die sechs Getesteten waren Teil einer achtköpfigen Reisegruppe aus Remscheid. Sie waren mit insgesamt 30 anderen Mitreisenden aus verschiedenen deutschen Städten auf einer Busreise im Nahen Osten unterwegs gewesen. Auf der Rückreise nach Deutschland hatten sie sich bei ihrem Busfahrer mit dem Virus angesteckt.

Am Mittwoch kehrten sie nach Remscheid zurück. Sechs der acht Remscheider zeigten danach leichte Erkältungssymptome. Die sechs Reisenden wurden am Freitag im Sana-Klinikum auf das Coronavirus getestet, drei von ihnen positiv. Bei der vierten infizierten Person handelt es sich um die Angehörige eines Reisenden.

Alle neun Remscheider haben ihr Zuhause seit dem Freitag nicht mehr verlassen und kurieren ihre Erkältungsbeschwerden in den eigenen vier Wänden aus. Weil alle noch Urlaub hatten, haben sie ihre Arbeitsstätten zwischenzeitlich nicht aufgesucht. Das Gesundheitsamt informierte die Menschen, die seit Mittwoch Kontakt mit den Mitgliedern der Reisegruppe hatten. Es handelt sich um ein knappes Dutzend Personen.

„Coronaviren gehören seit Jahrhunderten zu den Infektionserregern.“
Dr. Frank Neveling, Gesundheitsamt

So wie es nur eine Frage der Zeit war, bis das neue Coronavirus in Remscheid ankommen würde, so gilt es zugleich als sicher, dass weitere Fälle hinzukommen. Zwischenzeitlich sind dem Remscheider Gesundheitsamt weitere Verdachtsfälle gemeldet worden. Auch für diese Menschen gilt bis auf weiteres häusliche Quarantäne. Die Gesundheitsbehörde geht den Fällen nach und lässt die Patienten bei einem begründeten Verdacht auf das Sars-CoV-2-Virus testen.

„Coronaviren gehören vermutlich seit vielen Jahrhunderten zu den üblichen Infektionserregern“, erklärt Dr. Frank Neveling in einem Video, das die Stadt Remscheid im Internet veröffentlicht hat. Die beste Art, sich vor den Erregern zu schützen, bleibt das regelmäßige Händewaschen. Dazu sollten große Menschenansammlungen vermieden werden.

Remscheid: Feuerwehr hat die Personalströme auf der Wache reduziert

Genauso schützen sich diejenigen, die am wahrscheinlichsten mit Infizierten in Berührung kommen: Ärzte und Pflegekräfte sowie die Einsatzkräfte im Rettungsdienst. Um den Ausfall von Personal nach einer Infektion gering zu halten, hat die Stadt die Personenströme auf der Wache der Feuerwehr reduziert. Darüber hinaus gelten auch für die Retter die üblichen Schutzempfehlungen.

WER GETESTET WIRD

KRITERIEN Nicht jeder, der glaubt, seine Erkältungssymptome würden auf das Virus Sars-CoV-2 hindeuten, wird darauf auch getestet. Nach einer Empfehlung des Robert-Koch-Institutes werden nur solche Patienten getestet, die entweder in den letzten zwei Wochen Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall hatten oder die innerhalb der letzten zwei Wochen in einem Risikogebiet waren.

Standpunkt: Panik machen andere

axel.richter@ rga-online.de

Ein Kommentar von Axel Richter

In jedem Jahr rasen neue Viren um den Globus. Auch das aktuelle Coronavirus ist nur eines von vielen Corona-Stämmen. Der Unterschied: Das neue Virus hat einen Namen erhalten. Zur Erinnerung, denn der RGA hat es berichtet: In jedem Jahr sterben im Bergischen Land bis zu 40 überwiegend ältere Menschen mit Vorerkrankungen an der Virusgrippe oder an ihren Folgen. In der ungewöhnlich starken Grippewelle 2017 / 2018 forderte die Influenza bundesweit 25 100 Todesopfer. 

Beim ersten Verdachtsfall von Sars-CoV-2, an dem in Deutschland noch niemand gestorben ist, aber hamstern die Remscheider Nudeln und Toilettenpapier. Und daran, das sei an dieser Stelle auch einmal deutlich gesagt, tragen nicht die allermeisten Medien oder der Staat die Verantwortung. Im Gegenteil leisten sie in der derzeitigen Lage ordentliche Arbeit. Panik ist das, was andere aus den Informationen machen.

+++UPDATE VOM 7. MÄRZ 2020+++

Remscheid. Das Ergebnis der Testung auf eine Coronavirus-Infektion von Freitag ist da: Drei der sechs getesteten Personen haben sich auf ihrer Bustour vom Nahen Osten zurück nach Hause bei einem Mitreisenden mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Außerdem wurde eine Angehörige aus diesem Personenkreis positiv getestet. Allen Erkrankten geht es gut. Sie bleiben weiter in häuslicher Quarantäne und kurieren ihre normalen Erkältungsbeschwerden in Ruhe aus. 

8 Urlauber waren am vergangenen Mittwoch von einer Busreise mit insgesamt rund 30 Mitreisenden aus unterschiedlichen Städten zurückgekehrt. Alle hatten Kontakt mit  Mitreisenden, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert worden waren, sechs Männer und Frauen zeigten Erkältungssymptome. Seitdem haben sie ihre häusliche Umgebung nicht mehr verlassen. Auch ihre Remscheider Arbeitsstellen haben sie nicht mehr aufgesucht. 

Zwischenzeitlich sind dem Remscheider Gesundheitsamt weitere Verdachtsfälle – also weitere mögliche Infektionen mit dem Coronavirus – gemeldet worden. Für die betroffenen Personen gilt bis auf weiteres häusliche Quarantäne. Die Remscheider Gesundheitsbehörde geht allen Fällen nach und veranlasst bei begründeten Verdachtsfällen den Test auf eine Coronavirus-Infektion.

Remscheid: Bürgertelefon ist auch am Wochenende erreichbar

Das am vergangenen Wochenende gestartete Bürgertelefon Coronavirus beim Bergischen ServiceCenter ist unter der Rufnummer (0 21 91) 16 - 20 00 montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 8 bis 18 Uhr für allgemeine Fragen zum Thema Coronavirus erreichbar. red

Unser Artikel vom 6. März 2020

Remscheid. In Remscheid gibt es neue Verdachtsfälle auf eine Infektion mit dem Coronavirus: Wie die Stadt am Freitagnachmittag mitteilte, hatten acht Personen aus einer Reisegruppe Kontakt mit einem Sars-CoV-2-Infizierten. Sechs von ihnen zeigen milde Erkältungssymptome. Sie haben sich möglicherweise bei einer Bustour in den Nahen Osten bei einem Mitreisenden angesteckt, der positiv auf das SARS-CoV-2 getestet worden war. 

Remscheid: Coronavirus-Verdachtsfälle sind getestet und in Quarantäne

Die acht Männer und Frauen befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne, heißt es von der Stadt. Nach ihrer Rückkehr von einer Busreise mit insgesamt etwa 30 Mitreisenden aus ganz Deutschland am Mittwoch hätten die acht ihre häusliche Umgebung nicht mehr verlassen. Auch ihre Remscheider Arbeitsstellen hätten sie demnach nicht mehr aufgesucht.

Die sechs Frauen und Männer, die Symptome einer Infektion zeigen, sind am Freitag im Sana-Klinikum auf das Virus getestet worden, teil die Stadt weiter mit. Nur diese sechs gelten als begründet verdächtig nach den Richtlinien des RKI. Wann das Ergebnis vorliege, sei unklar. Über das Testergebnis will die Stadt zeitnah informieren. red

Update, vom 04.03.2020: Gerüchte um Diebstähle von Desinfektionsmittel

Remscheid. Im Verlauf des Dienstags hatten in den sozialen Medien Gerüchte die Runde gemacht, in Remscheid seien im Sana-Klinikum und bei der Feuerwehr Handdesinfektionsmittel gestohlen worden. Auf RGA-Nachfrage dementierten sowohl Sana-Sprecher Stefan Mülders als auch die Feuerwehrleitstelle die Feuerwehrleitstelle die Gerüchte. 

Aber ist Desinfektionsmittel zwingend nötig, um sich vor dem Virus Sars-CoV-2 zu schützen? Es gibt viel, was jeder einzelne tun kann, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Wir haben Informationen dazu zusammengestellt - auch dazu, was Sie machen sollten, wenn Sie denken, daran erkrankt zu sein.

Unser Artikel vom 02.03.2020: Coronavirus: Entwarnung nach Verdacht

Im Sana-Klinikum in Remscheid werden Verdachtsfälle auf das Coronavirus getestet (Archivbild).

Am Montagabend kam die Entwarnung: Der Verdachtsfall einer Coronairen-Infektion, den das Gesundheitsamt der Stadt Remscheid am Samstag meldete, hat sich nicht bestätigt. „Der Test auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 blieb bei beiden Personen negativ“, teilte Viola Juric mit. Sie ist Sprecherin des Krisenstabes, der sich mit der Ausbreitung des Coronavirus auseinandersetzt. 

Remscheid: Keine weiteren Verdachtsfälle auf Coronavirus-Infektion

Eine junge Frau und ihr Lebensgefährte waren im Stadtgebiet Remscheid unter häusliche Quarantäne gestellt worden, nachdem sie vorher im Sana-Klinikum einem Test unterzogen worden waren. Die Laborergebnisse wurden der Stadt am Montagabend übermittelt. „Weitere begründete Verdachtsfälle bestehen in Remscheid zur Zeit nicht“, beruhigt Viola Juric in einer Pressemitteilung. 

Auch der Verdachtsfall in Wuppertal vom Wochenende hat sich nicht bestätigt: Ein Mann, der in die Lombardei gereist war und Grippe-Symptome aufwies, wurde negativ getestet. Die vorsorgliche Schließungen der Christian-Morgenstern-Schule und des Waldorf-Kindergartens in der Schluchtstraße 21 sind wieder aufgehoben.

Das Bürgertelefon zum Thema Corona-Virus ist beim Bergischen Service-Center unter der Rufnummer 0 21 91/ 16-00 montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr geschaltet. AWe

Corona-Pandemie: Desinfektionsmittel ausverkauft? So stellen Sie es selbst her

Unser Bericht vom 01.03.2020:

Remscheid. In Remscheid gibt es den ersten Verdachtsfall auf eine Coronavirus-Infektion: Wie die Stadt Remscheid am Samstagabend mitteilt, hat das Gesundheitsamt bei einer Remscheiderin Symptome festgestellt, die auf eine Infektion hindeuten können. 

Zur Zeit werden sie und ihr Lebensgefährte, der keine Symptome aufweist, im Remscheider Sana-Klinikum auf das Virus getestet. Mit dem Ergebnis ist laut der Stadt am kommenden Dienstag (03.03.) zu rechnen. Bis dahin müssen beide zu Hause in Quarantäne bleiben, um den Kontakt zu anderen Personen auszuschließen. 

Stadt Remscheid: Infektion mit Coronavirus bei Frau fragwürdig

Die Frau hatte am vergangenen Rosenmontag gemeinsam mit ihrem Freund eine Karnevalsparty in Gangelt im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg besucht. Aus dem gleichen Ort stammt das Ehepaar, das am Coronavirus erkrankt ist und einige Tage zuvor ebenfalls an einer Karnevalssitzung teilgenommen hatte. Gast im Festzelt war allerdings nur der Lebensgefährte der Remscheiderin. 

Ob es sich bei der aktuellen Symptomatik der Frau tatsächlich um Auswirkungen einer Infektion mit dem Coronavirus handelt, sei fragwürdig, heißt es von der Stadt Remscheid, "weil die junge Frau bereits zuvor an einer ärztlich diagnostizierten Grippe erkrankt war". Sie sei deswegen bereits vor den Karnevalstagen krankgeschrieben worden. Die Krankmeldung dauere bis auf weiteres an. 

Coronavirus: Mann der erkrankten Remscheiderin zeigt keine Symptome

Der Lebensgefährte der erkrankten Frau zeige keine Symptome einer Infektion. Außerdem habe er auch keinen Kontakt zu der Personengruppe gehabt, die im Nachgang an die Karnevalsveranstaltung in Gangelt positiv auf das Virus getestet worden war. Demnach ist er nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts nicht begründet verdächtig, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. In seinem Fall mache die Nähe zu seiner Freundin die Testung und den isolierten Aufenthalt in der gemeinsamen Wohnung erforderlich, heißt es von der Stadt. 

Auch in Wuppertal gibt es seit Sonntag einen weiteren Verdachtsfall. Die Behörden haben dort - rein vorsorglich - beschlossen, eine Schule und einen Kindergarten zunächst bis Mittwoch zu schließen.

Das Bergische Servicecenter hat aus aktuellem Anlass seinen Service erweitert und beantwortet diese Woche von 7 bis 19 Uhr allgemeine Fragen zum Thema Coronavirus. Für Remscheid gilt die Rufnummer (0 21 91) 16 - 20 00. Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Corona-Virus beantwortet das Robert Koch Institut auf seiner Internetseite. red

Eine Studentin der Bergischen Universität in Wuppertal hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Uni wurde vom Gesundheitsamt darüber informiert.

Der Coronavirus bremst die bergische Wirtschaft. Eine Umfrage zeigt: Fast 40 Prozent der Firmen spüren Auswirkungen durch Covid-19-Ausbreitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die Container für die Sophie-Scholl-Gesamtschule kommen
Die Container für die Sophie-Scholl-Gesamtschule kommen
Allee: Ohne die Eigentümer geht es nicht
Allee: Ohne die Eigentümer geht es nicht
Polizei ermittelt nach Mülltonnen-Brand in Lüttringhausen
Polizei ermittelt nach Mülltonnen-Brand in Lüttringhausen
SPD will Straße nach Willi Hartkopf benennen
SPD will Straße nach Willi Hartkopf benennen

Kommentare