Coronavirus

Zuerst negatives Ergebnis: Infizierte Lehrerin geht in ihre Klasse

Ein Abstrich für den Coronatest wird genommen (Symbolbild).
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Ein Abstrich für den Coronatest wird genommen (Symbolbild).

Die Pädagogin der Albert-Einstein-Gesamtschule hatte im Unterricht dann ein positives Ergebnis erhalten. Nun sind 27 Kinder und ein Kollege in Quarantäne.

Von Axel Richter

Remscheid. Herzlich willkommen zurück! So begrüßten gestern viele Schulen ihre Schützlinge. Nach sechs Wochen Sommerferien und Corona-Zwangspause sollte endlich wieder so etwas wie Schulalltag einkehren. An der Albert-Einstein-Gesamtschule währte der am Mittwoch jedoch kaum bis zur ersten Pause.

Im Unterricht erhielt eine Lehrerin die Nachricht, dass ihr Test auf Sars-CoV-2 positiv verlaufen war. Die Pädagogin, ein Kollege und die komplette Klasse befinden sich seither in häuslicher Quarantäne. Die Schule mit 1200 wird am Donnerstagmorgen dennoch wieder öffnen. Der Schulbetrieb geht wie geplant weiter.

„Wir können nicht wieder eine ganze Schule dichtmachen.“

Thomas Neuhaus, Schuldezernent

„Der Lehrerin ist überhaupt kein Vorwurf zu machen“, sagt Thomas Neuhaus, Schuldezernent und Vorsitzender des Corona-Krisenstabes. Im Gegenteil: Sie hatte mit negativem Coronatest am Morgen die Schule betreten und war gänzlich ahnungslos.

Remscheid: Lehrerin hatte Erkältungssymptome – Arzt gab Entwarnung

Thomas Neuhaus, Chef des Krisenstabes, weiß: Das Ergebnis ist nicht immer richtig. 

Das war passiert: Am Wochenende hatten sich bei der Frau, die nicht in Remscheid wohnt, Erkältungsbeschwerden eingestellt. Am Montag ließ sie sich bei einem Arzt in ihrer Heimatstadt auf das Coronavirus testen. Der Test wurde mit zwei Abstrichen vorgenommen - einer im Rachen, einer in der Nase.

Passend zum Schulstart gab der Arzt am heutigen Morgen Entwarnung: Das Testergebnis sei negativ. Danach fuhr die Lehrerin zur Schule und ging in ihre Klasse mit 27 Schülern der siebten Jahrgangsstufe. Doch am Vormittag folgte ein weiterer Anruf aus der Arztpraxis. Der zweite Test zeige leider ein positives Ergebnis. Die Lehrerin verließ daraufhin die Schule und das Remscheider Gesundheitsamt schickte ihre Klasse in Quarantäne. Zwei Wochen werden sich die Jungen und Mädchen nun erneut zu Hause aufhalten müssen.

Für Neuhaus ist der Fall so etwas wie ein Warnschuss. In den Pausen, aber auch im Unterricht müssen die Schülerinnen und Schüler Schutzmasken tragen. „Ich weiß, dass es daran viel Kritik gibt“, sagt Neuhaus. „Aber jetzt stelle man sich vor, die Frau wäre ohne Maske in die Klasse gegangen und auch die Jugendlichen hätten keine getragen.“

Insgesamt kehrten gestern annähernd 16 000 Kinder und Jugendliche an ihre Schulen zurück. Nicht alle haben die Corona-Regeln bereits verinnerlicht, nicht überall wurde das Abstandsgebot eingehalten. „Das sind junge Leute. Die dürfen wir nicht verdammen, sondern denen müssen wir erklären, erklären und nochmals erklären“, sagt Thomas Neuhaus. Insgesamt sei der erste Schultag mit Start in den Regelbetrieb aber reibungslos verlaufen.

Das unterstreicht Thomas Giebisch, Leiter des Leibniz-Gymnasiums in Lüttringhausen. „Ich bin sehr zufrieden mit der Disziplin unserer Schülerinnen und Schüler.“ 700 Mädchen und Jungen zählt das Gymnasium. „Alle haben die Maske getragen“, sagt Giebisch - trotz brütender Hitze. Für die Neuen gab es eine Begrüßungsfeier ohne die Eltern. Giebisch wollte die Gefahr begrenzen, die von Reiserückkehrern ausgehen könnte.

Corona: Jetzt stecken sich überwiegend junge Menschen an

Die Sorge ist berechtigt, wie ein Blick auf die offiziellen Infektionszahlen zeigt. Bei den Neuinfizierten und bei den Kranken handelt es sich zudem überwiegend um jüngere Menschen. Die gute Nachricht: Die allermeisten von ihnen zeigen nur geringe oder auch überhaupt keine Symptome.

Am heutigen Donnerstag soll die Albert-Einstein-Gesamtschule den Unterricht wieder aufnehmen. Einen Anlass, die Gesamtschule in der Remscheider Innenstadt nach den Ferien wieder zu schließen, sieht der Corona-Krisenstab nicht: „Tatsächlich hat es für alle Beteiligten aus medizinischer Sicht keine Infektionsgefahr gegeben.“ Außerdem, sagt Neuhaus: „Wir können nicht wieder eine ganze Schule dichtmachen.“

Bevor die 27 Kinder, ihre Lehrerin und ihr Kollege wieder in die Schule zurückkehren dürfen, werden sie in zwei Wochen erneut getestet. „Das gibt Sicherheit und Beruhigung für den Schulalltag“, heißt es aus dem Corona-Krisenstab. Wenn das Ergebnis dann zutrifft und nicht wie im Falle der ahnungslosen Lehrerin, die Menschen in falscher Sicherheit wiegt.

Alle Informationen zur Corona-Situation in Remscheid finden Sie in unserem Blog: Er wird laufend aktualisiert.

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