Projekt

Corona bremst Hospiz-Pläne etwas aus

Arbeiten Hand in Hand für das Hospiz (v. l.): Andreas Holthaus (Förderverein), Sandra Engelberg (Caritas) und Peter Siebel (Diakonie). Archivfoto: RK
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Arbeiten Hand in Hand für das Hospiz (v. l.): Andreas Holthaus (Förderverein), Sandra Engelberg (Caritas) und Peter Siebel (Diakonie).

Die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Baugrundstücks laufen.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Es vergeht kaum ein Tag, an dem Andreas Holthaus und seine Mitstreiter nicht an den Plänen für das Bergische Hospiz arbeiten. „Corona hat allerdings einiges durcheinandergewirbelt“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins hinter dem Projekt. Er hält einen Baubeginn in Bergisch Born im Sommer kommenden Jahres für realistisch.

Remscheid: Bau mit rund 750 Quadratmetern Nutzfläche geplant

Seit 2012 setzt sich der Förderverein für die Gründung eines stationären Hospizes für Remscheid, Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen ein. Der Verein, der Remscheider Caritasverband und die Diakoniestation Wermelskirchen gründen für den Betrieb eine gemeinnützige GmbH (gGmbH).

Entstehen soll der Bau mit rund 750 Quadratmetern Nutzfläche auf einem rund zehnmal so großen Grundstück in Bergisch Born. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer laufen Holthaus zufolge „auf Hochtouren“. Es stehen allerdings noch Gutachten aus, etwa zur Bodenqualität und zur Schallentwicklung. „Diese Fragen wollen wir sorgfältig klären“, betont Holthaus.

Nachdem der Vertrag für das Grundstück beim Notar war, können die Verantwortlichen die Baugenehmigung beantragen und anschließend die Aufträge für das Projekt verteilen. In beide Richtungen habe man bereits vorgefühlt, sagt Holthaus. „Dabei haben wir offene Türen eingerannt. Wir merken, dass der Stellenwert des Projektes groß ist.“

Bis die Bauunternehmen ihren endgültigen Auftrag erhalten haben, ist nur eine vage Kostenkalkulation möglich. Rund 2,1 Millionen Euro hat der Förderverein bisher für das Hospiz eingesammelt. „Damit sind wir auf einem guten Weg, zumal bis zum Baubeginn noch etwas Zeit ist“, sagt Holthaus.

Remscheid: Fehlende Veranstaltungen machen sich in der Kasse bemerkbar

Allerdings spüren die Mitglieder des Fördervereins auch bei diesem Thema die Auswirkungen der Corona-Krise. Durchschnittlich 300 000 Euro Spendengelder konnten sie bisher pro Jahr sammeln. „2020 werden wir diesen Wert nicht erreichen“, vermutet Holthaus. Das liege nicht zuletzt daran, dass Veranstaltungen und Events zugunsten des Hospizes nicht stattfinden können. Von ihrem Weg abbringen lassen sich Holthaus und Co. dadurch allerdings nicht: „Es geht in ganz kleinen Schritten vorwärts.“

Standpunkt: Trotz aller Unwägbarkeiten

Von Manuel Böhnke

Ziemlich genau acht Jahre ist es her, dass sich der Förderverein Christliches Hospiz Bergisches Land gegründet hat. Seitdem setzen sich seine Mitglieder dafür ein, dass die rund 180 000 Bewohner von Remscheid, Radevormwald, Hückeswagen und Wermelskirchen eine Einrichtung für schwerstkranke und sterbende Menschen bekommen. Einen einfachen Pfad haben die Aktiven um den Vorsitzenden Andreas Holthaus nicht eingeschlagen. Die Suche nach einem Standort, die Betreiberfrage, das Aufbringen der nötigen finanziellen Mittel – das waren nur drei der Unwägbarkeiten auf dem Weg zum Hospiz. 

Und jetzt fällt mitten in die heiße Planungsphase auch noch eine weltweite Pandemie, die das Vorhaben erneut ausbremst. Das ist zwar schade, letztendlich aber kein großes Problem. Natürlich wäre es schön, dieEinrichtung so schnell wie möglich bauen und eröffnen zu können. Viel wichtiger ist aber, vorher alle offenen Fragen und Eventualitäten auszuräumen. Für Schnellschüsse ist dieses Projekt zu wertvoll.

Ein voller Theatersaal, überaus spendenfreudige Gäste, Künstler, die auf ihr Honorar verzichten, Gesprächspartner, die etwas zu sagen haben: Der Journalist und „Kall nit – help!“-Moderator Horst Kläuser schien mit seiner Benefizgala zugunsten des geplanten Hospizes für Remscheid und Umgebung alles richtig gemacht zu haben.

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