Gedenken an einen großen Künstler

Remscheider Bühnenbildner Teo Otto bleibt unvergessen

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Gehörte zur nationalen deutschen Theaterszene einfach dazu: der Bühnenbildner Teo Otto.

Der Remscheider Bühnenbildner starb vor 50 Jahren im Alter von 64 Jahren. Er machte sich mit seinen Inszenierungen international einen Namen.

  • Der Remscheider Teo Otto war genialen Bühnenbildner.
  • Über 800 Inszenierungen hat Teo Otto in 45 Jahren künstlerisch eingekleidet.
  • Teo Otto starb am 9. Juni 1968 im Alter von 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

Von Lara Hunt

Remscheid. Vor 50 Jahren kam ein bedeutender Remscheider ums Leben: Teo Otto starb am 9. Juni 1968 im Alter von 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts in Frankfurt am Main. Fünf Tage später, am 14. Juni – einem Freitag – wurde er auf dem Friedhof in Bliedinghausen beigesetzt.

„Nun ist es getan, wie er es gewünscht: Teo Otto – was sterblich an diesem genialen Bühnenbildner – ruht in heimatlicher Erde. Zwei Birken flankieren sein Grab, und wie ein zeichenhafter Tiefenhintergrund staffeln sich bergische Wälder die Hänge hinauf, aus dem Eschbachtal bis Preyersmühle“, stand damals im RGA. Hunderte nahmen an der Trauerfeier teil, darunter viele Künstler, Intendanten und Schauspieler.

Theodor Karl Otto war Bildhauer, Maler und NS-Gegner. Geboren wurde er am 4. Februar 1904 in Remscheid. Sein Vater war Malermeister, seine Mutter, eine geborene Sökefeld, Tochter eines Steindruckers. Teo Otto war das erste Kind der beiden, bekam später zwei Geschwister. Er besuchte die Volksschule Wilhelmstraße und dann die Staatliche Fachschule für Eisen- und Stahlindustrie in der Schützenstraße.

Erste Kunst entstand in der Volkshochschule

Die Kunst zog ihn schon früh an. Unterstützt wurde er von der Volkshochschule, während der Vater wenig vom künstlerischen Schaffen hielt. 1921 war Theo bei der ersten Ausstellung dabei: Bei einem Sommerfest der Volkshochschule Remscheid zeigte er zusammen mit Käthe Kollwitz, Otto Pankok, Gert Wolheim und Christian Rohlfs seine Werke.

Mit 19 Jahren entschied der Remscheider endgültig, Maler zu werden, verließ sein Elternhaus und seine Heimatstadt und ging nach Kassel, wo er sein Studium der Malerei und Bildhauerei begann. Dort wurde er auch zum ersten Mal als Bühnenbildner tätig – und fand dort seine Bestimmung.

1933 wurde Otto, damals Ausstattungschef des Preußischen Staatstheaters in Berlin, von den Nationalsozialisten entlassen. Aus politischen Gründen. Otto ging in die Schweiz, wo er am Zürcher Schauspielhaus als Bühnenbildner arbeitete.

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Seinen Blick auf den Krieg hielt Otto in dem Tagebuch in Bildern „Nie Wieder“ fest, mit düsteren, verstörenden Zeichnungen, „Salut, Teo Otto! Die zeichnerischen Dokumente, die du über den Krieg angefertigt hast, gehören zu jenen Ausweisen, mit denen das deutsche Volk heute versuchen muß, sich auszuweisen“, schrieb Berthold Brecht im Vorwort zum Bildband zu den Werken, die 1947 veröffentlicht wurden.

Teo Otto wird als universeller Bühnenausstatter des modernen Theaters verehrt

Über 800 Inszenierungen hat Teo Otto in 45 Jahren künstlerisch eingekleidet. Er arbeitete mit Größen des Bühnenlebens zusammen: Gründgens, Lindtberg, Brecht, Lindemann, Stroux, Strehler, Karajan, Buckwitz. Besonders viel Ruhm brachten ihm seine Bühnenbilder zu Inszenierungen von Berthold Brecht, Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch ein. In der Theaterwissenschaft wird er bis heute als universeller Bühnenausstatter des modernen Theaters verehrt.

Remscheid hielt er die Treue. Als er kurz vor seinem Tod einen seiner Familienbesuche in Remscheid machte, soll er seiner Nichte gesagt haben: „Wenn ich hier beerdigt bin, kann ich schön in die Wälder sehen.“

THEATER

NAME Am 30. September 2001 wurde das Remscheider Schauspielhaus an der Konrad-Adenauer-Straße 31-33 umbenannt und trägt seither den Namen des Remscheider Bühnenbildners Teo Otto.

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