Amtsgericht

Angeklagter soll Imbissbetreiber mit dem Tod gedroht haben

Das Amtsgericht in Remscheid.
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Das Amtsgericht in Remscheid.

Bewährungshaftstrafe für Remscheider.

  • Der Angeklagte hatte bereits 22, teilweise einschlägige, Vorstrafen.
  • Zu seinen Bewährungsauflagen gehört eine Suchtberatung.
  • Zwei Jahre lang muss der Remscheider mit einem Bewährungshelfer arbeiten.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, tätliche Beleidigung, Bedrohung – die Liste der Vorwürfe gegen einen Angeklagten im Amtsgericht Remscheid war lang.

Während der 53-Jährige angab, sich aufgrund seiner Alkoholisierung an nichts mehr erinnern zu können, sah die Richterin nach der Vernehmung mehrerer Zeugen sämtliche Anklagepunkte als bewiesen an und verurteilte den Mann zu sechs Monaten Haft auf Bewährung.

Der erste Vorfall ereignete sich am 7. Januar. Aufgrund eines lautstarken Streits mit seiner Frau hatten Nachbarn des Mietshauses in Remscheid die Polizei gerufen. Die Beamten verwiesen den Angeklagten der Wohnung. Der 53-Jährige machte jedoch keinerlei Anstalten, zu gehen. Er spuckte einer Polizistin ins Gesicht und betitelte sie als Nutte. Am Ende waren fünf Polizisten nötig, um den, sich heftig wehrenden Mann, an Armen und Beinen aus der Wohnung zu tragen.

„Er hat mich geschlagen und gesagt, ‚’ich bringe dich um’.“
Zeuge vor Gericht

Auf der Wache wollte ein Beamter den Remscheider durchsuchen. Dieser reagierte prompt. Der Angeklagte habe auf einem Stuhl gesessen, ihm plötzlich in den Genitalbereich gegriffen und zugedrückt, gab der betroffene Polizist im Zeugenstand an.

Remscheid: Angeklagter soll Imbissbetreiber massiv beschimpft haben

Am Abend des 14. März begab sich der Angeklagte zu einem Chinaimbiss in Remscheid. Er habe gerade Feierabend gemacht und sei alleine gewesen, erklärte der Geschäftsinhaber im Gericht. Da sei der 53-Jährige aufgetaucht. „’Du scheiß Chinese’ hat er gesagt. ‚Ich mach dein Auto kaputt’. Dann hat er auf den Boden gespuckt und dann in mein Gesicht. Dann hat er mich geschlagen und gesagt, ‚ich bringe dich um’’, gab der 54-Jährige an. Er habe sich aus Angst in seinem Laden verschanzt und einen Mitarbeiter angerufen. Dieser sei auch gekommen, aber erst, als der Angeklagte bereits gegangen war.

Der Helfer habe aber gewusst, wo der 53-Jährige wohnt, und beide seien zu ihm gegangen. Als der Angeklagte die Männer sah, habe er erneut auf den Imbissbesitzer losgehen wollen. Er hat dem 54-Jährigen damit gedroht, ihm mit dem Baseballschläger den Schädel einzuschlagen, berichtete der Helfer im Zeugenstand. Schließlich habe er die Polizei gerufen.

Mit 22, auch einschlägigen Vorstrafen, sah das Gericht keinen Raum mehr für eine Geldstrafe. Die Richterin verurteilte den Mann zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe. Da der Angeklagte offenbar ein Alkoholproblem habe, lautete eine Bewährungsauflage, Kontakt zur Suchtberatung aufzunehmen. Außerdem muss der 53-Jährige für die Dauer von drei Jahren mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten.

In einem anderen Fall, der Ende Juni am Amtsgericht in Remscheid verhandelt worden war, gab die Richterin dem drogensüchtigen Angeklagten noch eine Chance.

Auch während der Corona-Krise garantieren Gerichte Rechtsschutz. Notwendige Verhandlungen finden statt und sind öffentlich.

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