Amtsgericht

Prozess um Auto-Attacke: Zeugen können sich nicht erinnern 

Der Prozess vor dem Amtsgericht Wuppertal wird fortgesetzt. Archivfoto: Andreas Fischer
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Der Prozess vor dem Amtsgericht Wuppertal wird fortgesetzt. 

Prozess um Auto-Attacke am Markt in der Remscheider Innenstadt

Von Dirk Lotze

Remscheid. Sie könnten sich schlecht erinnern, sie wüssten eigentlich nur noch, dass ein Mann verletzt auf der Straße lag. So beschrieben drei Zeugen eine mutmaßlich absichtliche Auto-Attacke am Markt in der Remscheider Innenstadt den Richterinnen und Richtern am Wuppertaler Amtsgericht. Der 25 Jahre alte Angeklagte soll am 3. Mai 2019 eine dunkle Limousine mit hoher Geschwindigkeit auf dem Gehweg von hinten an einen gleichaltrigen Gegner herangefahren haben, der zu Fuß unterwegs war. Er habe seinen Gegner auf die Motorhaube aufgeladen. Nachdem dieser heruntergerutscht sei, habe er ihn sogar noch überfahren. Laut Verletztem stritten die einander entfernt bekannten Männer wegen einer Bar-Schlägerei wenige Wochen zuvor.

Die schockierende Fahrt am Markt soll sich direkt vor Gästen der sogenannten Party-Meile ereignet haben. Sie löste einen Großeinsatz der Polizei aus - inklusive Mordkommission. Der Verletzte kam in ein Krankenhaus. Es gibt an, weiter unter den Folgen des Angriffs zu leiden.

Laut Gericht haben mehrere der nun anscheinend vergesslichen Zeugen das Geschehen bis ins Einzelne den Ermittlern beschrieben: Die Limousine sei zwischen Häuserwand und parkenden Autos hindurch gerast. Einer habe auch den Aufprall auf das Opfer gesehen. Im Gericht sagte ein Polizist aus, er kenne diese drei Zeugen. Die Männer im Alter zwischen 22 und 27 Jahren seien ihm bei früheren Einsätzen in der Innenstadt begegnet. Einer habe sich noch am Einsatzort gemeldet und gesagt: Er kenne Fahrer und Opfer vom Sehen. Vom Angeklagten habe er den Vornamen und das Wohnviertel benannt.

Ein 23 Jahre alter Zeuge bestätigte den Richtern, wie er Erste Hilfe geleistet habe. Alles andere stimme nicht: „Ich habe nie einen Namen genannt. Ich habe auch nie gesagt, dass ich etwas gesehen habe.“ Die Notizen der Polizei dazu dürften aus seiner Sicht schon deshalb nicht gelten, weil er sie nicht unterschrieben habe. Zum Grund für die nun abweichende Aussage führte er an: „Ich war angetrunken. Ich weiß nicht mehr so viel.“ Die Antwort vom Richter: „Laut Alkoholtest hatten Sie 0,2 Promille.“

Ausdrücklich gesehen hat den Angeklagten bisher nur einer: Der Verletzte sagt, er habe sich umgedreht, als er von hinten angefahren wurde. Er habe das Gesicht des 25-Jährigen erkannt. Gegen den Verletzten wiederum läuft wegen des Streits ebenfalls ein Strafverfahren: Er soll den Angeklagten in seinem Auto mit einem Stein beworfen.

Das Gericht will am 8. Juni weiterverhandeln und das Geschehen vom Tattag weiter aufklären, erklärte der Vorsitzende Richter bei der Fortsetzung. Die bisherigen Aussagen reichten nicht aus: „Falls das Verfahren zu einem Urteil führen soll, braucht das Gericht noch etwas Stütze.“

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