Ehemalige Kaserne an der Martin-Luther-Straße

Polizei in Remscheid soll eine sanierte Wache bekommen

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Die ehemalige Kaserne in der Martin-Luther-Straße soll saniert werden. Und dann vielleicht auch Kripo-Beamten Platz bieten.

Nach viel Kritik will das Land die Gebäude erneuern. Danach dreht sich das Umzugskarussell.

  • Seit Jahren bröckelt an Hauptwache der Polizeiinspektion in Remscheid der Putz.
  • Die Hauptwache und ihre Nebengebäude sollen jetzt kernsaniert werden.
  • Dienststellen aus Wuppertal sollen nach Remscheid verlagert werden.

Von Axel Richter

Wenn es von außen auch so scheint: Die alte Kaserne an der Martin-Luther-Straße ist kein Abbruchgebäude, sondern Arbeitsstätte für Polizeibeamte. Seit Jahren bröckelt daran der Putz, denn die verschiedenen Landesregierungen scherten sich wenig um die Immobilie, die sich im Besitz des Landes NRW befindet. Das könnte sich nun absehbar ändern.

Die Hauptwache der Polizeiinspektion am Quimperplatz und ihre Nebengebäude sollen kernsaniert werden und danach zum Beispiel auch Beamten der Kriminalpolizei Platz bieten, die derzeit noch in Wuppertal ihre Dienststelle haben. So sehen es die Pläne vor, die das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste mit dem Innenministerium NRW verfolgt.

„Die Beamten sollen sich für ihre Arbeitsplätze nicht schämen müssen.“
Herbert Reul (CDU) NRW-Innenminister

Investitionsprogramm soll die Sanierung in Remscheid möglich machen

Möglich machen soll die Sanierung ein Investitionsprogramm, das NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Anfang vergangenen Jahres in Düsseldorf präsentierte. Demnach werden bis zum Ende der Wahlperiode 2022 annähernd 680 Millionen Euro in die Sanierung und den Neubau von Polizeiwachen fließen. „Die Beamten sollen sich für ihre Arbeitsplätze nicht schämen müssen“, erklärte der Minister damals.

Die Beamten im Einsatz- und Schwerpunktdienst, die Motorradpolizisten und andere, die in der alten Kaserne ihre Büros haben, dürften das mit Freude zur Kenntnis genommen haben. Zusammen mit den Gebäuden der Bereitschaftspolizei auf Lichtscheid in Wuppertal gelangten ihre Räume auf eine sogenannte Bedarfsliste. Architekten legten dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der die Immobilien des Landes verwaltet, mit dem sogenannten Bausoll eine Art To-do-Liste vor.

Gebäude in Remscheid stehen auf sogenannter Bedarfsliste

Die ist umfangreich, wie Alexander Kresta, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium Wuppertal, anklingen lässt: „Unter anderem musste die gesamte technische Ausstattung erhoben werden, beginnend mit der Ausstattung der Büros bis hin zur Sicherheitstechnik, die natürlich bei Liegenschaften der Polizei eine große Rolle spielt.“ Parallel dazu stellte sich die Frage, wer in den sanierten Gebäuden künftig seinen Arbeitsplatz finden soll. Hintergrund: Im Polizeipräsidium an der Friedrich-Engels-Allee in Wuppertal herrscht Platznot. Deshalb sollen Dienststellen aus Wuppertal nach Remscheid verlagert werden.

Oberbürgermeister von Remscheid bekam lange „keine vernünftige Antwort“

Im nächsten Schritt seien die Kosten zu ermitteln, sagt Kresta. Danach soll entschieden werden, „ob und inwieweit die Planungen fortgeführt werden“. Das klingt nicht nach einem baldigen Baubeginn, allerdings hoffen die Beamten vom Quimperplatz genau darauf. Und nicht nur sie. Schon vor der Einweihung der NS-Gedenkstätte Pferdestall für die dort im Dritten Reich inhaftierten Remscheider stieß der Zustand des benachbarten Gebäudetrakts bei den Remscheidern auf Kritik. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) sah sich zu Erklärungen veranlasst: Das bröckelnde Gemäuer befinde sich nicht im Eigentum der Stadt Remscheid. Mehrfach, berichtete er damals gegenüber dem RGA, habe er beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes angefragt, darauf aber „keine vernünftige Antwort erhalten“.

Dass es mit der Sanierung nun konkret wird, freut den OB. „Es ist ein stadtbildprägendes Ensemble, das in einer der schönsten Straßen unserer Stadt zur Zeit nun wirklich nicht gut aussieht. Und die Beschäftigten der Polizei bekommen bessere Arbeitsbedingungen.“ " Standpunkt

WACHE LENNEP BLEIBT

UMBAUPLÄNE Lange hatte die Polizei in Lennep nach neuen Räumen gesucht. Mittlerweile steht fest: Die Wache an der Wupperstraße bleibt erhalten. Allerdings muss sie umgebaut werden, so dass männliche und weibliche Beamte zum Beispiel getrennte Sanitär- und Umkleideräume erhalten. Nach dem Umbau soll die Wache für weitere 20 Jahre Bestand haben.

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