Mein Leben als Papa

Wie Pac-Man durch den Wald voller Weihnachtsbäume

Wie Pac-Man durch das Labyrinth sausten Hannes und Michel durch den Wald voller Weihnachtsbäume. Foto: gf
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Wie Pac-Man durch das Labyrinth sausten Hannes und Michel durch den Wald voller Weihnachtsbäume. 

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

Ich wollte mich gerade aus dem Zimmer schleichen, weil ich dachte, Hannes sei eingeschlafen, da wollte er doch noch einmal dringend etwas loswerden. „Das Lied ist doch Quatsch“, bäumte er sich auf. „Es muss doch heißen: O Tannenbaum, O Tannenbaum, wie grün sind deine Nadeln – und nicht deine Blätter.“ Ich gab ihm recht. Genau das hatte mich als Kind auch immer aufgeregt. 

Heute weiß ich, dass auch Nadeln botanisch gesehen zu den Blättern gezählt werden und ebenso Photosynthese betreiben wie die Blätter anderer Bäume. Aber das musste Hannes um 21 Uhr wirklich nicht mehr wissen. Das Beispiel zeigte aber: Mit all der Erfahrung eines Fünfjährigen geht Hannes diesmal kritischeren Auges durch die Adventszeit als in den vergangenen Jahren.

gunnar.freudenberg@b-boll.de

Den Nikolaus im Kindergarten enttarnte er nüchtern als „nicht echt“. Seine einleuchtende Begründung „Letztes Jahr war es noch ein Mann ohne Bart und in diesem Jahr eine Frau ohne Mütze.“

Größer war da schon die Freude über ein Weihnachtswesen, das unsichtbar seinen Dienst verrichtet: Der Wichtel ist wieder bei uns eingezogen! Die kleine Holztür und das Fenster zum Nordpol waren zwar nie aus unserem Wohnzimmer verschwunden. Seit dem 1. Dezember aber schreibt der kleine Helfer des Christkinds, der in Skandinavien seit vielen Jahrhunderten fester Bestandteil der Weihnachtstradition ist, wieder Briefe für Hannes und Michel, spielt lustige Streiche und füllt diverse Adventskalender mit kleinen Geschenken. 

„Aber wie kommt so ein kleiner Wichtel an einen Adventskalender, der so hoch hängt?“, wollte Hannes wissen, noch bevor er nachschaute, was sich hinter Türchen 1 befand. „Das ist eben der Zauber der Weihnacht“, antwortete die Mama schnell und klug. Ich fürchte aber, im nächsten Jahr gibt sich Hannes mit solch einer Antwort nicht mehr zufrieden und bohrt weiter nach.

Michel denkt bislang noch nicht darüber nach, welches Zauberwesen die Kalender füllt. Sein meistgesprochener Satz an den bisherigen 19 Tagen im Dezember: „Ich liebe Schokolade.“

Ganz wichtig war es Hannes, dass Michel und er sich diesmal auch einen eigenen Weihnachtsbaum ins Zimmer stellen durften. Also rannten die beiden Jungs auf ihrer Suche nach dem perfekten Exemplar wie Pac-Man im Computerspiel durch den Weihnachtsbaumwald – nicht verfolgt von Monstern, sondern von ihrem Papa, der sie irgendwie wieder einfangen musste. Mit 60 Euro weniger im Portemonnaie und einer kleinen und einer großen Nordmanntanne mehr im Auto ging es wieder nach Hause.

Es gibt stressfreiere Aufgaben, als zwei Weihnachtsbäume mit zwei Jungs zu schmücken. Der Mama gelang es trotzdem mal wieder, den großen Baum perfekt zu schmücken. In den kleinen Baum durften neben meiner bislang verschmähten Werder-Kugel nur die billigeren Varianten aus einem schwedischen Möbelhaus. Die teuren Kugeln von Uropa Kurt waren für Hannes und Michel tabu. Was Hannes nicht verstehen konnte: „Aber Uropa Kurt ist doch schon tot. Der sieht das doch gar nicht, wenn eine Kugel kaputtgeht.“

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