Mein Leben als Papa

Die neue Welt im Kinderzimmer fasziniert die ganze Familie

Sind fasziniert von und übernehmen Verantwortung für die Fische: Hannes (r.) und Michel. Foto: gf
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Sind fasziniert von und übernehmen Verantwortung für die Fische: Hannes (r.) und Michel. 

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (4 Jahre) und Michel (1 Jahr)

Auf keinen Fall wollte Hannes den kleinen Fisch, den er mit seinem Netz gefangen und im Eimer verstaut hatte, zurück in die Wupper werfen. Tränen kullerten seine Wangen hinunter. „Wir können den Fisch nicht mit nach Hause nehmen“, erklärten wir ihm, wo die Wupper wild woget. „Was hältst du von einem Aquarium?“, fragten wir ihn später, als sich die Wogen wieder geglättet hatten. 

Über das Thema Aquarium hatten die Mama und ich, die früher beide ein Aquarium im Kinderzimmer stehen hatten, schon länger gesprochen. Denn schließlich ist auch Michel ein riesiger Fisch-Freund.

Ein paar Tage später stehe ich mit Hannes, einem 60-Liter-Becken, 10 Kilo Kies, Pflanzen, Steinen und Wurzeln an der Kasse der Zoohandlung. Auch ein kitschiges Häuschen in Wurzeloptik mit Fenster und Schornstein wird gekauft. Irgendwie süß. Verhindern konnte ich aber, dass Hannes auch bei den Piratenschiffen, Unterwasser-Vulkanen und Meerjungfrauen zuschlägt. Fische dürfen ja ohnehin erst später einziehen.

Irgendwann ist alles eingerichtet und sieht echt hübsch aus in Hannes’ Kinderzimmer. Allerdings wird das Wasser mit der Zeit immer milchiger. Bakterienblüte nennt sich das nicht seltene Phänomen. 60 Liter trübe Pampe trüben meine Stimmung. Ich bin nicht so geduldig wie Hannes, der trotzdem zufrieden ist. „Es sieht so wunderschön aus“, schwärmt er. 

gunnar.freudenberg@b-boll.de

Noch begeisterter ist er, als nach Wochen endlich die ersten vier Schnecken und ein Putzerfisch ins nun klare und saubere Wasser dürfen. Unter faszinierten Blicken von Hannes und Michel ziehen die Schnecken langsam ihre Bahnen an der Glasscheibe. Wie sagte einst einer der größten Philosophen der Fernsehgeschichte: „Die Schnecke kann dir mehr über den Weg erzählen als der Hase.“ 

Auch der Putzerfisch leistet ganze Arbeit und macht das Wasser noch sauberer. Fünf bunte Platys dürfen einziehen. Als Hannes vom Kindergarten nach Hause kommt, setzt er sich für eine ganze Stunde auf sein Bett und will nur eins: Fische gucken! 

Auch Michel ist ganz angetan von den neuen Mitbewohnern. Sein anfängliches Klopfen an die Scheiben legt er schnell ab. Ganz interessiert verfolgt er nun das Geschehen im Becken. Am besten gefallen ihm die langen „Kacka-Fäden“, die immer wieder an den Platys hängen. Den Fisch mit der ausuferndsten Verdauung haben Hannes und Michel auf den Namen „Kacki“ getauft. Putzi, Wolfi, Tiger, Bobby und Werder-Fisch (Schwarz-Orange – war mal ein Auswärtstrikot von Werder) heißen die anderen.

In Gefahr gerät die Harmonie am Aquarium, das auf alle Ruhe ausstrahlt, nur am Abend beim Füttern. Natürlich wollen Hannes UND Michel füttern. „Nur ein bisschen“, versuche ich sie im Zaum zu halten, fürchte aber, dass die Platys ziemlich schnell dicker werden und noch mehr kacken.

Dennoch fällt unser Fazit positiv aus: Das neue Aquarium ist eine echte Bereicherung. Beim nächsten Besuch an der Wupper flossen allerdings wieder Tränen bei Hannes, nachdem er einen Fisch gefangen hatte. „Jetzt können wir den Fisch ja mit nach Hause nehmen. Wir haben doch ein Aquarium“, fand er – und ich musste ihn wieder enttäuschen. Beim Blick auf Kacki und Co. hatten sich aber auch diese Wogen schnell wieder geglättet.

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