Mein Leben als Papa

Nach sechs Wochen: Am liebsten ist er immer noch zu Hause

Hannes steht Rede und Antwort – ein Vater-Sohn-Gespräch in einer für alle ungewöhnlichen Zeit.Foto: Larissa Freudenberg
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Hannes steht Rede und Antwort – ein Vater-Sohn-Gespräch in einer für alle ungewöhnlichen Zeit.

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (4 Jahre) und Michel (1 Jahr).

Seit sechs Wochen hocken wir uns nun schon zu Hause auf der Pelle. Bei Hannes und Michel spüre ich bislang zum Glück noch nichts von einem Lagerkoller. Sie wirken zufrieden und haben immer was zu tun. Aber natürlich beschäftigen Abstandsregeln, Kontaktsperren, geschlossene Kindergärten, Maskenpflicht, Nachrichtensendungen und diskutierende Eltern auch eine Kinderseele. Grund genug für ein Vater-Sohn-Gespräch in einer für alle ungewöhnlichen Zeit.

Sag mal Hannes, du warst ja jetzt schon ziemlich lange nicht mehr im Kindergarten. Vermisst du deine Freunde eigentlich?

Hannes: Klar. Joshua vermisse ich am allermeisten. Und Jonathan, Julian, Max und Jonas auch. Aber Luca und Lina vermisse ich nicht. (Die letzten beiden Namen wurden geändert /Anm. d. Red.)

Aber mit Joshua schreibst du dir ja Briefe. Und heute habt ihr sogar per Videoanruf miteinander telefoniert.

Hannes: Das war lustig, aber ich konnte ja trotzdem nicht richtig mit ihm spielen.

Stimmt. Aber wenn das mit Corona vorbei ist, . . .

Hannes: . . . dann feiern wir meinen Geburtstag mit allen Freunden im Garten nach und machen eine Schatzsuche. Und wir laden alle Nachbarn zum Grillen ein. Und alle Omas und Opas und die ganze Familie kommen dann auch.

Du sagst manchmal: „Dieses doofe Corona“. Was findest du denn so doof?

Hannes: Dass man gar nicht mehr richtig knuddeln darf, weil dann alle krank werden können. Und dass ich nicht mehr einkaufen darf mit dir oder Mama.

Einkaufen macht im Moment sowieso keinen Spaß.

Hannes: Warum nicht?

Weil alle Masken tragen müssen. Ich mag das überhaupt nicht.

Hannes: Ich find Masken cool. Dann sehen alle so aus wie Superhelden. . .  (überlegt) . . . Vielleicht können ja dann alle zusammen Corona besiegen mit Superpowerturbokraft.

Das wäre schön. Ich finde es übrigens auch richtig schön, wie du mit Michel spielst.

Hannes: Der ist richtig groß geworden und kann schon gute Eisenbahnstrecken mit mir bauen. Aber manchmal nervt er auch ganz schön doll.

So wie Luca und Lina.

Hannes (lacht): Nein, so doll doch nicht, Papa.

Findest du das eigentlich gut, dass ich im Moment von zu Hause aus arbeite?

Hannes: Ja, klar. Weil du uns nicht vermissen musst. Und wenn ich Hilfe brauche, kann ich immer zu dir kommen. Und wenn du Hilfe brauchst bei deinen Polizei- und Feuerwehrgeschichten, kommst du zu mir. Und nach Corona besuch ich dich mal einen ganzen Tag lang im Büro.

Super! Aber jetzt hab ich ja erst mal eine Woche lang Urlaub. Was möchtest du denn da mal unternehmen?

Hannes: Naturforscher spielen im Garten. Und Fußball.

Keine Ausflüge zum Wasser oder in den Wald?

Hannes: Doch, Papa. Aber am liebsten bin ich zu Hause.

Das ist schön.

Hannes: Zu den Vulkanen nach Island könnten wir vielleicht mal.

Irgendwann, Hannes. Irgendwann . . .

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