Mein Leben als Papa

„Die müssten doch heute Abend todmüde ins Bett fallen . . .“

Papa  und Hannes unter dem Handtuch. Foto: gf
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Papa  und Hannes unter dem Handtuch.
  • Gunnar Freudenberg
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RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (4 Jahre) und Michel (1 Jahr).

Früher fuhren wir zu „Vatta und Mutta“, also zu meinen Eltern, oder zu „den Oldies“, also zu ihren Eltern. Seit Hannes und Michel auf der Welt sind, verschwinden diese Bezeichnungen allmählich aus unserem Sprachgebrauch. Heute fahren wir zu „Omma und Oppa“. Und bei diesen Zusammenkünften passiert viel mehr als früher. Ein Besuch im Zeitraffer. . .

11.15 Uhr: Mama packt Taschen mit Dingen, die man eben so braucht, wenn man mit zwei Kindern für längere Zeit irgendwo hinfährt. Hannes und Michel trödeln und lassen sich bitten, frische T-Shirts und Schuhe anzuziehen.

11.22 Uhr: „Los geht’s“, gibt Hannes das Startsignal. „Komm, Mama!“, treibt Michel an. Denn irgendwann ist der Punkt gekommen, da muss es plötzlich ganz schnell gehen.

11.42 Uhr: Ankunft bei Oma und Opa. Fünf Minuten länger und Michel wäre im Auto eingeschlafen. Stattdessen ist er jetzt müde und hat keine Lust auf Konversation.

11.50 Uhr: Hannes dagegen stürmt in den Garten, begrüßt Opa mit Ghettofaust und entdeckt sofort das neue, riesige Planschbecken im Garten.

11.53 Uhr: Hannes sitzt in Badehose im Wasser. Wie schnell er sich umziehen kann.

11.55 Uhr: Oma und Opa werden zum ersten Mal von Hannes nass gespritzt. Kein Problem bei über 30 Grad.

11.56 Uhr: Den Gartenschlauch bringt Opa dennoch lieber vor Hannes in Sicherheit.

12.07 Uhr: Michel guckt, schweigt und ruht sich aus.

12.20 Uhr: Ich habe beim Angel-Wettbewerb gegen Hannes keine Chance.

12.23 Uhr: Oma pendelt zwischen Küche, Treppenhaus und Garten. „Nun setz dich doch auch mal, Oma!“

12.25 Uhr: Opa schmeißt den Grill an, obwohl dunkle Wolken aufziehen.

12.30 Uhr: „Dat gibt höchstens ’n kleinen Schauer“, ruft der Nachbar vom Balkon.

12.33 Uhr: Oma hat alle Beilagen und das Lammfilet geholt. Ich habe Hunger.

12.35 Uhr: Es regnet. Nein, es schüttet aus Eimern. Ich verstecke mich mit Hannes unter einem großen Handtuch. „Wir haben den besten Platz, Papa“, freut er sich. Die anderen kauern unter den Sonnenschirmen. Michel guckt verwirrt, wird aber langsam munterer.

12.44 Uhr: Opa sagt den Satz, der in diesen Situationen immer gesagt wird: „Da hinten wird es schon wieder hell.“

12.50 Uhr: Es ist hell. Aber immer noch da hinten.

13.03 Uhr: Der Regen hat aufgehört, alles ist nass. Ich habe großen Hunger.

13.10 Uhr: Opa bietet mir ein trockenes Bayern-Trikot im Tausch gegen mein nasses T-Shirt an. Ich lehne ab.

13.15 Uhr: Wir sitzen auf Handtüchern. Egal. Das Essen schmeckt fantastisch. Endlich genießen.

13.20 Uhr: Die Kinder sind satt. Hannes will schaukeln, Michel mit dem Bobbycar fahren. Die Mama erbarmt sich und unterbricht ihr Essen. Wenig später löse ich sie ab.

13.45 Uhr: Oma lockt die Kinder mit einem Eis wieder an den Tisch.

14.10 Uhr: Hannes fordert Opa zum Fußballspielen heraus und ist gleichzeitig Schiedsrichter. Opa hat keine Chance, auch wenn er seine alten Tricks auspackt.

14.32 Uhr: Michel macht Oma mit den Spritztieren nass.

14.45 Uhr: Hannes unterstützt ihn. Er hat den Gartenschlauch entdeckt.

15.15 Uhr: Alle sind pitschnass, aber zufrieden.

15.40 Uhr: „Die müssten doch eigentlich heute Abend todmüde ins Bett fallen“, sagt die Oma, als wir ins Auto steigen.

20 Uhr: Hannes und Michel finden kein Ende. Todmüde sind nur wir. Und Oma und Opa.

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